Alle müssen kriechen vor dem Christen-Gott: Kirche und Hessen-CDU wollen Verfassung ändern

In Hessen, wie im Rest der Republik auch, ist eine große Mehrheit der Menschen atheistisch, die Zahl der Kirchenmitgliedschaften sinkt rapide. Die Großkirchen sehen ihre Privilegien schwimmen und wollen so lange es noch geht so viele Sonderrechte wie möglich durch den Gesetzgebungsprozess drücken. So soll jetzt an verschiedenen Stellen ein Gottesbezug in die Hessische Verfassung aufgenommen werden. Das sieht erstmal harmlos aus, ermöglicht dann aber das sog. Overbeck-Manöver: Zuerst setzt man alle Hebel in Bewegung um Gott Jahwe und die Kirchen in den Verfassungen zu verankern. Gegenüber skeptischen Nachfragen behauptet man, dass damit ja gar nicht der Christen-Gott gemeint sei, sondern ein vage allgemeiner Gott, auch der „Gott der Atheisten“, dass die Verankerung in der Verfassung rein gar nichts schade und überhaupt nicht religiös, sondern irgendwie rein kulturell gemeint sei – alles vollkommen harmlos. Wenn man es jedoch erstmal geschafft hat, dann folgt die 180-Grad-Wende: Jetzt lassen sich die Macht der Kirchen, die Sonderrechte und die gewaltigen Zahlungen des Staates an die Kirchen ganz fantastisch verteidigen mit „Wir machen bloß, was die Verfassung uns aufträgt. Wir selbst bestehen gar nicht auf unseren Sonderrechten, der Gesetzgeber will das so.“

In einer Petition schreibt der HVD Hessen: „Gemeinsam mit den beiden Großkirchen will die CDU „die Verantwortung vor Gott“ als Passus in die hessische Landesverfassung aufnehmen. Anlass dazu bietet die vor über einem Jahr eingerichtete Enquetekommission „Verfassungskonvent zur Änderung der Verfassung des Landes Hessen“. Bereits am Mittwoch, den 15. Februar 2017, soll dazu eine öffentliche Anhörung im Landtag in Wiesbaden stattfinden.

Der Humanistische Verband sowie die Humanistische Gemeinschaft Hessen stellen sich als Interessenvertretung nichtreligiöser Menschen gegen diese Ausgrenzung und Bevormundung. Auch in Hessen machen Atheisten und nichtreligiöse Menschen einen immer größeren Teil der Bevölkerung aus.

Wir fordern den Hessischen Landtag dazu auf keinen Gottesbezug in den Entwurf für die hessische Landesverfassung aufzunehmen!“

Hier geht’s zur Petition

Liebe Hessinnen und Hessen, jetzt ist es an der Zeit sich mit eindeutigen EMails an eure Landtagsabgeordneten zu wenden. Ein Verzeichnis der Abgeordneten inklusive EMail-Adressen findet sich hier. Zusätzlich gibt es noch eine Petition „Kein Gottesbezug in die hessische Landesverfassung“, die ihr hier unterschreiben könnt.

Hier die Mitglieder der Enquetekommission Verfassungskonvent im Hessischen Landtag:

Die Kirchen haben einen gewaltigen Apparat auf ihrer Seite, beste Kontakte und jahrzehntelange Erfahrung im Lobbyismus. Wenn wir uns jetzt nicht wehren, haben wir schon verloren.

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15 Antworten zu Alle müssen kriechen vor dem Christen-Gott: Kirche und Hessen-CDU wollen Verfassung ändern

  1. H.R.Koegel schreibt:

    Welche Religion ist mir Scheissegal. Keine Religion sollte in irgend einer Form in unserem Gemeinwesen irgend eine Rolle spielen. Es gibt dafür keinerlei Gründe. In der Historie aber Tausende die dagegen sprechen. Raus mit Religionen aus unserer Gesellschaft zurück wo sie hingehören, in ihre Kirchen oder Moscheen oder ihr zu Hause. Das geht niemand was an.Dort sollen sie bleiben und wenn ihre Botschaft so toll ist werden die Menschen zu ihnen finden.

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  2. dongamillo schreibt:

    „“““….Gegenüber skeptischen Nachfragen behauptet man, dass damit ja gar nicht der Christen-Gott gemeint sei, sondern ein vage allgemeiner Gott, auch der „Gott der Atheisten“, dass die Verankerung in der Verfassung rein gar nichts schade und überhaupt nicht religiös, sondern irgendwie rein kulturell gemeint sei – alles vollkommen harmlos. ….““““

    ….und damit bereiten die „christlichen“ Kirchen auch schon eine mögliche islamistische Regierung vor!!! Religion ist eben falsch, egal aus welcher Richtung sie vorangetrieben wird.
    Ich möchte nicht IRGENDEINEN Gott anbeten müssen, sondern den, der mein Leben neu gemacht hat und sich selbst für mich am Kreuz geopfert hat damit ich frei bin.

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    • Bernd Kammermeier schreibt:

      „Ich möchte nicht IRGENDEINEN Gott anbeten müssen, sondern den, der mein Leben neu gemacht hat und sich selbst für mich am Kreuz geopfert hat damit ich frei bin.“

      Viel Spaß bei der Suche!

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      • dongamillo schreibt:

        Bernd Kammermeier schreibt:
        „““Viel Spaß bei der Suche!“““
        Sorry, ich durfte ihn schon finden, deshalb bin ich ja Christ. Auf dem Weg der Religionen ist man am suchen, da hast du Recht!
        🙂

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    • manglaubtesnicht schreibt:

      Das kannst du ja auch. Es ist dein Recht anzubeten was und wen du willst. Es geht hier darum, dass niemand andere Leute durch strukturelle Gewalt dazu zwingen sollte bestimmte Götter anzubeten. Das ist mittelalterlich.

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      • dongamillo schreibt:

        Genau das ist auch meine Einstellung, ich bin gegen jede strukturelle Gewalt die mich oder andere ZWINGT bestimmte Götter anbeten zu müssen oder keinen Gott anbeten zu dürfen.

        Gefällt 2 Personen

        • phoen23 schreibt:

          Trotzdem:“Ich möchte nicht IRGENDEINEN Gott anbeten müssen, sondern den, der mein Leben neu gemacht hat und sich selbst für mich am Kreuz geopfert hat damit ich frei bin.“

          Warst du denn je in der Lage, nicht frei zu sein bzw. in einer bedrohlichen Situation, so daß jemand anderes sich an deiner Stelle hat opfern müssen?

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  3. Pingback: MGEN-Podcast Folge 2017.02: Nicht nur Trauerklöße | Man Glaubt Es Nicht!

  4. ....... schreibt:

    Die linken Chaoten wissen nicht was Demokratie bedeutet, gerade sie, die uns ständig Demokratie predigen und erklären wollen. Warum Präsident Trump einer der besten Präsidenten von USA ist, ist evident. Die Lumpenproleten sehen ihre Pläne, Globalisierung und Vernichtung unserer Kultur, in Gefahr.

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  5. r-unbet schreibt:

    Zu: „In Hessen, wie im Rest der Republik auch, ist eine große Mehrheit der Menschen atheistisch, die Zahl der Kirchenmitgliedschaften sinkt rapide.“

    Das kann und wird sich ändern.
    Durch die kritisierte Schulaufsicht und deren Umgang mit Rechtsprechungen und Grundgesetz stehen vielen Privatschulen (Ersatzschulen) deutlich mehr Gelder für den anzubietenden Pflichtschulbetrieb zur Verfügung, als staatliche Schulen.
    Zudem haben Privatschulen ein „Recht auf freie Schülerwahl“, so dass deren Herausforderungen an Inklusion und Integration ‚weniger schwierig‘ sind, wie an den vernachlässigten staatlichen Schulen.
    Mit diesen Wettbewerbsvorteilen gewinnen Privatschulen dadurch auch in den Familien an zunehmendem Einfluss, die bisher ohne Religion, Esoterik, … ausgekommen sind.

    Leider hat die Tatsache, dass die Staatsdiener das GG missachten*, noch nicht zu Forderungen und Protesten in der betroffenen Bevölkerung geführt, obwohl noch 90 % der Schüler die staatlichen Schulen besuchen, zu deren Lasten die Privatisierungspolitik erfolgt.* ????!!!!

    Stattdessen, sind die einzigen Reaktionen, weitere Forderungen der Interessenvertreter, die durch die Missachtung des Verfassungsgebotes* und die fehlende Schulaufsicht, bereits jetzt mehr Geld verlangen und erhalten, als ihnen zusteht.*

    *18.11.2016 https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/genehmigung-von-privatschulen-bundeslaender-missachten-grundgesetz , https://www.wzb.eu/sites/default/files/u6/uebersicht_sonderungsverbot_0.pdf ,
    Hessen hat auf die Anfrage nicht geantwortet!
    Für Infos über die Höhe der Schulgelder: http://starweb.hessen.de/cache/DRS/19/2/01632.pdf , und zur Höhe der staatlichen Finanzhilfen: http://www.agfs-hessen.de/resources/PM_Ersatzschulfinanzierung.pdf .

    Zitat: Rn. 26 „Mit seiner Privatschulfinanzierung hat der Gesetzgeber das Existenzminimum nicht allein sicherzustellen; er leistet nur einen Beitrag hierzu, der zudem nicht auf die Existenz der einzelnen Schule, sondern der Institution Privatschule abzustellen ist.“ und
    Rn. 37: „Der Staat darf erwarten, dass der Schulträger seinem Interesse an der Verwirklichung eigener Ziele und Vorstellungen im schulischen Bereich eigenes finanzielles Engagement folgen lässt. Er beteiligt sich nur an diesem zuvörderst privaten Engagement (BVerfG, Beschluss vom 9. März 1994 a.a.O. S. 117 f.)“. Quelle: Urteil v. 21.12.2011, http://www.bverwg.de/141211U6C18.10.0 ,
    Dass Wissen, „Mehr Schülerinnen und Schüler an privaten Schulen ermöglichen Einsparungen bei öffentlichen Schulen.“ ( http://www.landesrechnungshof-sh.de/file/bm2011-tz9.pdf ,)
    erfolgt zu Lasten der staatlichen Schulen.

    26.2.2017: http://www.fr.de/wirtschaft/schweden-klassenzimmer-als-profitmaschine-a-1010566 , 12.8.2016: https://www.taz.de/Oeffentliche-Schulen-in-Spanien/!5323259/ ,

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  6. Lusch schreibt:

    Völlig richtig, dass der Gottesbezug nicht in die Verfassung gehört, nur: Solange er in der Präambel des Grundgesetzes steht („Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,[..]“), ist es auch fast schon egal, ob er zusätzlich auch noch woanders steht. Und trotz diverser Ankündigungen hat sich noch kein Politiker getraut, dieses Problem endlich entschlossen anzugehen.

    Eine „große Mehrheit“ an Atheisten in Hessen halte ich allerdings wiederum für unglaubwürdig, EUROSTAT kam 2010 für ganz Deutschland auf 27% die an gar keine übernatürliche Kraft und zusätzliche 25% die an keinen Gott glauben. Und von den Atheisten würde ich einen deutlich überproportionalen Anteil in Ostdeutschland vermuten.

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  7. Pingback: MGEN-PODCAST 2017.02. | Religion und Gesellschaft

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