Hassmensch Martin Luther: Geifernd gegen Juden, Frauen, Bauern und … eigentlich gegen alle

Die evangelische Kirche feiert mal wieder den Reformator Martin Luther. Und das nicht etwa ein Jahr lang – nein, das wäre viel zu wenig für den großen Mann – sondern gleich mit einem ganzen Jahrzehnt, der sogenannten Luther-Dekade. Dabei wird seit 2008 in jedem Jahr eine andere Facette des Werks des bedeutenden Kirchenmannes gefeiert, bis dann 2017 als Höhepunkt der 500. Jahrestag der Reformation selbst begangen wird. An eher unangenehme Zitate zu Juden oder Frauen erinnert man sich vielleicht vage. Aber vielleicht waren das ja nur einzelne Fehltritte, oder sie wurden dem Kirchenlehrer Luther irgendwie in den Mund gelegt. Es bietet sich an, mal etwas genauer zu schauen, wen die evangelische Kirche in Deutschland da so ausgelassen feiert. Am besten, indem man ein paar Zitate sammelt und den Helden der Reformation so selbst zu Wort kommen lässt …

Martin Luther: Die Juden sind unser Unglück! Synagogen abbrennen!

“Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.” (Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

“Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.” (Martin Luther: Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375)

“Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, dass Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.” (Martin Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 182)

“Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …” (Martin Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

Passend dazu hier nicht Luther, sondern der evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse aus Eisenach zur “Reichskristallnacht”: “Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird … die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt.”

Martin Luther: Frauen sind Unkraut!

“Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.” (Martin Luther: Werke. Weimarer Ausgabe, Bd 10/2, Weimar 1907, S. 296)

“Es ist ein arm Ding um ein Weib. Die größte Ehre, die das Weib hat, ist, dass wir allzumal durch die Weiber geboren werden.” (Martin Luther: Von der Ehe, zit. nach Gesamtausgabe von Johann Georg Walch, Halle 1734, 22. Band, Kap. 43, §16)

“Die Ordnung fordert Zucht und eher, dass Weiber schweigen, wenn die Männer reden.” (Martin Luther: Weimarer Ausgabe, VIII, S. 498, 12)

“Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.” (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, “Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther”, Beltz&Gelberg, S. 111)

“Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.” (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, “Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther”, Beltz & Gelberg, S. 111)

Martin Luther: Tötet die Bauern!

“Steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen”. (Luther über die aufständischen Bauern, Weimarer Ausgabe 18, S. 357 f)

“Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muß: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.” (Martin Luther: Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern, zitiert nach Fromm, Erich (1985): “Über den Ungehorsam”, dtv München, S. 15)

Martin Luther: Wir brauchen Tyrannen!

“Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. ” (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

Der Esel will Schläge haben, und der Pöbel will mit Gewalt regiert sein. Das wusste Gott wohl; drum gab er der Obrigkeit nicht einen Fuchsschwanz, sondern ein Schwert in die Hand. (Martin Luther: Wider die Bauern, 1525)

Martin Luther: Tötet den Papst!

“Der Papst ist der Teufel; könnte ich den Teufel umbringen, warum wollte ich´s nicht tun?” (Martin Luther, Zwo harte ernstliche Schriften Doct. Martini an den Christlichen Leser, 1518, Tomos 1, Punkt II., S. 24 b)

“So wir Diebe mit Strang, Mörder mit Schwert, Ketzer mit Feuer strafen, warum greifen wir nicht viel mehr an diese schädlichen Lehrer des Verderbens als Päpste, Kardinäle, Bischöfe und das ganze Geschroürm (= Geschwür) der Römischen Sodoma mit allerlei Waffen und waschen unsere Hände in ihrem Blut …?” (Martin Luther: Zwo harte ernstliche Schriften Doct. Martini an den Christlichen Leser, 1518, Tomos 1, Punkt II., S. 24)

Fazit: Luther war ein geifernder Hassmensch

Kurz: Der von der evangelischen Kirche in Deutschland ein ganzes Jahrzehnt lang eifrig befeierte Reformationsheld Martin Luther war ein bösartiger, hasserfüllter Mann, geifernd gegen Frauen, Juden, Bauern und einfache Leute. Der Hassprediger war sogar für damalige Verhältnisse reaktionär, stand zu Gewalt und Mord aufrufend auf Seiten des Adels und der Obrigkeit. Nur eine einzige Person hasste Luther noch viel mehr als alle anderen – und zwar den Papst!

Warum die ach so progressive evangelische Kirche diesen widerlichen Mann, der u.a. den Nazis als Stichwortgeber diente, nicht kritisch aufarbeitet – oder zumindest in altbekannter Manier unauffällig unter den Tisch kehrt – das bleibt völlig unklar. So eine abscheuliche Person über ein Jahrzehnt lang zu feiern … echt jetzt?

Die Mehrzahl der Zitate wurde zusammengetragen von www.projektwerkstatt.de.

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Die Regeln des Spiels

Du bist Religionsgläubiger und willst mit uns über deine Religion und deine Glaubenssätze diskutieren? Gerne, solange du die folgenden Punkte beachtest:

  1. Kommunisten verfechten die Idee des Kommunismus, A-Kommunisten nicht. Analog dazu glauben Theisten an einen persönlichen Gott als Schöpfer der Universums. Atheismus ist A-Theismus, also einfach nur die Abwesenheit des Glaubens an irgendwelche Götter. Nicht-Tennis ist kein Sport, Nicht-Briefmarkensammeln kein Hobby. Weder sind Atheisten gläubig, noch ist Atheismus eine Religion.
  2. Eine Religion ist ein Komplex von Ideen und Annahmen, keine menschliche Eigenschaft wie Rasse, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Behinderung. Ideen und Annahmen kann, darf und sollte man kritisieren. Religion hat nicht mehr Respekt verdient als andere Ideenkomplexe, wie z.B. Kommunismus oder Star Wars.
  3. Da du als Verfechter einer Religion Behauptungen aufstellst und damit Aussagen über das Wesen der Welt machst, liegt die Beweislast bei dir.
  4. Das Wiederholen der immer gleichen Behauptungen ist kein Beleg. Deine inbrünstigen Gefühle gegenüber einer Behauptung sind keine Belege. Dass ganz viele Leute deine Idee teilen, ist kein Beleg. Ein Youtube-Video ist kein Beleg, eine Predigt auch nicht.

Soweit alles verstanden? Super, dann lass uns diskutieren.

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Das kosmologische Kalām-Argument für die Existenz Gottes

Das Kalām-Argument für die Existenz eines Gottes ist im Wesentlichen ein sprachlicher Trick, der die allzu offensichtlichen Fehler des klassischen kosmologischen Arguments verschleiern soll. Das kosmologische Argument geht so:

“Nichts ist von sich selbst verursacht. Alles Existierende hat eine Ursache. Dies führt zu einem Regress. Dieser Regress wird durch eine erste Ursache begrenzt, diese nennen wir Gott.”

Religionisten, die so argumentieren, werden meist schon durch ein einfaches “Woher weißt du das?” aus dem Konzept gebracht. Es ist ja klar: So ein hochkomplexes, mächtiges Wesen wie ein Gott, wie ist das entstanden? Was ist seine Ursache? Der Gott, hören wir dann, sei ewig und ungeschaffen. Eben wurde aber noch vorausgesetzt, dass nichts ursachenlos existieren kann. Der ursachenlose Gott existiert also nicht. Das kosmologische Argument entpuppt sich als Zirkelschluss.

Um das Problem mit diesem infiniten Regress zumindest notdürftig zu stopfen (und dies ist nur eins von vielen Problemen mit dem kosmologischen Beweis), wurde das Kalām-Argument entwickelt:

(P1) Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache für seine Existenz.
(P2) Das Universum begann zu existieren.
(S1) Daher: Das Universum hat einen Ursache für seine Existenz, diese nennen wir Gott.

Darauf folgt in der Regel eine sehr lange, umständliche Begründung von P2, während P1 allenfalls als “trivial” abgetan wird. Hm, soll mit dieser ausführlichen Beschäftigung etwa von P1 abgelenkt werden?

Ja, in der Tat. Die Religionisten werfen hier nämlich mehrere Bedeutungen des Begriffs “Ursache” in einen Topf. In der alltäglichen Verwendung hat tatsächlich “alles” eine Ursache oder einen Schöpfer: Bilder werden von einem Maler gemalt und Autos in einer Fabrik gebaut. Bei dieser Schöpfung oder Ursache handelt es sich aber lediglich um eine Umwandlung bestehenden Materials, eine creatio ex materia: Aus Leinwand und Pigment wird mithilfe eines Pinsels ein Bild, dieser Prozess ist seine Ursache, der Maler sein Schöpfer. Ebenso wird aus Metallerzen und Kohlenstoffen durch Prozesse wie Schmelzen oder Formen ein Auto.

Dieser ex materia Begriff “Ursache” ist jedoch völlig verschieden von der im zweiten Teil des Kalam-Arguments verwendeten Schöpfung ex nihilo, also der behaupteten Schöpfung des Universums aus dem Nichts, dem Nicht-Sein. Durch dieses Springen zwischen Bedeutungen soll der Eindruck erweckt werden, dass die Entstehung des Universums als creatio ex nihilo ebenso eine Ursache voraussetzt wie die einfache Umwandlung von Materie, die creatio ex materia.

Diese versteckt eingebrachte Behauptung ist aber komplett ohne Hinweise auf ihre Korrektheit: Tatsächlich weiß niemand, ob das Universum eine Ursache haben muss, denn niemand hat jemals so eine creatio ex nihilo beobachtet oder damit experimentiert. Es gibt solide Anzeichen dafür, dass man auch ohne externe Ursache auskommt: Kosmologen vermuten natürliche Raumfluktuationen, aus denen aus dem Nichts spontan und völlig ursachenlos Elementarteilchen entstehen, aus denen sich die Welt aufbaut.

Die Religionisten spielen also mit der Erwartung der Leser: Zuerst wird die intuitive Bedeutung des Begriffs “Ursache” eingeführt, dann zur kosmologischen Bedeutung gewechselt und schließlich so getan, als ob beide Bedeutungen, also creatio ex nihilo und creatio ex materia, das gleiche meinen. Tun sie aber nicht. Ehrliche Religionisten müssten stattdessen versuchen nachzuweisen, dass auch so eine Schöpfung aus dem Nicht-Sein eine Ursache benötigt. Das tun sie aber nicht.

Und selbst, falls das irgendwann irgendwem irgendwie gelingen sollte: Die Bezeichnung einer irgendwie gearteten Ursache des Universums als “Gott” ist völlig willkürlich. Der logische Sprung von der unpersönlichen Urkraft hin zu Bibel-Gott Jahwe mitsamt Bundeslade, Jesus und Marienwundern – dieser Sprung ist unendlich weit und bleibt völlig ohne jeden Beleg.

Falls sich jemand für einen aktuellen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich Kosmologie und speziell für die Vakuumfluktuationen als Quellen der Materie interessiert, empfiehlt sich Lawrence Krauss’ kurzes Buch “Ein Universum aus dem Nichts“.

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Warum eigentlich anonym?

Ab und zu gehen bei uns Anfragen ein, warum wir diesen Blog anonym machen. Was soll das? Haben wir Angst? Sind wir einfach zu feige unsere Gesichter zu zeigen?

Naja. MGEN wurde Anfang 2013 initiiert von drei Freunden, die um einen Küchentisch saßen und  über die Nachrichtenlage unglücklich waren – “Überall religiöse Gewalt, keine Trennung von Staat und Kirche, Benachteiligung von Religionsfreien und anderen Minderheiten. Überall Unrecht. Irgendwas müssen wir tun.” Wir sind also ganz normale Leute mit ganz normalen Jobs, nicht Berufsaktivisten mit sicheren Bezügen, wie z.B. Priester es sind. Wir haben Familien.

Nun gibt es in Deutschland und Europa immer wieder Akte religiöser Gewalt, das kann jeder in den Zeitungen lesen. Wer nicht dem richtigen Glauben folgt, der wird bedroht und niedergemacht. Zum Teil ist das physische Gewalt, also mit Fäusten, Messern und Kalaschnikows. Sogar der in den Medien immer wieder als Friedensbringer gefeierte Papst heißt Gewalt gegen Ungläubige ausdrücklich gut, und sagte in Bezug auf den Massenmord an den religionskritischen Witzemachern von Charlie Hebdo “Tja, wer meine Mutter beleidigt, der bekommt eben meine Faust ins Gesicht.” Wenn ich so etwas lese, wird mir ganz anders: Wir haben Familien.

Dazu kommst, dass die Religionisten, wenn sie in einem Land in der Mehrheit sind, auch strukturelle Gewalt durch Normen und Gesetze anwenden. Siehe z.B. Paragraph 166 des deutschen Strafgesetzbuchs:

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Bestraft wird die Tat oder Aussage, die eine “Störung des öffentlichen Friedens” hervorruft. Wenn wir hier also in einem Blogartikel die Absurditäten des Christentums, des Hinduismus oder des Islams beschreiben, und die Anhänger  dieser Religionen sind darüber so erzürnt, dass sie auf die Straße gehen, randalieren, Botschaften anzünden, Ungläubige tot schlagen oder atheistische Blogger mit Macheten zerhacken – dann wären wir laut deutschem Gesetz nicht etwa die Opfer, sondern die Schuldigen, also die eigentlichen Verbrecher, und müssten mit Gefängnis bestraft werden.

Michael Schmidt-Salomon sagte dazu in einem Interview: “Man muss sich vergegenwärtigen, dass nach deutschem Gesetz die Satiriker von Charlie Hebdo hätten verurteilt werden können, weil ihre Zeichnungen Fundamentalisten dazu animierten, Terrorakte zu begehen. Eine solche Umkehrung des Täter-Opfer-Verhältnisses dürfte es in einem modernen Rechtsstaat nicht geben.” Er hat recht. Und wir haben Familien.

Wie bereits beschrieben, wir haben ganz normale Jobs. In vielen Branchen aber, z.B. im gesamten Sozialbereich, bekommt man als bekannter Atheist/Humanist ganz schnell Probleme. Die Großkirchen, die ja die Kontrolle über den Sozialsektor haben (und sich dafür vom Staat prächtig bezahlen lassen), haben als Arbeitgeber weitreichende Sonderrechte. Jeder hat schon von Kündigungen gelesen, weil eine Kindergärtnerin ihre Freundin heiraten wollte oder ein Arzt zum zweiten Mal eine Ehe geschlossen hat. Es wird sogar Leuten mit Jobverlust gedroht, deren “Verbrechen” darin besteht standesamtlich heiraten zu wollen, und auf eine kirchliche Trauung zu verzichten. Ganz ehrlich: Ich mag diesen Blog. Aber ich möchte nicht seinetwegen meine Stelle verlieren.

Wir bitten um euer Verständnis, dass wir MGEN auch weiter anonym betreiben wollen. Schön finden wir das eigentlich nicht. Es mag euch vielleicht auch feige erscheinen. Aber solange die Verhältnisse sind, wie sie sind, möchten wir uns und unser Umfeld schützen. Außerdem: Im Endeffekt geht es ja hier nicht um die Schönheit unserer Nasen, sondern um die Stichhaltigkeit der Argumente.

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Der grammatikalische Gottesbeweis von Robert Spaemann

Robert Spaemann ist ein katholischer Theologe, der sich der mäßig interessierten Öffentlichkeit gern als “Naturphilosoph” vorstellen lässt. Als Höhepunkt seines Schaffens hat Spaemann vor einigen Jahren einen grammatikalischen Gottesbeweis an den Start gebracht. Und der geht (etwas gekürzt) so:

  1. „Das Futurum exactum, das zweite Futur ist für uns denknotwendig mit dem Präsens verbunden. Von etwas sagen, es sei jetzt, ist gleichbedeutend damit, zu sagen, es sei in Zukunft gewesen. In diesem Sinne ist jede Wahrheit ewig […] Das Gegenwärtige bleibt als Vergangenheit des künftig Gegenwärtigen immer wirklich.“
  2. „[…] Aber von welcher Art ist diese Wirklichkeit? …] Es hat seine Wirklichkeit eben im Erinnert werden. […] Aber die Erinnerung hört irgendwann auf.“
  3. Wenn die zukünftige Erinnerung auf Vergangenes endet, hat es auch nie eine Gegenwart gegeben: „Der Satz »In ferner Zukunft wird es nicht mehr wahr sein, dass wir heute Abend hier zusammen waren« ist Unsinn. Er lässt sich nicht denken. […] Wer das Futurum exactum beseitigt, beseitigt das Präsens.“ Und das kann nicht sein entsprechend (1.)
  4. „Aber noch einmal: Von welcher Art ist diese Wirklichkeit des Vergangenen, das ewige Wahrsein jeder Wahrheit? Die einzige Antwort kann lauten: Wir müssen ein Bewusstsein denken, in dem alles, was geschieht, aufgehoben ist, ein absolutes Bewusstsein. Kein Wort wird einmal ungesprochen sein, kein Schmerz unerlitten, keine Freude unerlebt.  Geschehenes kann verziehen, es kann nicht ungeschehen gemacht werden. Wenn es Wirklichkeit gibt, dann ist das Futurum exactum unausweichlich und mit ihm das Postulat des wirklichen Gottes.“
  5. Zusammenfassend kann gesagt werde, alle Tatsachenwahrheiten sind ewige Wahrheiten. „Keine Tatsache wird jemals wieder falsch. Dies heißt aber, dass weder die Natur noch der menschliche Geist der Ort dieser Wahrheit sein können. Es kann also nur ein unendliches Bewusstsein sein. Ein solches absolutes Bewusstsein können wir nur Gott zuschreiben“

Da ich keine Lust hatte Spaemanns bescheiden betiteltes Buch “Der letzte Gottesbeweis” zu kaufen, zitiere ich hier aus dem Aufsatz “Glaube und Vernunft” von Tilo Rabs.

Spaemanns Fehler liegt in der völlig unbelegten Behauptung der Punkte 2 und 3: Faktisches bleibt nicht faktisch, weil sich jemand daran erinnert. Sondern, weil es geschehen ist. Ansonsten wären Fakten, von denen nur ich allein weiß, die ich dann aber vergesse, keine Fakten mehr. Wenn ich aber vor dem Urlaub den Gasherd aufdrehe, schützt mich auch Vergessen nicht vor dem Hausbrand. Ein Baum im Wald fällt auch dann um, wenn niemand zusieht. Daher muss Faktisches auch nicht irgendwie in einem Bewusstsein gespeichert werden.

An diesem Punkt ist die Diskussion eigentlich vorbei: Mit dem Wegfall der Punkte 2 und 3 bricht Spaemanns Ansatz zusammen, der Beweisgang ist ungültig.

Aber die Frage bleibt: Wie kommt Spaemann auf diesen Logikspagat? Ich vermute, dass er sich als Ausgangspunkt in der Welt umschaut und sagt “Hm, es gibt so viel Leid. Es gibt aber ganz, ganz sicher einen allgütigen, allmächtigen Jahwe. Wie kann das sein?” Seine Lösung für dieses Dilemma ist die vieler Christen: “Ja, wenn du vergewaltigt wirst, dann leidest du zwar, aber der gütige Gott leidet mit dir, und darum ist alles wieder gut.” Was es mir helfen soll, wenn jemand zuschaut, während ich gefoltert werde, bleibt mir unklar. Na gut. Spaemanns Problem: Wenn es aber Gott mit seinem ewigen Bewusstsein nicht gibt, dann bricht dieses Hilfkonstrukt zusammen und das Leid in der Welt wäre – oh Schreck! – sinnlos. Für Spaemann ein unmöglicher Zustand. Also muss es Jahwe geben. Das ist der Ausgangspunkt für seinen Gottesbeweis: Es gibt den Gott, und um das Leid auf der Welt zu erklären, muss der Gott mit den Menschen mitleiden. Wenn der mitleidende Geist nicht ewig wäre, dann wäre die Erinnerung an geschehenes Leid irgendwann vorbei, das Leid würde also nachträglich sinnlos. Das kann laut Spaemann nicht sein. Also muss der ewige Gott existieren. Punkt.

Kurz: Spaemann setzt also die Existenz seines Gottes voraus, um dann nach einigem (falschen) Argumentieren die Existenz seines Gottes zu folgern. Sein Weltbild bleibt dabei unglaublich verengt und widersprüchlich.

Bewertung des Gottesbeweises: 7/10 Piepvögel, 0/10 Überzeugungspandas.

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Legal? Illegal? Scheißegal! – Staat überweist Kirche halbe Milliarde Euro

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Auch 2015 haben die deutschen Bundesländer der evangelischen und katholischen Kirche wieder eine Rekordsumme an Staatsleistungen überwiesen, im vergangenen Jahr waren es 510 Millionen Euro. Dass die jeweils gültige deutsche Verfassung seit 1919 eine Trennung von Staat und Kirche und eine Ablösung der Zahlungen befiehlt – das wird seit fast hundert Jahren geflissentlich ignoriert.

Diese Staatsleistungen legen die deutschen Bundesländer großzügig auf die diversen sonstigen Zahlungen an die Großkirchen obendrauf: auf die Kirchensteuer, die Zahlungen an die religiösen Sozialbetriebe und die Bezahlung der Bischofsgehälter (Bischöfe sind in Deutschland Staatsbeamte). Ab und an liest man von Initiativen die Staatsleistungszahlungen zu beenden, die werden dann von den anrückenden Lobbyisten schnell erstickt. (Obwohl: “Anrücken” müssen die Kirchenlobbyisten oft gar nicht, denn in vielen Landtagen haben sie eh ständige Büros)

Staatsleistungen – Zahlungen auf Rekordniveau

Woher stammen diese angeblichen Verpflichtungen? Für die katholischen Bistümer ist es so: Als Folge der Französischen Revolutionskriege wurde in den Jahren 1802-3 das Deutsche Reich politisch neu strukturiert. In diesem Rahmen wurden auch die Reichslehen der katholischen Fürstbischöfe eingezogen und neu vergeben. Diese Fürsten erhielten von ihren adeligen Standesgenossen ein Gehalt auf Lebenszeit zugesagt, die Staatsleistungen. Die Reichsfürsten wollten damit den nun pfründelosen Bischöfen, mit denen sie ja meist verwandt waren, eine ihrem adeligen Stand “angemessene” Lebensführung ermöglichen. Mit dem Tod des letzten betroffenen Fürstbischofs hatten diese Staatsleistungen damit bereits im 19. Jahrhundert ganz offensichtlich ihre Berechtigung verloren. Die “Verpflichtungen” gegenüber den evangelischen Kirchen sind zumeist noch älter, sie stammen aus dem Umfeld des Dreißigjährigen Krieges.

Die Neuordnungen der Staatsstruktur waren aus damaliger Sicht jedoch politisch und juristisch angemessen und im Wesentlichen Folgen verlorener Kriege. Die ab und an gehörte Analogie, die Staatsleistungen seien wie die “Miete für eine Wohnung”, greift nicht: Dieser Argumentation folgend könnten die Araber von Spanien eine “Miete” für Andalusien verlangen, oder Deutschland eine “Miete” von Frankreich für Elsass-Lothringen. Den Lobbyisten möchte ich sehen, der das vorschlägt.

Mit dem Beginn der deutschen Demokratie und der damit verbundenen Abschaffung des Adels und der Staatskirchen 1919 wurde dieses “neue” Verhältnis in der Weimarer Verfassung (Artikel 137, 138) fixiert. Die Regelungen dieser Artikel bleiben auch im Grundgesetz (Artikel 140) erhalten und wirksam. Staat und Kirche sind also in Deutschland getrennt, Staatsleistungen an die Kirchen müssen abgeschafft werden. Trotzdem schaffen es Kirchenvertreter und die Kirchenlobby in den Parlamenten in geschickter Weise immer wieder die Fortzahlung durchzusetzen.

Evangelische Kirchen – Austritte auf Rekordniveau

Eine andere Rekordzahl wird fast zeitgleich gemeldet: Die Zahl der Austritte aus den evangelischen Landeskirchen hat einen neuen Höchststand seit 1995 erreicht. Fast exakt 270.000 Protestanten, also mehr als eine Viertelmillion, verließen 2014 die evangelische Kirche. Das waren 53 Prozent mehr als 2013.

Legt man beide Zahlen nebeneinander, wundert man sich nicht, warum die evangelische Kirche im Gegensatz zu den Katholiken manchmal vage Verhandlungsbereitschaft bezüglich einer Ablösungen der deutschen “Schulden” aus dem Dreißigjährigen Krieg signalisiert. Man könne sich z.B. eine Aufgabe der Forderung gegen eine Einmalzahlung in zehn- bis vierzigfacher Höhe vorstellen. Hier versucht die Kirche offensichtlich noch schnell einen money grab, bevor ihr die Basis – und damit die politische Unterstützung für die absurd begründeten Zahlungen – komplett wegbricht.

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Die Evolution und ihre Theorie

Man muss es klar sagen: Kreationismus, also die Idee, dass die Welt mitsamt all ihrer Bewohner vor ca. 6000 Jahren quasi fix und fertig in sieben Tagen von Gott Jahwe geschaffen worden ist, ist eine der albernsten Ausprägungen aller religiöser Vorstellungen. Die Kreationisten haben als Hauptfeinde den gesunden Menschenverstand, sämtliche Wissenschaften und da insbesondere die Evolutionsbiologie ausgemacht. Im Kampf gegen diese “Irrlehren” werden ganz offensichtliche Tatsachen ausgeblendet, verdrängt, verleugnet; es wird geschimpft, geschrieen und gedroht. Die Evolution muss auf diese Religionisten extrem bedrohlich wirken.

If Americans come from Europeans, why are there still Europeans?

If Americans come from Europeans, why are there still Europeans?

Die Argumente der Kreationisten sind dabei stets von erstaunlicher – hm – Schlichtheit: “Wenn die Menschen von Affen abstammen, wieso gibt es dann noch Affen?” – “Die Welt ist so schön, sie muss einfach geschaffen worden sein!” (siehe Photos, der Rest der Bilderserie findet sich bei Buzzfeed)

Solch ein Level naiver Dummheit lässt sich nur dann halten, wenn man die Leute bewusst schlecht informiert, also anlügt. Absurd sind daher auch die von Predigern eingeimpften Vorstellungen, was die Evolution denn eigentlich sei. Nein, liebe Kreationisten, die Evolution sagt nicht, dass “ein Hund zu einem Adler werden wird, […] wenn er oft genug versucht über Klippen zu springen”,  oder dass bei der Entstehung der ersten Menschen aus purem “Zufall viele Menschen en[t]standen sind die [z]ufällig alle ziemlich identisch waren“. Oder auch der beliebte Klassiker: Die “Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch eine zufällige Laune der Natur ist, ist so hoch als ob ein Wirbelsturm über einen Schrottplatz fegen würde und die Schrottteile zu einer startbereiten Boeing 747 zusammenfügen würde.”

Ist das noch Dummheit oder schon Dreistheit? Egal, es ist zum Haare raufen! Evolution ist ja eben nicht willkürlicher Zufall, sondern die ungelenkte Anpassung an die Umwelt. Damit Evolution funktioniert, sind lediglich zwei Voraussetzungen nötig:

1. Lebewesen werden mit erblichen, aber variierenden Merkmalen geboren, z.B. mehr oder weniger schreckhaft, lange oder kurze Beine, viele oder wenige Haare.

2. Einige dieser Variationen sind in der jeweiligen Umwelt günstiger als andere. So haben in einer Savanne mit Raubtieren z.B. schreckhafte Tiere mit langen Beinen einen Überlebensvorteil gegenüber ihren gemütlichen Kollegen. Sie können sich öfter fortpflanzen und geben so die Merkmale weiter.

Das ist alles. Wer diese beiden Punkte vernünftig und zutreffend findet, akzeptiert damit die Evolution. Mehr ist da nicht, der Rest folgt automatisch. Evolution ist ein Fakt. Liebe Religionisten, gewöhnt euch dran.

Findest du auch Krebs, Pocken und Ebola "amazing"? So wie auch Tsunamis, Erdbeben und Hurricanes als Zeichen göttlicher Liebe?

Besonders “amazing” sind Krebs, Pocken, Ebola, Tsunamis, Erdbeben und Hurricanes als Beweis allgütiger, göttlicher Liebe.

Intelligent Design: “Evolution ist ja bloß eine Theorie!”

Neben der faktisch vorhandenen Evolution gibt es auch noch die Evolutionstheorie. Eine wissenschaftliche Theorie ist ein gut funktionierendes Modell, das Aspekte der Welt erklärt und Vorhersagen zu deren Verhalten macht. Die Evolutionstheorie beschreibt das Ineinandergreifen der biochemischen Mechanismen der Evolution, die Prozesse der natürlichen Auslese und den historischen Ablauf der Entstehung der Arten.

Ein direktes Analogon zum Verhältnis Evolution/Evolutionstheorie ist die Gravitation/Gravitationstherie: Gravitation ist ein Fakt – Durch Leugnen wird man auch nicht leichter. Die Gravitationstheorie (“Zwei Massen ziehen sich antiproportional zum Quadrat ihrer Entfernung an, weil …”) erklärt nun die Zusammenhänge hinter diesem Phänomen, so dass z.B. Flugbahnen vorhergesagt werden können. Ein weiteres Fakten- und Theoriepaar sind Krankheiten/Keimtheorie. Die Keimtheorie der Krankheiten erklärt, wie Krankheiten von Bakterien und Viren verursacht werden. Sie war lange sehr umstritten: Man ging damals mit kirchlichem Segen davon aus, dass wahlweise Dämonen oder ein “Ungleichgewicht der Körpersäfte” Krankheiten verursachen.

Intelligent Falling: “Gravitation ist ja bloß eine Theorie!”

Alle diese Theorien haben eins gemeinsam: Sie stehen nicht nur in irgendwelchen Lehrbüchern, sondern werden täglich überall auf der Welt angewandt, und zwar in so verschiedenen Feldern wie Baustatik, Bierbrauen, Botanik, Chemie, Flugzeugbau, Landwirtschaft, Medizin, Physik, Tennis und Zoologie. Falls also jemand eine alternative Idee vorschlagen möchte, z.B. Kreationismus, die Dämonentheorie der Krankheiten oder die Intelligent Falling-These (“Gravitation ist ein Hoax, Engel drücken alle Dinge ständig auf die Erde!!”), der müsste auch plausibel erklären, warum diese Wissenschafts- und Technikfelder so funktionieren, wie sie funktionieren. Kreationismus lehnt aber nicht nur die Evolutionstheorie ab, sondern auch die beobachteten Fakten der Evolution. Als Alternative behaupten die Kreationisten “Es war Magie! Ein Gott hat das alles magisch herbei gezaubert!!” – Woher sie das wissen? Na, das haben sie in ihrem Zauberbuch gelesen.

Während in den USA Kreationisten meist mit dem stramm rechten Teil der Spektrums verbunden sind, denken in Deutschland auch alternative Kuschelprotestanten darüber nach, ob “Evolutionstheorie und Schöpfungtheorie” nicht doch irgendwie auf eine Stufe gestellt werden können. Die Antwort ist natürlich: Nein. Die Evolution ist ein beobachteter Fakt, während die “Schöpfungstheorie” keine Theorie ist, sondern lediglich eine zweitausend Jahre alte Geschichte.

Warum also ziehen so viele Religionisten in einen wütenden Kreuzzug gegen die Evolution und ihre Theorie, und halten gegen jeden Sinn und Verstand an ihren Kreationismus-Ideen fest? Ich schätze, Richard Dawkins hat recht: Da die Vielfalt des Lebens auf der Welt durch die Mechanismen der Evolution einfach und elegant erklärt wird, fällt auch das letzte der klassischen Argumente für die Existenz eines Gottes – das teleologische Argument – weg. Da die ontologischen und kosmologischen Argumente ganz offensichtlich Unsinn sind, gibt es seit Darwins augenöffnender Entdeckung keinerlei Grund mehr, noch an den Bibelgott Jahwe zu glauben.

Als Bonus nun noch eine islamische Tiefgaragenversion des Kreationismus. Anderswo ist man offenbar auch nicht schlauer.

Dass ein hochkomplexes Wesen wie ein Gott zufällig aus dem Nichts entsteht, ist in etwa so wahrscheinlich wie das Entstehen einer flugfähigen Boeing 747 durch einem Tornado auf einem Schrottplatz – Unmöglich!

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Wer hat den besten philosophischen Gottesbeweis aller Zeiten? Deine Mudda!

Ehrlich, der philosophische Gottesbeweis deiner Mutter ist auf jeden Fall besser als der von Klaus Wagn. Wer Klaus Wagn ist, weiß ich nicht. Er sieht sich als Philosoph, und daher, so denkt er offenbar, muss der von ihm selbstgebastelte und ins Netz entlassene Gottesbeweis wohl ein philosophischer sein. Rational, logisch oder auch nur mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar ist er jedenfalls nicht. Auf besonderen Wunsch hier eine knappe Analyse.

Ich versuche dazu zunächst Klaus Wagns Gedankengänge gekürzt aber sinnerhaltend wiederzugeben. Das ist gar nicht so einfach – und zwar nicht wegen etwaigen philosophischen Tiefgangs. Wagn gliedert seinen Beweis in sechs Abschnitte, die er von eins bis sieben nummeriert. Was dabei aus Abschnitt 3 geworden ist, wer weiß das schon?

1. Es gibt das Materielle und das Immaterielle. Das Immaterielle ist naturwissenschaftlich weder zu widerlegen noch zu beweisen. Naturwissenschaften sind materialistisch.

2. Was etwas ist, wird durch das definiert, was es nicht ist: Das Bewusstsein definiert Materie dadurch, dass es sie von allem anderen unterscheidet, das Materie nicht ist. Durch die sprachliche Definition von Materie (unterscheidend zu Immaterie) wird jedoch klar, dass Immaterie existieren muss. Da Materie schon vor den Menschen existiert hat, muss ein anderes Bewusstsein sie definiert haben, weil … sonst ergibt das ja keinen Sinn!!

4. “Das Immaterielle ist das, was nicht ist – also das Nichts. Aber ein Nichts, das es in sich hat.” Materie ist vergänglich und hat immer eine Ursache. Das Immaterielle ist unvergänglich und ursachenlos. Als Beweis folgt ein Bibelzitat (Prediger 3.11).

5. Das Materielle ist alles, was eine Ursache hat. “Ein Brief hat eine Ursache, und der Regen hat eine Ursache. Dass Menschen geboren werden hat seine Ursache und dass Menschen sterben hat seine Ursache. Die Erde hat ihre Ursache und das Universum hat seine Ursache.” Diese Ursache kann nicht materiell sein, denn “Materie für sich allein ist nicht definiert und daher nichts.”

6. Um Materie zu erdenken muss es ein permanentes Bewusstsein geben. Dieses eine, allmächtige und unveränderliche Bewusstsein ist Gott, der daher existieren muss. Beweise: div. Bibelstellen.

7. Die Alltagsverwendung des Verbs “Glauben” (wie in “Ich glaube ich habe das Licht ausgemacht”) ist identisch mit religiösem Glauben (wie in “inbrünstiger Glaube”). Auch Physik (und implizit auch alles andere) “beruht ausschließlich auf Glauben, denn das System der Physik an sich kann nicht bewiesen werden.” Man kann also grundsätzlich nur glauben, nichts beweisen. Glaube an Gott ist dasselbe wie der eben beschriebene “Glaube an die Physik”. Glaube an die Physik hat sich “in der Praxis bewährt”. Weil Glaube=Glaube, hat sich daher auch der Glaube an den Christen-Gott bewährt und muss daher stimmen. q.e.d.

Noch jemand dabei? Hurra!

Üblicherweise ist es bei Argumenten für die Existenz von Göttern so, dass sich während eines mehr oder weniger durchdachten Beweisgangs irgendwo ein Fehler einschleicht (oder bewusst versteckt eingebracht wird), weswegen der primäre Schluss (“Und darum stimmt meine Religion!!”) inhaltlich falsch ist. Dass jedoch jeder einzelne Schritt komplett falsch ist, das hatte ich noch nicht. Bis jetzt.

Zu 1. und 2.: Wagn definiert sich hier “das Immaterielle” zurecht, das er von aller Materie streng unterscheidet. Dessen Existenz begründet er ontologisch. Das geht natürlich nicht: Nur weil ich etwas begrifflich machen kann, muss es noch lange nicht wirklich existieren. Außerdem: Das rein Immaterielle, selbst falls es irgendwie existieren sollte, ist für uns materielle Wesen in keiner Weise relevant. Um nämlich relevant zu sein, müsste es sich in irgend einer Form in der Welt manifestieren. Um Einfluss auf “das Materielle”, also auch uns, zu haben, müsste “das Immaterielle” Lottokugeln schieben, Synapsen in Gehirnen beeinflussen, Jesus auf die Erde schicken, was auch immer. Es muss Quanten umdrehen und Atome schubsen. Dann wäre es jedoch nicht mehr immateriell, sondern zumindest teilweise materiell verankert. Die strenge Unterscheidung materiell/immateriell bei gleichzeitiger Annahme der (wenn auch vielleicht nur indirekten) Beeinflussung von Materie durch Immaterie ist falsch. Wagn kann nicht beides haben.

Zu 4. und 5.: Hier geht Wagn den üblichen Weg aller kosmologischen Beweise: Er behauptet, dass “das Universum” eine Ursache haben müsse. Er begründet das damit, dass viele Alltagsdinge wie Regen oder Briefe ebenfalls eine Ursache haben. Hier spielen zwei Bedeutungen des Begriffs “Ursache” eine Rolle, die unser Philosoph munter in einen Topf wirft, wie das andere Apologeten meist mit dem Begriff “Schöpfung” machen: Ja, wenn ich ein Auto baue oder einen Brief schreibe, dann bin ich in der Tat deren Schöpfer, deren Ursache. Schöpfen bedeutet hier, dass ich bestehende Materie nehme und umforme. Aus Papier und Pigment wird mithilfe eines Stifts ein Brief, aus Metallerzen und Kohlenstoffen wird durch Prozesse wie Schmelzen, Formen, etc, ein Auto. Dieser ex materia Begriff “Ursache” ist jedoch völlig verschieden von der von Wagn behaupteten Schöpfung ex nihilo, also der behaupteten Schöpfung des Universums aus dem Nichts, dem Nicht-Sein. Es ist aber so: Niemand weiß, ob das Universum eine Ursache haben muss, denn niemand hat jemals so eine creatio ex nihilo beobachtet oder damit experimentiert. Es gibt solide Anzeichen dafür, dass man auch ohne auskommt: Kosmologen vermuten seit etwa zehn Jahren natürliche Raumfluktuationen, aus denen aus dem Nichts spontan und völlig ursachenlos Elementarteilchen entstehen, aus denen sich die Welt aufbaut – aber eine naturwissenschaftliche Erklärung wird Herrn Wagn wohl kaum zufrieden stellen.

Zu 6.: Die eben (falsch) für notwendig erklärte Ursache des Universums muss lt. Herrn Wagn ein zeitloser, immaterieller, ewiger Geist sein. Wir erinnern uns: dessen Existenz hatte er in 1. und 2. eben noch (falsch) herbeidefiniert. Wagn behauptet wie bei kosmologischen Beweisansätzen üblich ohne weitere Belege, dass dieser immaterielle, aber irgendwie doch materiell wirksame Geist sein christlicher Gott sei. Eigentlich ist sein (falscher) Beweis damit fertig.

Wissenschaft ist Glaube – Wissenschaft funktioniert – Daher stimmt Glaube!!

Als Dessert beschert uns Wagn dann aber noch seinen Punkt 7: Beweise (für irgend etwas) seien sowieso komplett unmöglich und auch überflüssig. Wissenschaft sei wie Religion “auch nur Glauben” – und da Wissenschaft funktioniert, muss Glauben funktionieren, also auch der christliche Glaube, der daher stimmen muss. Dies begründet er sprachlich, indem er sich aus den verschiedenen Bedeutungen des Begriffs “Glauben” eine einzelne herauspickt, die er dann für einzig gültig erklärt. Nebenbei erklärt er damit allerdings auch seinen Gottesbeweis aus 1.-6. für ungültig. Warum auch immer, vielleicht hat er beim Schreiben die Übersicht verloren. Wir befinden uns mittlerweile immerhin auf dem Umdefinierniveau von Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke“.

Fazit: Wagn argumentiert im Wesentlichen ontologisch, also sprachlich mit der Bedeutung von Begriffen. Dabei wirft er verschiedene Bedeutungen durcheinander und verbiegt sie, wie es gerade passt. Seine Unterteilung materiell/immateriell ist nicht haltbar. Seine Verwendung des Begriffs “Ursache” ist zumindest falsch, vielleicht auch absichtlich irreführend. Als Beweis für seine These von der Notwendigkeit eines immateriellen Bewusstseins als Ursache der Welt zitiert er lediglich ein altes Buch.

Nichts davon ist irgendwie neu oder originell, hier jedoch überdurchschnittlich verschwurbelt. Wagns Gedankengang “Wissenschaft ist auch nur Glaube – Wissenschaft funktioniert – Daher funktioniert Glaube – Daher funktioniert auch der christliche Glaube – Darum existiert der christliche Gott” ist allerdings im französisch-champagnerseligen Sinne spektakulär.

In anderen Traktaten hält sich Autor Wagn ebenfalls nur noch mit den Fingernägeln knapp an der schnell rotierenden Realität fest: “Die Evolutionstheorie setzt den philosophischen Materialismus voraus – also die Religion, dass Materie von Geist unabhängig ist. Materie ist jedoch ohne Geist nicht denkbar, denn sie ist ohne Geist nicht definiert und auch nicht definierbar. Was nicht definiert ist, kann aber nicht sein – es ist zugleich alles und nichts.”

Diese kurze Betrachtung (“kurz” hier in der Bedeutung von “sehr lang”) dürfte gezeigt haben, dass man – ob materiell oder immateriell –  diesen Autoren nicht weiter ernstzunehmen braucht.

Bewertung des Gottesbeweises: 10/10 Piepvögel.

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Vermischte Anfragen 2015: Der Teufel und die Hamster-Pornos

“War Einstein Christ?” (Nein) – “Gibt es Beweise für die Evolution?” (Ja) – “Existiert das Übernatürliche?” (Die Frage ist falsch gestellt) – Jeden Tag geben Menschen Anfragen in Google ein und landen dann bei uns. WordPress sammelt die Anfragen und listet sie schön übersichtlich auf. Auf die meisten dieser Fragen finden sich zahlreiche Antworten überall im Netz, und eben auch bei MGEN. Einige sind aber spezieller, Antworten sind da eher dünn gesäät. Darum hier als MGEN-Leserservice exklusive Antworten auf sehr spezielle Suchanfragen aus dem Jahr 2015:

wieso seid ihr atheisten? – Ganz klar, weil wir sauer auf Gott sind. Als Kinder haben wir ganz doll für ein Pony gebetet, das Gott uns aber nie geschenkt hat. Wir vermuten daher, dass Gott uns hasst, weil wir Atheisten sind.

wofuer hat gott den tornado geschaffen? – Gott hat die Tornados geschaffen, um Ihnen seine allumfängliche Liebe zu demonstrieren. Ebenso wie Tsunamis, Erdbeben, Hurricans und lustige Krankheiten wir Krebs, Pocken und Ebola. naturkatastrophen, erdbeben, terror, das gehts doch immer schon gegeben – Sehen Sie, das ist der Beweis.

welche Übersetzung benutzen Johannes und jesus? – Jesus und Johannes, die ja viel Umgang mit der römischen Besatzungsmacht pflegten, hatten im Alltag immer den Kleinen Stowasser dabei.

existiert der teufel? – Ja. Der Teufel liegt, wie allgemein bekannt ist, im Detail. Das “Detâil” ist ein Zweieinhalb-Sterne-Hotel auf Gran Canaria, in dessen Pool-Bereich sich der Teufel für gewöhnlich aufhält. Die Zimmer sind nicht sonderlich luxuriös, doch das Fruehstücksbuffet ist für den Preis ganz okay und die  Margaritas sind süffig. Gerade richtig für Urlauber mit beschränktem Budget oder überwinternde Rentner.

Ist Jahwe Programmierer?

warum stimmt die evolutionstheorie nicht? – Die Evolution ist, wie allgemein bekannt, “bloß eine Theorie” und daher grundsätzlich nicht weiter ernstzunehmen. Ähnlich übrigens wie die Gravitationstheorie und die Keimtheorie, alles Mumpitz dieser arroganten, Gott hassenden Wissenschaftler. Besonders lächerlich ist, dass diese Darwinisten tatsächlich glauben, dass dass “ein Hund zu einem Adler werden wird, […] wenn er oft genug versucht über Klippen zu springen”, oder aus purem “Zufall viele Menschen en[t]standen sind die [z]ufällig alle ziemlich identisch waren“. Lä-cher-lich! Die sogenannten Wissenschaften wie Medizin, Botanik, Geologie, Land- und Forstwirtschaftskunde, Zoologie und Biochemie, die die Evolutionstheorie täglich anwenden, sind alle falsch! Diese irrgeleiteten Darwinisten schaffen es “nicht mal nur deutsche oder nur englische Begriffe zu verwenden“!! Da sieht man’s mal wieder!!!

gedicht du sagst gott ist nicht real – Nee, da müssen Sie schon selbst ran.

ist jahwe programmierer? – Ja, es ist wahr: Bibel-Gott Jahwe ist hauptberuflich Anwendungsprogrammier bei Yahoo und hat als Hobbyprojekt das Universum in Javascript programmiert. Das erklärt natürlich auch, warum die Welt so supergut funktioniert.

nach der bibel wurde thyros nie wieder aufgebaut, stimmt das? – Nope, Tyros ist eine Stadt im Libanon mit etwa 100.000 Einwohnern. Die Bibel prophezeit, dass König Nebukadnezar von Babylon die Stadt einnehmen und dem Erdboden gleich machen würde. Nach einer langen Belagerung (während der die entsprechenden Passagen wohl geschrieben wurden) verhandelten die Bewohner eine einigiermaßen friedliche Übergabe und akzeptierten die babylonische Oberhoheit. Danach ließ sich die etwas peinliche, gescheiterte “Prophezeiung” offenbar nicht mehr aus der Welt schaffen.

Gibt es Beweise?

halten sie die schlussfolgerungen pascals hinsichtlich der annahme eines gottes für plausibel? – Nein.

ist jahwe kult? – Ja. Spätestens, seit Jahwe seinen Auftritt beim Eurovision Song Contest 2007 weinend abgebrochen und sich zum Alkoholentzug in ein bayrisches Kloster zurück gezogen hat, genießt Jahwe in Deutschland Kultstatus. Seines aktuelles Album “Am Rande des Wahns” inklusive der Duet-Single “Für dich teil ich das Meer” mit Thomas Anders wurde von den Kritikern zerrissen, verkauft sich aber wie geschnitten Mana.

gibt es beweise fuer uebernatuerliche wesen? – Ja sicher. Krishna, Allah, Jahwe, Gaia, Zeus, Istar, Odin, Anansi, Isis und Osiris, Baal, etc, all diese übernatürlichen Wesen sind selbstverständlich total real. Fragen Sie mal ihre jeweiligen Priester.

hamster porno sehen wo muß ich drauf drücken? – Uhm, … jetzt weiß ich auch nicht weiter. Wir wünschen all unseren Leserinnen und Lesern eine schöne Weihnachszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2016.

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Darauf wissen wir leider auch keine Antwort

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November ist Kirchenaustrittsmonat

Falls ihr jemanden kennt, der mit dem Gedanken spielt aus der Kirche auszutreten, oder jemanden, der im kommenden Jahr 2016 zum ersten Mal ein steuerpflichtiges Gehalt bekommt: Im November ist der Zeitpunkt zum Kirchenaustritt.

Die Kirchensteuer wird immer anteilig vom Jahreseinkommen erhoben. Falls also jemand in 2016 zum ersten Mal ein regelmäßiges Gehalt bekommt oder eine Gehaltssteigerung oder Einmalzahlung absehbar ist, wirkt sich das spürbar auf die Steuerlast aus. Die Rechnung geht so: Wenn ihr ab 1. Juli 2016 Gehalt bekommt und erst zum 30. Juni aus der Kirche austretet, seid ihr nicht etwa aus dem Schneider, sondern müsst auf euer Jahresgehalt 6/12 der jährlichen Kirchensteuer zahlen.

Zur Erklärung der Details hier Matthias “Skydaddy” Krause, der sich in Kirchenfinanzfragen vorzüglich auskennt:

1.) In vielen Bundesländern endet die Kirchensteuerpflicht erst mit Ablauf des auf den Kirchenaustritt folgenden Monats. Wer also erst im Dezember austritt, ist im Januar des Folgejahres noch kirchensteuerpflichtig.

2.) Die Kirchensteuer wird nicht von den monatlichen Einkünften erhoben, sondern anteilig vom Jahreseinkommen. Für jeden Monat, in dem man kirchensteuerpflichtig war, ist ein Zwölftel der „regulären“ Kirchensteuer zu zahlen (wenn man das ganze Jahr über Mitglied gewesen wäre).

Ebenso gilt für Ehen oder Lebenspartnerschaften: Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das “Besondere Kirchgeld” in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja die Gleichstellung  homosexueller Paare generalstabsmäßig hintertreibt, auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Wie bereits anderswo beschrieben: Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

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