64 Prozent der Deutschen: Glücklich ohne Gott

In einer repräsentativen TNS-Emnid-Umfrage hat der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) unter anderem danach gefragt, ob die Deutschen ein „selbstbestimmtes Leben“ führen, das „frei ist von Religion und Glauben an einen Gott“. Und jetzt das Erfreuliche: 64 Prozent der Bundesbürger beantworten diese Frage mit „ja“ oder „eher ja“. Selbst innerhalb der Großkirchen geraten die Religiösen offenbar in die Minderheit.

Der HVD sieht sich selbst als Interessenvertretung religionsfreier Menschen, und wird dabei von einer respektablen Minderheit von 22 Prozent als valide Alternative zu den Großkirchen wahrgenommen, die die Befragten „als Mitglied, durch Spenden oder durch ehrenamtliche Tätigkeit“ unterstützen würden. Wenn man den gesellschaftlichen Druck durch die kirchliche Indoktrination bedenkt, ist das schon ziemlich gut. Dazu kommt, dass geistig unabhängige Menschen wohl generell eher unterdurchschnittliches Interesse an HVD-Zeremonien wie Namens- oder Jugendfeiern haben.

Wenn dieser erfreuliche Trend sich fortsetzt, wird es für die Kirchenoberen in Zukunft deutlich schwieriger werden, ihre normative Kontrolle über Staat und Gesellschaft zu rechtfertigen. Wer weiss, vielleicht wird die Bundesrepublik sogar irgendwann zu einem säkularen Staat, der sich nicht mehr in Glauben und Moral seiner Bürger einmischt …

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10 Gedanken zu „64 Prozent der Deutschen: Glücklich ohne Gott

  1. Das ist ein erfreulicher Trend. Nur ist es dennoch möglich, dass die Kirche von der Bevölkerung weiterhin als legitimiert angesehen wird.

    Die nicht-religiösen Kirchenmitglieder sehen die Kirche immer noch als „gute“ Institution an: Eine Institution, die nach dem angeblichen Willen eines guten Gottes handelt, ist folglich auch gut, unabhängig von der Existenz dieses Gottes. Die Vorstellung sieht dann oft so aus, wie man sie aus der Populärkultur kennt; die genauen Inhalte dieser Religion sind kaum noch bekannt.
    Viele Leute beschäftigen sich eben nicht mehr mit der Religion, verstehen sie aber trotzdem als einen positiven Teil der Geschichte dieser Kultur, glauben den Blödsinn mit „Menschenrechte stammen aus den 10 Geboten“, oder sehen ähnliche Verbindungen mit unserer heutigen Kultur und der Kirche. Damit bleibt der Einfluss der Kirchen weiterhin legitimiert.

    Ich erinnere mich z.B. an Norbert Lammert, der ohne große Widersprüche von irgendwoher den Vatikan gegen Vorwürfe von Kindesmissbrauch, Menschenhandel und deren Einstellung zur Verhütung verteidigt hat mit dem Argument „Das ist ein Angriff gegen die Kirche“. Wenn wirklich über 50% der Menschen die Kirche nicht als moralische Institution ansehen, hätte ich mehr Widersprüche erwartet, gerade nach den jüngsten Missbrauchsskandalen.

    Es bedarf vermutlich mehr als Areligiosität, um die Kirche loszuwerden.

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  2. Pingback: Alle müssen kriechen vor dem Christen-Gott: Kirche und Hessen-CDU wollen Verfassung ändern | Man Glaubt Es Nicht!

  3. Ich bin dabei.

    Wann immer es geht (nein, besser: wenn immer es passt), mache ich genau das was sylar 5 vorschlägt: Echte Argumente bringen.

    Und ja, ganz erstaunlich ist, wie überrascht mancher doch ist, dass die Menschenrechte nicht *durch* sondern *gegen* die Kirche erkämpft wurden. Dass die Kirche überhaupt nicht barmherzig und wohltätig ist, sondern ein korrupter und kinderschändender Haufen. Dass die Kirche den Menschen viel mehr leid zufügt als dass sie Gutes tut. Dass….ach, ich weiß gar nicht, wo ich aufhören soll.

    Es ist viel zu tun.

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  4. Pingback: Gott in Hessische Verfassung | Religion und Gesellschaft

    • @dongamillo,

      „““Ist das nicht wunderbar wie Menschen ihren tiefen Sehnsüchten Raum geben?“““
      Ist das nicht äußerst entlarvend, wie du dich davor drückst, Rede und Antwort zu sterhen? Ziehst dich jetzt in einen über 4 Jahre alten Thread zurück, nur um nicht zugeben zu müssen, dass du auf ganzer Linie versagt hast und deinen kranken Glauben mit keiner Silbe mehr verteidigen kannst.

      Ich habe mir die kleine Mühe gemacht, den Artikel durchzulesen. Fazit: völlig verlogen! Was nicht zuletzt durch solche Sätze bewiesen wird:
      „Eine andere Dame habe im vorletzten Jahr für sich beten lassen, weil sie keine Kinder bekommen konnte. Im letzten Jahr besuchte sie erneut den Stand der ACK: „Sie wollte sich bedanken. Sie war schwanger – mit Zwillingen.““
      Jeder aufgeklärte Mensch und jeder, der sich informieren will, weiß, dass Gebete – außer vielleicht einem winzigen Placebo-Effekt – total nutzlos sind, bisweilen sogar schädlich sind, weil sie Menschen in trügerische Hoffnung versetzen können. Wer das Gegenteil behauptet, lügt.

      Genau so verlogen ist das ganze christliche Getue um Weihnachten, was damit anfängt, dass die beiden Weihnachts-„Geschichten“ bei Matthäus und Lukas reine Märchen sind, die sich irgendwer ausgedacht hat, um deinen Jesus zu überhöhen und mehr aus ihm zu machen, als der reine Mensch, der er nun einmal war.
      Das zeigt sich allein schon beim einfachen Lesen und vergleichen der Geschichten von Matthäus und Lukas, die zueinander völlig inkompatibel sind. Das weiß auch jeder Pfaffe, trotzdem werden Jahr für Jahr Milliarden von Menschen mit diesen Märchen, die als Tatsache hingestellt werden, belogen.

      Und die Leute lassen sich belügen, weil sie zu bequem sind, sich einmal mit dem kritisch auseinander zu setzen, was von den Kanzeln herab an Dummheit, Dreistigkeit und platten Lügen verbreitet wird. Und seit einigen Jahren auch im Internet. Aber zum Glück ist es hier einfach, kontra zu geben.

      Besonders verwerflich finde ich, dass bereits Kinder mit diesem Unsinn indoktriniert werden und man ihnen Krippenspiele vorsetzt und als historische Wahrheit verkauft, die sich nicht einmal aus der Bibel ableiten lassen. Selbst wenn man sich an dem Weihnachtsmärchen von Lukas orientiert, tauchen da viele Ungereimtheiten und Fehler, resp. Fälschungen auf: Weder Stall noch Ochse und Esel werden bei Lukas genannt, eine Volkszählung gab es zu besagter Zeit nicht und es war auch nicht üblich, dass die Leute zur Steuererfassung in die Stadt ihrer Vorfahren ziehen mussten, ganz abgesehen davon, dass es für Josef wohl kaum möglich gewesen sein dürfte, seine Abstammung von einem Vorfahren zu belegen, der 1000 Jahre zuvor gelebt hat. Hinzu kommt natürlich noch, dass auch Jesus, selbst wenn Josef Nachfahre Davids gewesen sein sollte, dies nicht ist, denn Josef ist lt. Bibel ja nicht sein biologischer Vater.
      Zum Schluss noch die „heiligen“ „drei“ „Könige“: drei Wörter, drei dicke Lügen! Nein vier, denn sie haben bei Lukas nichts zu suchen. Nur Matthäus erwähnt eine ungenannte Zahl von Astrologen, die angeblich einem Stern folgend, aber dann doch nicht wissend, wohin, bei Herodes landen, um anschließend von selbigem Stern, der sodann über einem Haus – nanu, schon wieder kein Stall! – stehenbliebt.
      Interessanterweise enthält der Matthäustext noch mehr Unsinn: die Hohepriester und Schriftgelehrten „wissen“, wo Jesus – äh, nein, der Messias – geboren wurde, nämlich in Bethlehem, indem sie Micha 5,1 zitieren, demzufolge „mir kommen [soll] der Herzog, der über mein Volk Israel ein HERR sei.“ (Mt 2,6)
      Komisch, wann war Jesus denn jemals „Herr über Israel“?
      Ist mir wohl irgendetwas entgangen bei der Bibellektüre.:-)

      Wie wir also sehen, sind die beiden Weihnachtsmärchen eine widersinnige Mischung aus frei erfundenen „Tatsachen“ und logisch völlig unhaltbaren Behauptungen hinsichtlich der Herkunft und „Bestimmung“ von Jesus. Und mit solchen Geschichten werden die Menschen, die das Pech hatten, dem christlichen Glauben zu verfallen, seit rund 1700 Jahren an der Nase herumgeführt. Denn auch das christliche Weihnachtsfest gab es nicht von Anfang des Christentums an, sondern ist eine spätere Erfindung. Der Termin dafür wurde übrigens nicht biblisch bestimmt (wie auch, man wusste ja nichts Konkretes über den Zeitpunkt), sondern – wie so oft im christlichen Brauchtum – rein opportunistisch festgelegt. Es ist kein Zufall, dass Weihnachten in der Nähe der seit Urzeiten gefeierten Wintersonnenwende liegt und genau auf dem Termin, den die Römer schon rund 500 Jahre vor der vermuteten Geburt Jesu ihrem Sonnengott Sol gewidmet hatten.
      Weihnachten ist also durch und durch heidnisch auch wenn Christen etwas anderes glauben machen wollen. Leider fehlt ihnen die Möglichkeit, Argumente für ihre Sicht der Dinge in die Waagschale zu werfen.

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    • Und deswegen gibt es einen Monstergott und seinen Bandenchef Jesus? Andreas, du hast jeden Boden einer sinnvollen Diskussion unter den Füßen verloren und schwebst auf Wolke Sieben. Aber dahin dir zu folgen bin ich nicht bereit. Meine teleologische Phase habe ich mit ca. vier Jahren überwunden.

      Werde einfach erwachsen und lege dein ideologisches Denken ab…

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