Alle müssen kriechen vor dem Christen-Gott: Kirche und Hessen-CDU wollen Verfassung ändern

In Hessen, wie im Rest der Republik auch, ist eine große Mehrheit der Menschen atheistisch, die Zahl der Kirchenmitgliedschaften sinkt rapide. Die Großkirchen sehen ihre Privilegien schwimmen und wollen so lange es noch geht so viele Sonderrechte wie möglich durch den Gesetzgebungsprozess drücken. So soll jetzt an verschiedenen Stellen ein Gottesbezug in die Hessische Verfassung aufgenommen werden. Das sieht erstmal harmlos aus, ermöglicht dann aber das sog. Overbeck-Manöver: Zuerst setzt man alle Hebel in Bewegung um Gott Jahwe und die Kirchen in den Verfassungen zu verankern. Gegenüber skeptischen Nachfragen behauptet man, dass damit ja gar nicht der Christen-Gott gemeint sei, sondern ein vage allgemeiner Gott, auch der „Gott der Atheisten“, dass die Verankerung in der Verfassung rein gar nichts schade und überhaupt nicht religiös, sondern irgendwie rein kulturell gemeint sei – alles vollkommen harmlos. Wenn man es jedoch erstmal geschafft hat, dann folgt die 180-Grad-Wende: Jetzt lassen sich die Macht der Kirchen, die Sonderrechte und die gewaltigen Zahlungen des Staates an die Kirchen ganz fantastisch verteidigen mit „Wir machen bloß, was die Verfassung uns aufträgt. Wir selbst bestehen gar nicht auf unseren Sonderrechten, der Gesetzgeber will das so.“

In einer Petition schreibt der HVD Hessen: „Gemeinsam mit den beiden Großkirchen will die CDU „die Verantwortung vor Gott“ als Passus in die hessische Landesverfassung aufnehmen. Anlass dazu bietet die vor über einem Jahr eingerichtete Enquetekommission „Verfassungskonvent zur Änderung der Verfassung des Landes Hessen“. Bereits am Mittwoch, den 15. Februar 2017, soll dazu eine öffentliche Anhörung im Landtag in Wiesbaden stattfinden.

Der Humanistische Verband sowie die Humanistische Gemeinschaft Hessen stellen sich als Interessenvertretung nichtreligiöser Menschen gegen diese Ausgrenzung und Bevormundung. Auch in Hessen machen Atheisten und nichtreligiöse Menschen einen immer größeren Teil der Bevölkerung aus.

Wir fordern den Hessischen Landtag dazu auf keinen Gottesbezug in den Entwurf für die hessische Landesverfassung aufzunehmen!“

Hier geht’s zur Petition

Liebe Hessinnen und Hessen, jetzt ist es an der Zeit sich mit eindeutigen EMails an eure Landtagsabgeordneten zu wenden. Ein Verzeichnis der Abgeordneten inklusive EMail-Adressen findet sich hier. Zusätzlich gibt es noch eine Petition „Kein Gottesbezug in die hessische Landesverfassung“, die ihr hier unterschreiben könnt.

Hier die rechtspolitischen Sprecher der Fraktionen im Hessischen Landtag:

Die Kirchen haben einen gewaltigen Apparat auf ihrer Seite, beste Kontakte und jahrzehntelange Erfahrung im Lobbyismus. Wenn wir uns jetzt nicht wehren, haben wir schon verloren.

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Tausende erfüllte Prophezeiungen in der Bibel: Der Beweis der Korrektheit des Christentums von Werner Gitt

Endlich ist es sicher: Das Christentum stimmt! Das behauptet zumindest der bekannte Kreationist Werner Gitt, der die Korrektheit der christlichen Lehren im Rahmen eines prophetisch-mathematischen Gottesbeweis bewiesen haben will. Werner Gitt ist einer der wenigen Kreationisten mit einer wissenschaftlichen Ausbildung und war vor seiner Pensionierung Ingenieur und Fachbereichsleiter bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Bei fundamentalistischen Christen ist er Posterboy und gilt als Beweis für die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Schöpfungslehre.

Im Gegensatz zu vielen anderen will Werner Gitt mit seinem Argument nicht bloß die Existenz irgendeines unendlich fernen Gottes beweisen, sondern ganz konkret die Korrektheit des Christentums. Dazu hat er sich die Bibel genau angeschaut und 3268 erfüllte, „historisch belegbare“ Prophezeiungen gezählt. Für jede einzelne dieser Prophezeiungen setzt er die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch ohne das Eingreifen eines Gottes erfüllt worden wäre, auf großzügige p=0,5. Die Wahrscheinlichkeit, dass sämtliche Voraussagen ohne das Eingreifen eines Gottes erfüllt wären, läge demnach bei w = 1,7 * 10-984 . Das ist verdammt unwahrscheinlich. Also schließt Werner Gitt: Ein göttliches Wesen muss eingegriffen haben. Und da nicht irgendwelche allgemeinen Prophezeiungen erfüllt wurden, sondern speziell die christlichen, muss hier ganz eindeutig Bibel-Gott Jahwe aktiv gewesen sein, der daher also existieren muss. Voilà!

Wie üblich lohnt es sich zu Beginn einer Betrachtung die verwendeten Begriffe zu klären. Damit eine Aussage oder Behauptung als gültige Prophezeiung gewertet werden kann, muss sie eine Reihe von Kriterien erfüllen: Sie muss zutreffend sein („Schwarz ist rot und plus ist minus“ ist keine Prophezeiung), sie muss vor dem betreffenden Ereignis gemacht werden („Gestern hatte ich üble Kopfschmerzen“ ist keine Prophezeiung), das Ereignis muss außergewöhnlich sein („Morgen früh wird die Sonne aufgehen“ ist keine Prophezeiung), sie muss exakt sein („Du wirst einen hochgewachsenen Fremden treffen“ auch nicht), und die Prophezeiung darf das Ereignis nicht selbst auslösen („Kellner, ich prophezeie eine Pizza!“ ist kein Wunder). Um das Zutreffen einer Prophezeiung beurteilen zu können, muss die Erfüllung zudem beobachtbar sein: Falls wir nicht beurteilen können, ob das prophezeite Ereignis eintrifft oder nicht, bleibt die Aussage eine bloße Behauptung.

Schauen wir uns nun die von Werner Gitt vorgebrachten Beispiele für „historisch belegbare“ erfüllte Prophezeiungen näher an.

Die Jesus-Prophezeiungen

Werner Gitt zählt eine lange Liste von Prophezeiungen über das Auftreten Jesu auf: sein Geburtsort, seine Abstammungslinie, seine göttlich/menschliche Natur, Details seines Wirkens, der Grund seiner Sendung, der Verrat gegen 30 Silberlinge, etc. Interessanterweise lässt Gitt die Prophezeiung der Jungfrauengeburt aus – nun ja, vielleicht ist ihm diese auf einem simplen Übersetzungsfehler beruhende „Vorhersage“ dann doch zu doof.

Natürlich hat diese Art „Erfüllung“ in einem Text keinerlei Beweiskraft für göttliche Eingriffe. Viel einfacher ist die Erklärung, dass die Autoren der vier in die Bibel aufgenommen Evangelien sich ihre Geschichten ganz bewusst so zurecht gebogen haben, dass ihre Jesus-Figur als Erfüller (der ihnen natürlich bekannten) alttestamentarischen Prophezeiungen dasteht. So lassen sich einige der uns heute etwas absonderlich erscheinenden Geschichten erklären: Um eine Weissagung (siehe Micha 5) über den Geburtsort des zukünftigen Messias der Juden zu erfüllen, musste die Geburt des Jesus von Nazareth mit Hilfe einer an den Haaren herbei gezogenen Volkszählungsgeschichte nach Bethlehem verlegt werden, dort lässt man dann den Herodes ein – erstaunlicherweise von keinem Chronisten erwähntes – Massaker an Kleinkindern ausführen (vage vorhergesagt in Jeremia 31). Jesus selbst schickt später seine Jünger los um einen Esel zu besorgen, damit er wie von Sacharja (Kapitel 9) geweissagt auf dem Tier in die Stadt reiten konnte.

Die Erfüllung der Jesus-Prophezeiungen ist also nicht beobachtbar, sondern bleibt bloße Behauptung durch die Autoren des Neuen Testaments. Ähnlich glaubwürdig wäre z.B. wenn im ersten Band der Harry Potter-Geschichten „Prophezeiungen“ gemacht werden, die dann im zweiten Band „erfüllt“ würden. Auch hier wird kaum jemand an das reale Eingreifen eines Gottes denken.

Die „historischen“ Prophezeiungen

Werner Gitt beschreibt dazu eine Reihe biblischer Prophezeiungen, die, wie er schreibt „historisch belegbar sind“. Los geht’s:

Von einigen mächtigen Völkern (z. B. Hethiter, Amoriter, Kanaaniter) der damaligen Zeit wird vorausgesagt, dass sie untergehen werden (2. Mose 23,23➝5. Mose 7,1).

Der Bibeltext erwähnt sogar noch einige weitere „mächtige“ Völker: Perisiter, Hiwiter und Jebusiter (und ruft, nebenbei gesagt, zum Völkermord an ihnen auf). Und, schon mal von den ach so mächtigen Jebusitern gehört? Nein? Wikipedia schreibt „Die Wissenschaft weiß weder durch archäologische noch durch außerbiblische Zeugnisse Näheres über dieses Volk.“ Ähnlich bei den Hiwitern: Hier bleibt die Frage eines Diskutanten „Gibt es historische Belege außerhalb der Bibel für die Existenz dieses Volkes?“ seit neun Jahren unbeantwortet. Im besten Fall handelt es sich um Dörfler oder Nachbarstämme der Israeliten, im schlechtesten Fall um bloße Erfindungen zum Auspolstern des eigenen Heldenmythos. Diesen für ihn eher peinlichen Teil des Bibelverses lässt Herr Gitt einfach weg.

Für die Existenz der Hethiter, Amoriter und Kanaaniter gibt es allerdings Belege: Die Amoriter waren ein semitischer Stamm am Euphrat des dritten und zweiten Jahrtausends. Das hethitische Königreich in Zentralanatolien ist im 12. Jahrhundert v.d.Z. untergegangen, danach hielten sich einige Kleinkönigreiche noch für einige Generationen, bevor sie von den Assyrern erobert wurden. Auch die kanaanitischen Stadtstaaten im Palästina des 13. Jahrhundert wurden im Laufe der Zeit nach und nach von Nachbarn erobert, ihre Bewohner gingen in den Nachbarvölkern auf.

Kleinere Staaten sind also im Laufe der Jahrhunderte erobert worden oder untergegangen, die betreffenden Stämme sind mit anderen verschmolzen. Was soll daran außergewöhnlich sein? Und – vielleicht wichtiger – woher wollen wir wissen, dass die Vohersagungen tatsächlich vor dem „Untergang“ der betreffenden „mächtigen Völker“ gemacht wurden? Die entsprechenden Bücher Mose haben ihre endgültige Form schließlich erst deutlich später, wahrscheinlich während des 6./5. Jahrhunderts v.d.Z., bekommen. Die Bibel selbst beschreibt, wie eine Schriftrolle im Tempel nachträglich „gefunden“, als Wort Gottes „erkannt“ und als 5. Buch Mose (Deuteronomium) zu den bereits vorhandenen vier Gesetzbüchern gelegt wurde. Ein eindeutiges Werk Gottes? Naja. Ist es nicht zumindest möglich, dass die Priester der Israeliten, trotz ihres angeblich allmächtigen Gottes entführt und unterdrückt von den Babyloniern, hier ihre eigene Heldensaga etwas ausschmücken wollten?

Von anderen Stämmen haben wir wie beschrieben außerhalb der Prophezeiung selbst nie etwas gehört, können also auch nichts zu ihrer Gültigkeit sagen. Den Satz „Und Gott sprach damals: Die Dhsdakjasrkjsdfkjsfd werden vernichtet werden und ihr werdet nie wieder von ihnen hören!“ wird ja wohl auch kaum jemand als gültige Prophezeiung durchgehen lassen.

Von einer Mythengestalt aus dem kaananitischen Pantheon wissen wir allerdings ganz sicher, dass sie es bis in die Gegenwart geschafft hat: Der stets missgelaunte kanaanitische Vulkan- und Wettergott Jahwe wird immer noch verehrt – wenn auch in veränderter Gestalt.

Und von anderen Völkern heisst es ebenso klar, dass sie bis zum Ende der Tage existieren werden: Israel (2. Chronik 9,8; Jes. 45,17), Ägypten (Jesaja 19,21–25)

Was soll man dazu sagen? Ob diese Voraussage zutrifft oder nicht, werden wir erst dann wissen, wenn das „Ende der Tage“ vorbei ist. Eine mögliche Erfüllung bleibt daher unbeobachtbar, die Behauptung kann nicht als erfüllte Prophezeiung gewertet werden.

Die Aufeinanderfolge der Weltreiche der Babylonier, Perser, Alexanders des Grossen und der Römer werden im Voraus in ihrer Art und ihrem Ende in Daniel 2,30–49 beschrieben. Die Prophetie geschah zu einer Zeit, als das babylonische Reich Nebukadnezars den Höhepunkt seiner Macht erreicht hatte.

Die Bibel beschreibt hier also präzise und im Voraus das Aufeinanderfolgen und den anschließenden Untergang von vier genau bezeichneten Weltreichen. Beeindruckend, oder? Das Problem ist nur: Das steht da nicht. Stattdessen wird eine Szene geschildert, in der der selbsternannte Prophet Daniel dem babylonischen König einen Traum deutet: Der König träumt von einem Standbild aus allerlei Materialien, das von einem Stein getroffen umfällt und auseinander bricht. Daniel deutet dies als das Aufeinanderfolgen vierer Reiche: Das erste sei aus Gold, das zweite aus Silber, das dritte aus Eisen und das vierte aus Ton. Die Prophezeiung erfüllt ihren Zweck, der König ist beeindruckt. Wir aber nicht, denn der Text gibt die Identifizierung dieser behaupteten silbernen, eisernen und tönernen Reiche mit Alexanders Feldzügen oder dem Römerreich in keiner Weise her.

Handelt Gitt hier noch in gutem Glauben oder lügt er bewusst? Es bleibt unklar.

Übrigens steht dort auch, dass noch vor dem Untergang des vierten Reiches, also laut Gitt des römischen, das ewige Reich Gottes auf der Erde errichtet werden wird: „Aber zur Zeit solcher Königreiche wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird“. Dieses Gottesreich auf Erden muss ich bislang irgendwie übersehen haben. Gitt schreibt in seinem Artikel übrigens, „dass nie eine biblische Weissagung durch historische oder wissenschaftliche Tatsachen widerlegt worden ist.“ Ignoranz oder eine weitere Lüge?

Die in Hesekiel 26,3–21 vorausgesagten sechs Gerichte haben sich über Jahrhunderte hinweg präzise erfüllt.

Werner Gitt bezieht sich hier auf die altbekannte Prophezeiung zum Untergang von Tyros im heutigen Libanon: „Siehe, ich will über Tyrus kommen lassen Nebukadnezar, den König zu Babel … Er wird mit Sturmböcken deine Mauern zerstoßen und deine Türme mit seinen Werkzeugen umreißen.“ Und weiter: „Ich will einen kahlen Felsen aus dir machen; du sollst ein Ort werden, wo man die Fischernetze ausspannt, und du sollst nicht wieder aufgebaut werden.”

Im von mir zitierten Teil (Gitt überspringt ihn großmütig) findet sich die exakte Vorhersage, wer denn die Stadt zerstören werde, nämlich „Nebukadnezar, König von Babel“. Nun hat dieser Nebukadnezar Tyros zwar belagert, aber nicht zerstört, und schon gar nicht zu einem „kahlen Felsen“ gemacht. Stattdessen haben sich die Bewohner nach einer langen Belagerung im Jahr 568 v.d.Z. ergeben und dann die babylonische Herrschaft akzeptiert.  Mal schauen, was Google Maps dazu sagt, wenn man „Tyros, Libanon“ eingibt …

Clipboard01Hm, nach „kahlen Felsen“ und „nicht wieder aufgebaut“ sieht das nicht aus. Wikipedia spricht von aktuell über 100.000 Einwohnern. Auch die Behauptung, dass Tyros auf die beschriebene Art und Weise untergehen und nie wieder aufgebaut würde, ist also offensichtlich unzutreffend. Gitts Behauptung, dass „nie eine biblische Weissagung durch historische oder wissenschaftliche Tatsachen widerlegt worden“ sei, erscheint immer absurder.

Fazit: Null zutreffende Prophezeiungen, null Beweise für den Bibel-Gott

Werner Gitt gibt in seinem Artikel 14 Beispiele für „eingetroffene Prophezeiungen“, die er für besonders überzeugend hält. Keine einzige hält einer näheren Betrachtung stand. Die Wahrscheinlichkeit, dass zu dieser „Leistung“ das Eingreifen eines Gottes notwendig ist, dürfte bei null liegen. Gitts prophetisch-mathematischer Gottesbeweis für die Korrektheit des Christentum ist gescheitert.

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MGEN-Podcast Folge 2017.01: 1,7 × 10^-984

Willkommen zu unserem Podcast über Religion und andere Esoterik, zu gesellschaftlichen und politischen Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht. Die Tonqualität ist diesmal nicht so gut geworden, entschuldigt bitte. Unsere Themen im Januar 2017:

  • Gehackt von Putin: Heute kein Bodycount des Friedens
  • Was ist Gott? Die Süddeutsche Zeitung fragt, Horst Seehofer antwortet
  • Schwangerschaftsabbrüche und Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft
  • Vornehmstes Ziel der Erziehung: Gottesfurcht in den deutschen Verfassungen
    (Ausführliche Liste siehe hier)
  • Das Atheistische Quartett: Angst vor der Wahrheit von Paul Boghossian – Sind Wahrheiten wirklich wahr oder kann sich jeder seine eigenen Fakten backen?
  • Spaß mit der Bibel: Oberkreationist Werner Gitt beweist die Korrektheit des Christentums mithilfe der „3268 erfüllten Prophezeiungen“ der Bibel

Der RSS-Feed für den Podcast findet sich hier. Die Folge lässt sich auch bei iTunes oder direkt bei Soundcloud anhören und auch als mp3 herunterladen. Fragen oder Anmerkungen könnt ihr unter diesem Post in den Kommentaren hinterlassen oder per EMail an mgenblog@gmx.de auf den Weg bringen. Falls ihr mögt, bewertet unseren Podcast doch bei iTunes.

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In eigener Sache: Der Papst brennt und brennt …

Oh wow! Über die Feiertage haben zwei ausgewiesene Freunde des House of MGEN Remixe unseres Titellieds „The Pope Is On Fire“ erstellt. Vielen Dank an Alex K. und Didipu.

 

 

Der Vollständigkeit halber hier auch noch der alte Demo-Mix.

 

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Best of Suchanfragen 2016: Luther und die Hamsterpornos

Hier in der geheimen MGEN-Zentrale sind wir daran gewöhnt, kluge Fragen von Leserinnen und Lesern, und seit diesem Jahr auch von Hörerinnen und Hörern zu beantworten. Viele dieser Fragen trudeln ein per Kommentarfunktion, per Twitter oder bei unserem Youtube-Kanal, manchmal auch als EMail. Die weitaus meisten Anfragen kommen jedoch per Suchmaschine: 15,906 Mal haben ratsuchende Leute im Jahr 2016 Suchbegriffe bei Google und Konsorten eingegeben und sind dann auf den MGEN-Seiten gelandet. Häufig sind das dann Fragen wie „gibt es übernatürliches?“, „war albert einstein christ?“ und – erstaunlich oft und für uns ohne jeden erkennbaren Bezug – „wo ist hamster porno?“

Manche Fragen wurden im vergangenen Jahr aber auch nur ein einziges Mal gestellt. Da wir vermuten, dass die Ratsuchenden auf diese sehr seltenen Fragen anderswo möglicherweise keine befriedigenden Antworten gefunden haben, und daher quasi aus Verzweiflung die MGEN-Seiten angesurft haben, wollen wir im Folgenden einige dieser einmaligen Suchanfragen exklusiv beantworten.

hat gott name in dna geschrieben? – Nein, das ist ein weit verbreitetes Mißverständnis: Gott hat seinen (geheimen) Namen nicht in die menschliche DNA geschrieben. Stattdessen finden Sie ihn verschlüsselt in der Zahl Pi. Das ist ein recht offensichtliches Versteck, denn immerhin ist Pi die wichtigste Zahl überhaupt. Dort finden Sie übrigens auch die Telephonnummer der MGEN-Zentrale, womit bewiesen wäre, dass wir Gott sind. Rufen Sie doch mal an, wenn Sie mögen.

läst gott uns leiden um uns zu eziehen? – Kann sein, dann ist er aber ein Sausack und verdient keinerlei Verehrung. Es existiert ganz offensichtlich keine allmächtige und allgüte Entität, die sich für das Universum zuständig fühlt.

wieso glaube ich dass ich übernatürliche kräfte habe? Möglicherweise, weil Sie wirklich übernatürliche Kräfte besitzen. Das ist nicht so ungewöhnlich, wie Sie vielleicht denken. Ich selbst kann zum Beispiel durch die Zeit reisen. Allerdings nur mit einer konstanten Geschwindigkeit und auch nur in die Zukunft. Aber immerhin.

wieso verstehe ich die prophezeiungen der bibel nicht?

in welcher religion darf man rauchen? – Fast alle großen Religionen haben eine lange und schöne Tradition des gemeinschaftlichen Rauchens, die inbesondere auch Un- oder Falschgläubige einschließt: Im Christentum raucht man auf dem Scheiterhaufen, im Islam raucht man in Folge von Selbstmordattentaten, bei den Buddhisten gibt es die schöne Tradition des Selbstanzündens aus Protest gegen Schlechtbehandeltwerden. Wenn ein Jainist dagegen es einem so richtig zeigen will, dann hungert er sich selbst zu Tode – hier ist also nicht klar, ob Rauchen gern gesehen ist. Für’s Judentum sind mir keine einschlägigen Regeln bekannt, allerdings wurde in alten Zeiten durchaus auf Altären gezündelt. Im Hinduismus gibt es zumindest Räucherstäbchen.

kann mann heut zu tage mit übernatürlichen kräften geboren werden? – Ja, kann man, das ist erwiesen. Ich selbst bin zum Beispiel in bestimmten Situationen hellsichtig. Ich kann Ihnen daher prophezeien, dass die nächste Suchanfrage wieder von Hamsterpornos handeln wird.

gibt es deutsche hamsterpornos? – Es ist sehr schwierig geworden deutschsprachige Hamster zu finden, die bereit sind für die in der Branche üblichen Stundensätze in entsprechenden Filmen mitzuspielen. Man greift daher zumeist auf tschechische Hamster zurück und synchronisiert die Dialoge nachträglich.

sind die zehn gebote vom aegyptischen totenbuch abgeschrieben? – Urteilen Sie selbst: „Ich habe kein Unrecht gegen Menschen begangen. Ich habe keinen Gott gelästert. Ich habe nicht getötet. Ich habe niemandem ein Leid zugefügt. Ich habe keine Unzucht getrieben. Ich habe nicht gestohlen. Ich war nicht habgierig. Ich habe nicht die Unwahrheit gesagt. (Totenbuch, Sprüche 125)“ Bevor Sie jetzt ob Ihrer neuen Entdeckung in Jubelschreie ausbrechen, überlegen Sie mal, ob überhaupt eine funktionierende Gesellschaft denkbar ist, in der Mord, Diebstahl und Meineid nicht sanktioniert werden.

was ist theodisse? – Ja, das „The O“ war in der Tat eine Diskothek in Köln. Aber das ist schon sehr lange her.

glaubt man heute noch an den teleologischer gottesbeweis? – Nein. Teleologisches Denken setzt voraus, dass alle Dynamik in der Welt auf ein ganz bestimmtes Ziel hin gerichtet ist, dass alles Leben von einem gemeinsamen Willen beseelt ist. Das ist aber ganz offensichtlich nicht so, daher spielen teleologische Argumente außerhalb von Kindergärten und sehr enger kreationistischer Kreise heute keine Rolle mehr. Beobachten Sie’s mal: Wenn kleine Kinder spielen, dann sehen sie alles in der Welt als beseelt an: Teddybären, Puppen, Autos, etc. Alles um sie herum agiert und reagiert und hat einen eigenen Willen. In der Regel wächst man aus dieser teleologischen Weltsicht spätestens bis zur Einschulung heraus. Kreationisten allerdings nicht.

ist man noch christ wenn man pornosüchtig ist?

wie töte ich übernatürliches? – Wenn Sie sich bereits in den Kopf gesetzt haben irgendwas oder irgendwen töten zu wollen, dann empfehle ich Ihnen, das auf dem Wege des Gebets zu erledigen. Beten Sie ganz doll und konzentriert, am besten mindestens zwölf Stunden am Tag. Wenn Sie sich lang genug intensiv mit dem Gebet beschäftigen, wird das eigentliche Problem ganz sicher neutralisiert.

kann man beweisen dass das bewusstsein ewig existiert? – Nein, das kann man nicht, weil es das nicht tut. Der Krawalltheologe Robert Spaemann hat’s jahrzehntelang probiert, hat nicht funktioniert.

mag luther juden muslime frauen? – Wie Sie sicher aus dem Geschichtsunterricht wissen, gab es zu Luthers Zeiten weder Muslime noch Frauen. Juden gab es damals natürlich schon, aber nur in Amerika. Da Martin Luther ein großer USA-Fan war, mochte er also sehr wahrscheinlich auch Juden.

So viel zu den einmaligen Suchanfragen des Jahres 2016. Bleibt noch, uns bei unseren Leserinnen und Lesern zu bedanken und allen eine schöne Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr 2017 zu wünschen. Es kann eigentlich nur besser werden. Zum Abschluss noch eine Suchanfrage, die uns sehr aus dem Herzen spricht und das Jahr 2016 gut zusammenfasst: überall religiöse dummheiten bescheuerte atheisten!

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MGEN-Podcast Folge 2016.12: Reden mit Algermissen

Willkommen zu unserem Podcast über Religion und andere Esoterik, zu gesellschaftlichen und politischen Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht. Unsere Themen im Dezember 2016:

  • Abtreibungskompromiss aufgekündigt: Keine Schwangerschaftsabbrüche mehr im Landkreis Schaumburg
  • Auf keinen Fall anzeigen: Vergewaltigungsopfer in Dubai wegen des Verbrechens Außerehelicher Sex verhaftet
  • Spaßverbotsgesetz: Kleiner Sieg des Bund für Geistesfreiheit vor Gericht, schrilles Weltuntergangsgekreisch in christlichen Medien
  • Zu heiß gebadet? Bischof Algermissen verbietet Umsetzung des hessischen Sexualkunde-Lehrplans
  • Aldi erklärt die Welt, heute: Weihnachten
  • Und überhaupt: Dürfen Atheisten Weihnachten feiern?
  • Das Atheistische Quartett: Heute ohne Frans de Waal und seine Bonobos
  • Hörer beschimpfen Podcaster: Der Islam und andere Kleinigkeiten

Der RSS-Feed für den Podcast findet sich hier. Die Folge lässt sich auch bei iTunes oder direkt bei Soundcloud anhören und auch als mp3 herunterladen. Falls ihr mögt, bewertet unseren Podcast doch bei iTunes.

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Zur Anzahl der Muslime in Deutschland und Europa

statista_pegida_islamisierungBei Statista findet sich eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2016 mit der Frage „Sind Sie wie das Bündnis Pegida der Ansicht, dass Deutschland zunehmend islamisiert wird?“ – 34% der Befragten beantworteten diese Frage mit Ja, 57% mit Nein. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung fürchtet also von muslimischen Einwanderern mehr oder minder überwältigt zu werden. Zeit, sich die Zahlen anzuschauen.

Weltweit gibt es ca. 1,6 Mrd. Muslime, das sind 20,1% der Weltbevölkerung (diese Zahl ist schon etwas älter, von 2004). Auf dem Gebiet der EU leben etwa 16 Mio. Muslime, bei insgesamt 500 Mio. Einwohnern also ein Prozentsatz von 3,2%. Selbst wenn man hier großzügig aufrundet und von 20 Mio. Muslimen in der EU ausginge, bliebe es bei nur 4%. In Deutschland leben 2016 etwa 4-4,5 Mio. Muslime, bei 82 Mio. Einwohnern also um die 5%. Die Schwierigkeit dabei: Da es im Islam keine Verbände analog zu den christlichen Großkirchen gibt, also keine zentralen Mitgliedszahlen abgerufen werden können, mussten sich die Statistiker hier eine Methode ausdenken, wen genau sie als Muslim erfassen und wen nicht. Im schlimmsten Fall wurden z.B. auch türkischstämmige Atheisten wegen ihrer Herkunft pauschal als Muslime mitgezählt. Anderswo wird deshalb auch von nur 2,8 Millionen Muslimen in Deutschland gesprochen, also ca. 3,4%. Hier werden atheistische Menschen aus muslimisch geprägten Herkunftsländern explizit heraus gerechnet.

Deutschlands Muslime gehören folgenden Konfessionen an:

  • 2,640,000 Sunniten
  • 500,000 Alleviten
  • 225,000 Imamiten und Schiiten
  • 70,000 Alaviten
  • 35,000 Ahmadiyya
  • 1,900 Ismailiten

Andere Umfragen belegen, dass diese Zahlen von nicht-muslimischen Einwohnern offenbar systematisch überschätzt werden. Der Tagesspiegel berichtet über eine Umfrage in Deutschland: „Von den Befragten …  glaubt sogar etwas weniger als ein Drittel, es gebe über 10 Millionen Muslime in Deutschland.“ Der ORF berichtet über eine Umfragen in einer Reihe von Ländern, in denen Muslime eine Minderheit bilden: „Im Durchschnitt schätzten die Befragten den muslimischen Bevölkerungsanteil auf 16 Prozent, während er tatsächlich nur drei Prozent beträgt.“ Laut fowid wird der Prozentsatz der Muslime in Deutschland im Schnitt auf das Vierfache des tatsächlichen Wertes geschätzt (21 anstatt 5%).

Warum mag das so sein? Warum fühlen sich so viele Leute bedroht durch alles Fremde? Woher kommt diese Angst, woher der Hass auf Anders- und Falschgläubige? Ist das derselbe Hass, der auch anderen Minderheiten traditionell entgegenschlägt, wie Homosexuellen oder Juden?

Nehmen wir für einen Moment an, wie das noch nicht einmal die Panik verbreitenden Abendlandretter tun, dass von heute an jedes einzelne Jahr eine zusätzliche Million Muslime nach Deutschland einwandern würden. Das ist in der Geschichte der Republik bislang exakt ein einziges Mal passiert, in einer extremen Ausnahmesituation, in 2015. Egal: Angenommen, es käme jedes Jahr ohne Ausnahme ein Million Menschen hinzu, die alle Muslime wären und auch alle für immer in Deutschland blieben. Dann gäbe es eine muslimische Bevölkerungsmehrheit in frühestens 70 Jahren, also etwa um das Jahr 2085 herum. Selbst unter solch absurden Annahmen gibt es also zur Panik vor der Überwältigung durch Falschgläubige wenig Gründe.

Fazit: Bei nüchterner Betrachtung bleibt für Alarmismus und Panik wenig Raum. Bei unter 4% Muslime in der EU und etwa 5% in Deutschland sind steile Thesen von der angeblichen Islamisierung eindeutig Unsinn. Wichtig ist aber trotzdem, dass vernünftige Menschen analysieren, welche realen Probleme es im Zusammenleben gibt, und wie so viel Angst und Hass auf Andersgläubige entstehen konnte. Wir wissen, dass Angst zu Hass führt, und Hass zu Gewalt. Wenn wir vermeiden wollen, dass sich die Geschichte wiederholt, dürfen wir Humanisten das Thema nicht den Schreihälsen und Hassmenschen überlassen.

Hier ein Ausschnitt aus dem MGEN-Podcast Folge 2016.11 zum Thema:

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Wunderbeweis auf Video: Die tanzende Sonne von Divine Mercy Hills

Ein Wunder, ein Wunder!! Ein Regenbogen schießt aus einer Jesusstatue, die Sonne tanzt im Himmel, wechselt die Farbe, dreht sich wie ein Kreisel. Tausende begeisterte Zeugen beten, schluchzen und werfen sich verzückt zu Boden. Wundersame Heilungen. Blinde können wieder laufen, Lahme wieder sehen. Ewig nörgelnde Besserwisser wie der militante Atheist Richard Dawkins sind sprachlos angesichts eines solch überzeugenden Beweises für das Wirken Gottes.

Seit Jahren schon machen Berichte von den Divine Mercy Hills auf den Philipinen die Runde. Endlich ein endgültiger Beweis für die Wahrheit der katholischen Lehre, und das auch noch auf Video!

Oder doch nicht? Zeit, sich die immer wiederholten Behauptungen mal näher anzuschauen. Dazu muss man lediglich das knapp zehnminütige Video voller Schmalzmusik durchstehen, das als endgültiger Beweis für das Wunder gilt.

Leider ist das auch ziemlich schnell sehr ernüchternd. Man sieht in der Tat einen Regenbogen während einer Freiluftmesse. Der Filmemacher hat sich so hingestellt, dass die monumentale Jesusstatue im Vordergrund steht. Der Himmel ist teilweise bewölkt, einzelne Zuschauer tragen Regenschirme, also typisches Regenbogenwetter. Der Regenbogen selbst sieht zwar schön aus – was daran aber ein Wunder, also ein göttlicher Eingriff, sein soll, das bleibt völlig offen.

Die „tanzende Sonne“ selbst, die offenbar im Anschluss an die Messe erscheint, ist auch eher mittelaufregend: Man sieht einen typisch tropischen Sonnenuntergang hinter einer Hügelkette, wiederum sehr schön (oder auch, je nach Standpunkt, sehr kitschig). Der „Tanzeffekt“ im Video ist allerdings offensichtlich der hilflos hin und her fahrenden Blende der Kamera geschuldet (siehe Video, ab ca. 5:30). Der Filmemacher schwenkt dabei mit der Kamera herum zwischen der sehr hellen Sonne und dem eher dunklen Vordergrund. Die Automatik der Kamera versucht das Bild möglichst farbig und kontrastvoll zu halten und öffnet und schließt die Blende entsprechend. Darum erscheinen die Wolken um die Sonne herum immer wieder in Licht und Farben zu explodieren. Das Ganze lässt sich mit einer (möglichst billigen) Digitalkamera genau so nachstellen – völlig ohne göttlichen Eingriff.

Die Zuschauer im Vordergrund wirken auch bei weitem nicht so verzückt wie behauptet: Einige beten offenbar, die meisten schauen den Sonnenuntergang an, ein paar laufen hin und her oder hantieren mit ihren Handys oder Regenschirmen. Es wird höflich applaudiert, aber es wird nicht klar, ob dieser Applaus dem Sonnenuntergang gilt oder einer Rednerin, deren Lautsprecherstimme im Video zu hören ist.

Zu den behaupteten Heilungen lässt sich ohne belastbare Statistiken wenig sagen, die gibt es über den philippinischen Wundertourismus nicht. Wohl aber über die angeblichen Heilungswunder in Lourdes: Nach Lourdes pilgern jährlich etwa vier bis sechs Millionen Gläubige; allein die unterirdische Basilika fasst 25.000 Besucher auf einen Rutsch. Dem gegenüber stehen seit 1858 genau 69 „spontane Heilungen“. Als bislang letzte wurde die Italienerin Danila Castelli laut des zuständigen Bischofs „von gefährlichen Bluthochdruck-Anfällen“ geheilt. Oh, wow!

Aber selbst, wenn man diese eher vagen Berichte als Fakt ansieht: Die Quote ist mies! Insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Pilger unbedingt geheilt werden wollen, also jede zufällige gesundheitliche Besserung gern auf himmlischen Einfluss zurück führen dürften. Verteilt man die 69 Heilungen auch nur auf zehn – und nicht auf über 150 Jahre -, entspräche das einer Heilungsquote von 0,00014%. Ein Besuch auf dem Oktoberfest dürfte ähnlich heilsam sein.

Auch von dieser christlich-katholischen Wunderbehauptung bleibt also wenig übrig: Ein Regenbogen und ein tropischer Sonnenuntergang reichen normal denkenden Menschen wohl kaum als Beweis für einen göttlichen Eingriff in den Lauf der Welt. Nein, dazu muss man schon sehr, sehr leichtgläubig sein. Oder eine bewusste Täuschungsabsicht verfolgen.

Bleibt noch zu sagen, dass Richard Dawkins zwar in das Video hinein geschnitten wurde, aber nicht etwa über das Mercy Hills-Wunder redet, sondern lediglich allgemein sagt, dass es doch schön wäre, wenn die Religiösen zur Abwechslung auch mal Beweise für ihre Behauptungen lieferten.

Wir können uns da nur anschließen.

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MGEN-Islamcast Folge 2016.11: Auf dem Tempelberg nachts um halb eins

Willkommen zu unserem Podcast über Religion und andere Esoterik, zu gesellschaftlichen und politischen Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht. Die halal Themen unserer Islam-Sonderfolge im November 2016:

  • Der Bodycount der ungläubigen Kreuzzügler
  • Iran: Oberster Koranvorleser vor Gericht wegen Kindesmissbrauchs, droht mit Enthüllungen zu systematischem und massenhaftem Kindesmissbrauch
  • Islamisten verhindern Impfungen und Ausrottung von Kinderlähmung
  • Muslime in Deutschland, Europa und der Welt: Wer, wo und -falls ja- wie viele?
  • Muslimische Mehrheitsgesellschaften – Was geht da ab?
  • Neue Religion? Welche neue Religion? Die Frühzeit des Islam
  • Hörer beschimpfen Podcaster: Humanistische Kindererziehung und Kritik zur Ausrichtung des Podcasts; außerdem lernen wir, dass Atheismus unwissenschaftlich ist
  • Jungfrauen? Welche Jungfrauen? Der Koran und seine Sprache

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November ist Kirchenaustrittsmonat

Falls ihr jemanden kennt, der mit dem Gedanken spielt aus der Kirche auszutreten, oder jemanden, der im kommenden Jahr 2017 zum ersten Mal ein steuerpflichtiges Gehalt bekommt: Im November ist der Zeitpunkt zum Kirchenaustritt.

Die Kirchensteuer wird immer anteilig vom Jahreseinkommen erhoben. Falls also jemand in 2017 zum ersten Mal ein regelmäßiges Gehalt bekommt oder eine Gehaltssteigerung oder Einmalzahlung absehbar ist, wirkt sich das spürbar auf die Steuerlast aus. Die Rechnung geht so: Wenn ihr ab 1. Juli 2017 Gehalt bekommt und erst zum 30. Juni aus der Kirche austretet, seid ihr nicht etwa aus dem Schneider, sondern müsst auf euer Jahresgehalt 6/12 der jährlichen Kirchensteuer zahlen.

Zur Erklärung der Details hier Matthias “Skydaddy” Krause, der sich in Kirchenfinanzfragen vorzüglich auskennt:

1.) In vielen Bundesländern endet die Kirchensteuerpflicht erst mit Ablauf des auf den Kirchenaustritt folgenden Monats. Wer also erst im Dezember austritt, ist im Januar des Folgejahres noch kirchensteuerpflichtig.

2.) Die Kirchensteuer wird nicht von den monatlichen Einkünften erhoben, sondern anteilig vom Jahreseinkommen. Für jeden Monat, in dem man kirchensteuerpflichtig war, ist ein Zwölftel der „regulären“ Kirchensteuer zu zahlen (wenn man das ganze Jahr über Mitglied gewesen wäre).

Ebenso gilt für Ehen oder Lebenspartnerschaften: Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das “Besondere Kirchgeld” in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja die Gleichstellung  homosexueller Paare generalstabsmäßig hintertreibt, auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Wie bereits anderswo beschrieben: Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

(Das Material für diesen Artikel wurde schamlos übernommen von Matthias „Skydaddy“ Krause. Die „November ist Kirchenaustrittsmonat“-Initiative ist seine Idee. Bitte helft sie bekannter zu machen.)

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