Hassmensch Martin Luther: Geifernd gegen Juden, Frauen, Bauern und … eigentlich gegen alle

Die evangelische Kirche feiert mal wieder den Reformator Martin Luther. Und das nicht etwa ein Jahr lang – nein, das wäre viel zu wenig für den großen Mann – sondern gleich mit einem ganzen Jahrzehnt, der sogenannten Luther-Dekade. Dabei wird seit 2008 in jedem Jahr eine andere Facette des Werks des bedeutenden Kirchenmannes gefeiert, bis dann 2017 als Höhepunkt der 500. Jahrestag der Reformation selbst begangen wird. An eher unangenehme Zitate zu Juden oder Frauen erinnert man sich vielleicht vage. Aber vielleicht waren das ja nur einzelne Fehltritte, oder sie wurden dem Kirchenlehrer Luther irgendwie in den Mund gelegt. Es bietet sich an, mal etwas genauer zu schauen, wen die evangelische Kirche in Deutschland da so ausgelassen feiert. Am besten, indem man ein paar Zitate sammelt und den Helden der Reformation so selbst zu Wort kommen lässt …

Martin Luther: Die Juden sind unser Unglück! Synagogen abbrennen!

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

„Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Martin Luther: Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375)

„Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, dass Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“ (Martin Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 182)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Martin Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

Passend dazu hier nicht Luther, sondern der evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse aus Eisenach zur „Reichskristallnacht“: „Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird … die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt.“

Martin Luther: Frauen sind Unkraut!

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“ (Martin Luther: Werke. Weimarer Ausgabe, Bd 10/2, Weimar 1907, S. 296)

„Es ist ein arm Ding um ein Weib. Die größte Ehre, die das Weib hat, ist, dass wir allzumal durch die Weiber geboren werden.“ (Martin Luther: Von der Ehe, zit. nach Gesamtausgabe von Johann Georg Walch, Halle 1734, 22. Band, Kap. 43, §16)

„Die Ordnung fordert Zucht und eher, dass Weiber schweigen, wenn die Männer reden.“ (Martin Luther: Weimarer Ausgabe, VIII, S. 498, 12)

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“ (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111)

„Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“ (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz & Gelberg, S. 111)

Martin Luther: Tötet die Bauern!

„Steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen“. (Luther über die aufständischen Bauern, Weimarer Ausgabe 18, S. 357 f)

„Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muß: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.“ (Martin Luther: Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern, zitiert nach Fromm, Erich (1985): „Über den Ungehorsam“, dtv München, S. 15)

Martin Luther: Wir brauchen Tyrannen!

„Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. “ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

Der Esel will Schläge haben, und der Pöbel will mit Gewalt regiert sein. Das wusste Gott wohl; drum gab er der Obrigkeit nicht einen Fuchsschwanz, sondern ein Schwert in die Hand. (Martin Luther: Wider die Bauern, 1525)

Martin Luther: Tötet den Papst!

„Der Papst ist der Teufel; könnte ich den Teufel umbringen, warum wollte ich´s nicht tun?“ (Martin Luther, Zwo harte ernstliche Schriften Doct. Martini an den Christlichen Leser, 1518, Tomos 1, Punkt II., S. 24 b)

„So wir Diebe mit Strang, Mörder mit Schwert, Ketzer mit Feuer strafen, warum greifen wir nicht viel mehr an diese schädlichen Lehrer des Verderbens als Päpste, Kardinäle, Bischöfe und das ganze Geschroürm (= Geschwür) der Römischen Sodoma mit allerlei Waffen und waschen unsere Hände in ihrem Blut …?“ (Martin Luther: Zwo harte ernstliche Schriften Doct. Martini an den Christlichen Leser, 1518, Tomos 1, Punkt II., S. 24)

Fazit: Luther war ein geifernder Hassmensch

Kurz: Der von der evangelischen Kirche in Deutschland ein ganzes Jahrzehnt lang eifrig befeierte Reformationsheld Martin Luther war ein bösartiger, hasserfüllter Mann, geifernd gegen Frauen, Juden, Bauern und einfache Leute. Der Hassprediger war sogar für damalige Verhältnisse reaktionär, stand zu Gewalt und Mord aufrufend auf Seiten des Adels und der Obrigkeit. Nur eine einzige Person hasste Luther noch viel mehr als alle anderen – und zwar den Papst!

Warum die ach so progressive evangelische Kirche diesen widerlichen Mann, der u.a. den Nazis als Stichwortgeber diente, nicht kritisch aufarbeitet – oder zumindest in altbekannter Manier unauffällig unter den Tisch kehrt – das bleibt völlig unklar. So eine abscheuliche Person über ein Jahrzehnt lang zu feiern … echt jetzt?

Die Mehrzahl der Zitate wurde zusammengetragen von www.projektwerkstatt.de.

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26 Antworten zu Hassmensch Martin Luther: Geifernd gegen Juden, Frauen, Bauern und … eigentlich gegen alle

  1. dongamillo schreibt:

    Prüfet alles und das Gute behaltet!
    😉

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  2. Flo schreibt:

    Diesmal kann ich dem Artikel tatsächlich größtenteils zustimmen. Wieso man sich bei der evangelischen Kirche nicht viel stärker mit den verachtswerten Ansichten Luthers auseinandersetzt, bleibt mir auch völlig schleierhaft. Dabei spielt es auch keine Rolle, wieviel man jetzt Luther selbst und wieviel dem damaligen Zeitgeist anzurechnen hat. Mist bleibt Mist und mußt eindeutig und immer wieder als solcher benannt werden.
    Und trotzdem kann man natürlich andere Teile seines Wirkens abfeiern. Ich kann ja auch die meisten Bücher und Kommentare von Lovecraft toll finden, obwohl obwohl in anderen zutiefst widerliche Ansichten geäußert werden.

    Offtopic: Wo ist eigentlich der Artikel über militante Atheisten hin? Kann den nicht mehr finden

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  3. Dieter Kleve schreibt:

    Das ist noch viel schlimmer als ich in Erinnerung hatte! Die evang. Kirche sollte ausdrücklich auf Distanz gehen zu ihrem antisemitischen Gründer!

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  4. dongamillo schreibt:

    Noch ne technische Frage: gibt es die Möglichkeit von „Gefällt mir“Buttoms oder findest du das nicht gut?🙂

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  5. Flo schreibt:

    Ich hab mich grad etwas näher mit dieser Lutherdekade beschäftigt und muss meine Aussage ein klein wenig korrigieren. Das Themenjahr 2013 hieß zwar „Toleranz“, aber man hat sich da wohl ganz überwiegend mit der Intoleranz Luthers auseinandergesetzt.

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  6. manglaubtesnicht schreibt:

    Bernd Kammermeier hat bei hpd.de einen Artikel speziell zu Luthers Antisemitismus geschrieben. Lesenswert.

    http://hpd.de/artikel/warum-martin-luther-antisemit-12990

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  7. Stella, ad Astra! schreibt:

    „Frauen sind Unkraut!“? Wirklich, das hat er gesagt? Aber zum Glück verdirbt Unkraut ja nicht😉😀
    Ich hätte mir aber nie gedacht, dass der so heftige Sätze um sich geworfen hat, weil er ja ziemlich angebetet wird. Aber irgendwo ist es halt eine andere Zeit gewesen, wo diese Sätze leider normal waren. Hoffen wir, dass diese Sätze heute nicht mehr fallen aber heilig war er sicher nicht.
    LG

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    • Bernd Kammermeier schreibt:

      „Aber irgendwo ist es halt eine andere Zeit gewesen, wo diese Sätze leider normal waren.“

      So ganz stimmt das auch nicht. Es gab eine Reihe von Zeitgenossen Luthers, die zwar auch das Judentum ablehnten (was bei monotheistischen Religionen untereinander normal ist), die aber den Juden ihre Freiheit zum Glauben lassen wollten. Luther war da ganz anders gestrickt. Sicher war er durch das Christentum geprägt, dass ja seit seinen Anfängen antisemitisch ist.

      Der Grund für diese radikale Ablehnung des Judentums liegt sicher zum größten Teil darin begründet, dass ein Teil der Juden ihre Häresie vom Juden- zum Christentum nach dem Brand des 2. Jerusalemer Tempels durch die Römer (ca. 70 u.Z.) für eine Erlösung von ihrer Verzweiflung hielten. Man fühlte sich von „Gott“ verlassen, der ja die Römer mit Leichtigkeit von ihrem Vernichtungswerk hätte abhalten können. Schließlich war der Tempel das „Haus Gottes“.

      Also suchte man nach einem neuen „Weg zur Wahrheit und dem Leben“, die „Gott“ besser gefallen würde, als das bisher praktizierte Judentum mit Gottesdienst im (nicht mehr existierenden) Tempel. Die Lösung war 1. eine Missionierung durch Reisen in andere Länder und 2. die Erfindung einer Erlösergestalt. Jetzt ist man ganz in jüdischer Tradition mit kabbalistischer Zahlenmystik vorgegangen: Wir sind 70 u.Z.. Es liegt eine Zeit der Prüfung (durch die Besatzung) vor, die religiös gesehen 40 Jahre beträgt (analog zu den 40 Jahren der Wanderschaft der Israeliten durch die Wüste ins gelobte Land, etc.).

      D.h. man war nun rechnerisch im Jahr 30 u.Z., in dem die Erlösung (und damit der Beginn der Prüfung, ob sich die Menschen des Sühneopfers würdig erweisen). Nach antiker Vorstellung war ein Mann im besten Alter, wenn er 30 Jahre alt war (dies wird oft synonym verwendet, auch wenn die Person etwas älter oder jünger ist. Aber der Erlöser sollte nun das ideale Alter von 30 Jahren haben.

      D.h. seine Geburt lag in etwa im Jahr 1 u.Z. Jetzt braucht man noch einige der bekannten Mythen aus umliegenden Ländern und Uminterpretationen alttestamentlicher Prophezeiungen und fertig ist die „Biographie“ des Erlösers: Geburt um 1 u.Z., Sühneopfer um 30 u. Z., 40 Jahre Prüfung bis 70 u.Z., die Prüfung geht negativ aus (Brand des Tempels), also Grund genug für eine Abspaltung von bisherigen religiösen Weg = das Christentum entsteht.

      Wie diese kabbalistisch konstruierte Figur heißt, ist auch hinlänglich bekannt: Jesus Christus. Da diese frühen Christen sich zwangsläufig vom bisherigen Weg des Judentums distanzieren mussten (sonst hätte die Häresie keinen Sinn gemacht), hassten sie sogar den jüdischen „Irrweg“. Paulus (vermutlich ebenfalls eine kompilierte Sagengestalt) fixierte dies in seinem Texten z.B. im 2. Brief an die Thessalonicher, der irgendwann im 1. oder 2. Jh. u.Z. entstand.

      D.h. die frühen Christen lösten sich radikal von der bisherigen Tempelpraxis, die sowieso nicht mehr möglich war, und suchten eine neue Heimat in Europa und im Vorderen Orient, während die Juden selbst in die Diaspora gingen und dorthin ihren Kult mitnahmen, ohne sich für Heiden zu öffnen.

      Dass Luther antijudaistisch eingestellt war ist also nachvollziehbar, jedoch musste man selbst in seiner Zeit nicht derart unflätig gegen die Andersgläubigen vorgehen. Luther hasste aber allgemein sehr gerne. Kaum eine Bevölkerungsgruppe, die nicht mit seinem Vernichtungswillen konfrontiert wurde.

      Interessierten möchte ich unsere Übersetzung von Luthers Buch „Von den Juden und ihren Lügen“ ans Herz legen. Es ist Anfang diesen Jahres im Alibri-Verlag erschienen und verkauft sich erstaunlich gut (inzwischen gibt es die 2. Auflage). Offenbar gibt es eine Reihe von Bürgern, die wissen wollen, wer hier mit ihren Steuergeldern gefeiert wird. Ende dieses Jahres wird der 2. Band der judenfeindlichen Schriften Luthers von uns herausgegeben. Damit ist bewiesen, dass er mindestens im letzten Lebensdrittel Juden allein dafür hasste, dass sie Juden waren – also eindeutige Merkmale eines Antisemitismus, da für Luther selbst ein konvertierter Jude immer noch kein vollwertiger Christ war, sondern Jude blieb. Mit anderen Worten: Seiner Vernichtungsweihe entkam niemand, der von einer Jüdin geboren wurde (nach halachischen Recht die Voraussetzung, um Jude zu sein).

      Ich halte am 10. Juni in Bremen auf Einladung der Richard Dawkins Foundation einen Vortrag zu dem Thema. Titel: „Luthers Skandalbuch“. Da ist jeder herzlich willkommen, Eintritt frei.

      Mein Motto ist:
      LUTHER-JAHR?
      LUTHER-NEIN!

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      • dongamillo schreibt:

        Hallo Bernd, sehr interessant das wäre in meiner Nähe!🙂

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      • Flo schreibt:

        „Es ist Anfang diesen Jahres im Alibri-Verlag erschienen und verkauft sich erstaunlich gut (inzwischen gibt es die 2. Auflage). Offenbar gibt es eine Reihe von Bürgern, die wissen wollen, wer hier mit ihren Steuergeldern gefeiert wird.“

        Das ist eine sehr optimistische Interpretation der guten Verkaufszahlen einer antisemitischen Schrift. Leider halte ich eine weitaus düsterere für naheliegender…

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        • Bernd Kammermeier schreibt:

          „Das ist eine sehr optimistische Interpretation der guten Verkaufszahlen einer antisemitischen Schrift. Leider halte ich eine weitaus düsterere für naheliegender…“

          Das befürchtete man bei Hitlers „Mein Kampf“ Anfang des Jahres auch. Auch diese Neuausgabe verkauft sich gut. Jedoch so gut wie nicht in die rechtsradikale Szene, sondern eher an Historiker etc.

          Bei unserem Buch glaube ich auch nicht unbedingt, dass sich Neonazis mit dem IQ von Toastbrot durch ellenlange theologische Begründungen lesen wollen, warum Juden Abschaum seien.

          Beide Ergebnisse (bei Mein Kampf und Von den Juden …) könnte auch schlicht damit zusammenhängen, dass Neonazis so gut wie nie Bücher lesen. Täten sie es, wären sie vermutlich keine mehr. Außerdem haben wir einen entsprechenden Warnhinweis in das Buch gedruckt. Gut, der hat nicht die Wirkkraft eines katholischen Zauberspruchs, aber immerhin…

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        • Flo schreibt:

          Wenn Sie wirklich glauben, dass „Neonazis so gut wie nie Bücher lesen“, haben Sie zwar ein sehr übersichtliches Weltbild, unterschätzen aber leider das Problem massiv.
          Und die Neuauflage von „mein Kampf“ umfaßt ~3500, oft kritische Anmerkungen. Dass Neonazis da weitherhin zu den im Internet verfügbaren PDFs älteren Ausgaben greifen, überrascht nicht. Der Vergleich hinkt also extrem.
          Was steht denn auf dem Warnhinweis?

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  8. Pingback: Die systematische Abwertung der Frau im Christentum | Man Glaubt Es Nicht!

  9. dongamillo schreibt:

    Mir geht es wie dem Luther, weil viele Worte vom Grundthema ablenken und ein falsches Gesamtbild entsteht, möchte ich mich gerne kurz halten, denn: „Wo viele Worte sind da geht es nicht ohne Sünde ab, (Sprüche 10,19)“, daher finde ich es schade dass hier kurze Statements oft nicht berücksichtigt werden.
    Zudem ist es sehr frustrierend ein gewisses Thema ausgearbeitet zu haben und dann wird es schlicht nicht veröffentlicht, So wird jede beginnende Diskussion im Keim erstickt, nur, weil dem Admin gerade die Logik gewisser Zwischenfragen oder kurzer Statements nicht einleuchten.
    😕

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  10. Bernd Kammermeier schreibt:

    Heute habe ich einen super Satz zu Luther gelesen: „Luther war ein Protestant reinsten Abwassers.“

    Ich brauchte einfach diesen Humorschub, nachdem ich die letzten Wochen mit der ätzenden Übertragung von Luthers Wortbrei für die beiden Folgebände zu „Von den Juden und ihren Lügen“ verbracht habe. Im Übrigen hat mich jüngst der Kirchenfinanz-Experte Dr. Carsten Frerk über die bisher feststehenden Kosten für Lutherdekade und Luther-Jahr informiert: 223.940.000,00 Euro aus dem allgemeinen Steueraufkommen (Bund, Länder und Kommunen).

    Gut, Tebartz rubbelt sich dabei die Hände und rechnet aus, wie viele zusätzliche Badewannen er dafür bekäme oder wie dick der Goldüberzug seine Privatwanne sein dürfte. Aber da ich dringendere Aufgaben in Deutschland sehe (z.B. Flüchtlings-Integration), kriege ich das große Übergeben. Blinde Politiker stellen sich selig lächelnd vor diverse Luther-Projekte, machen hippe Musik, flotte Sprüche und der unaufgeklärte Bürger muckt nicht auf.

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    • dongamillo schreibt:

      Hallo Bernd, ich verstehe dich. mein Problem ist was die Kirchen da draus gemacht haben…., Ich denke Luther würde sich im Grab umdrehn, oder?
      Ich persönlich kann Luther seine Eskapaden verzeihen. Es entspricht seinem Naturell. Wenn da einige Menschen daraus Konzentrationslager bauen ist das denen ihr Problem.
      Wo viele Worte sind geht es nicht ohne Sünde ab, und wenn man begriffen hat wie verderblich die Gesetzlichkeit der Juden für das Evangelium als Gnadenbotschaft ist kommt man schon in Wallung.
      Diese Gesetzlichkeit, das Vertrauen auf Äußerlichkeiten im Bezug zur Seligwerdung des Menschen, ist in allen Religionen das eigentliche Übel.
      An der letzten Beerdigung unter evangelischer Leitung wurde wieder einmal postuliert dass dieser Verstorbene auf Grund seiner TAUFE(als äußerliche Handlung) in den Himmel kommen würde…..da bekomme ich das Kotzen.
      Das ist ein geistiges Thema und muss geistig verstanden und angenommen werden, wie die Liebe, auch sie kann man nicht beweisen sondern nur immer wieder erleben.

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      • Bernd Kammermeier schreibt:

        „…. mein Problem ist was die Kirchen da draus gemacht haben…., Ich denke Luther würde sich im Grab umdrehn, oder?“

        Im Gegensatz zu dir sind für mich nicht die Kirchen das Hauptproblem, sondern die Religionen, die immer noch in den „Gotteshäusern“ stecken. Luther würde sich höchstens im Grab rumdrehen, wenn er wüsste, wie wenig konfrontativ heute seine Glaubensbrüder mit Juden, Muslimen, Frauen, vermeintlichen Hexen, behinderten Kindern, Bauern und dem Papst umgehen.

        „Ich persönlich kann Luther seine Eskapaden verzeihen.“

        Das unterscheidet uns. Wer sich mit seinen menschenverachtenden Büchern befasst hat, muss diesen Augustin-Anhänger verabscheuen. Eine brennende Synagoge ist eine brennende Synagoge ist eine brennende Synagoge.

        „Es entspricht seinem Naturell.“

        Feiern wir einen NPD-Hetzer? Müssen wir uns demnächst auf eine Hitler-Dekade einstellen? Oder auf ein Streicher-Jahr? Wenigstens einen Göbels-Tag? Diese hatten auch das Demagogen-Naturell und wir verbannen sie zurecht in die tiefste Mottenkiste der deutschen Geschichte.

        „Wenn da einige Menschen daraus Konzentrationslager bauen ist das denen ihr Problem.“

        Nein, das ist das Problem der Opfer und deren Angehörigen. Aber auch so ist Luther keine einfach verbale Dreckschleuder gewesen, der halt nachgeahmt wurde, sondern er wird heute (in Worten: H E U T E !!!) für hunderte Millionen Steuergelder gefeiert. Das ist der Skandal!!!!!!!!

        „Wo viele Worte sind geht es nicht ohne Sünde ab, …“

        Ich habe sehr dicke Bücher, Romane und Sachbücher, in denen es völlig ohne jede „Sünde“ abgeht. Deine Worthülse ist eine billige Ausrede, die ich entschieden zurückweisen muss. Ich habe auch Hitlers Mein Kampf studiert. Dieses Buch enthält mehr zusammenhängende Textpassagen, die positiv zu bewerten sind, als in „Von den Juden und ihren Lügen“ oder im „Schem Hamphoras“ stehen. Ist deswegen Hitler entschuldigt, weil er auch nicht ohne Sünde auskam? Das ist doch Unsinn!

        „… und wenn man begriffen hat wie verderblich die Gesetzlichkeit der Juden für das Evangelium als Gnadenbotschaft ist kommt man schon in Wallung.“

        Aha, daher der Lutherfreund in dir. Du bist wohl selbst ein verkappter Antisemit, wie?

        „Diese Gesetzlichkeit, das Vertrauen auf Äußerlichkeiten im Bezug zur Seligwerdung des Menschen, ist in allen Religionen das eigentliche Übel.“

        Das eigentlich Übel in allen Religionen ist die Religion.

        „An der letzten Beerdigung unter evangelischer Leitung wurde wieder einmal postuliert dass dieser Verstorbene auf Grund seiner TAUFE(als äußerliche Handlung) in den Himmel kommen würde…..da bekomme ich das Kotzen.“

        Ich bekomme das Kotzen, wenn man Menschen einredet, es gäbe ein Jenseits. Das ist Lüge, nichts als Lüge.

        „Das ist ein geistiges Thema und muss geistig verstanden und angenommen werden, wie die Liebe, auch sie kann man nicht beweisen sondern nur immer wieder erleben.“

        Im Gegensatz zum Jenseitsflug ohne Rückflugticket (denn der Jüngste Tag wird wohl nie kommen) kann man die Liebe real erleben. Daher ist diese bewiesen. Aber wenn jemand seinem Kinderglauben treu bleiben will… bitte schön. Nur bitte keinen Respekt von mir dafür einfordern. Mich respektiert auch keiner dafür, wenn ich an das Sandmännchen glaube…

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  11. dongamillo schreibt:

    Zum Luthertag noch eine kleine Aufmerksamkeit für Atheisten;
    in einer Predigt hat mal ein von mir geschätzter Prediger behauptet, das Luther den Atheismus gesellschaftsfähig gemacht haben soll !? (oder so ähnlich)
    Er begründete diese Aussage damit, Luther habe als erster überhaupt die Möglichkeit ins Auge gefasst, es könnte auch keinen Gott geben…..
    Vorher war es allgemeine Annahme es gibt irgend welche Götter, es ist nur nicht klar welcher der richtige ist….
    Ich habe jetzt noch keine weiteren Belege für die Annahme gefunden aber ich finde es eine spannende Aussage!

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