Teleologische Gottesbeweise: „Nä, iss datt schön hier!“

Religionisten versuchen mithilfe der teleologischen „Gottesbeweise“ zu demonstrieren, dass die Welt nur so sein kann, wie sie ist, weil ein Gott sie geschaffen hat. Das klingt eigentlich nach einem viel versprechenden Ansatz – Vielleicht hat der allmächtige Schöpfer aller Wesen und aller Dinge in der Natur ja eine Art Wasserzeichen hinterlassen?

Um die Spannung bei den Leserinnen und Lesern nicht über ein erträgliches Maß hinaus steigen zu lassen, sei hier gleich gesagt: Alle bekannten teleologischen Argumente scheitern schon im Ansatz an falschen Voraussetzungen oder logischen Fehlschlüssen.

Ein paar bekannte „Beweisgänge“ haben wir detaillierter betrachtet. Falls sich jemand eine Analyse eines speziellen Arguments wünscht – Bitte melden!

Die Vielfalt der Natur wird übrigens durch die Mechanismen der natürlichen Auslese elegant und stimmig erklärt. Seit der Entdeckung der Gesetze der Evolution sind die teleologischen Beweise daher de facto erledigt.

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Gottesbeweise oder: Achtung! Dies ist eine Übung!

Der zentraler Glaubenssatz jeder Religion ist, dass ein übermenschliches, übermächtiges Wesen (von den Judenchristen Jahwe genannt) existiert und das Universum geschaffen hat. Ohne einen Gott (oder mehrere Götter) verliert jede Religion ihre Berechtigung komplett. Seit knapp 12.000 Jahren sucht daher die Elite der Welt nach Beweisen (oder zumindest Hinweisen) für die Existenz eines solchen Wesens. Bestimmt sind dabei überzeugende Beweise entdeckt worden, oder?

Oder?

Als “Beweise” für die Existenz Gottes werden seit dem Mittelalter in verschiedener Form zum größten Teil die selben Argumente genannt. Die Gedankengänge werden mit beeindruckenden Namen mit noch beeindruckenderer Silbenzahl bezeichnet und hinter Wänden aus philosophischen Vokabeln versteckt. Trotzdem kommen sie auch in alltäglichen Gesprächen mit Religionisten immer wieder vor. Es ist also nützlich, sich die Argumente etwas näher anzuschauen – und zwar ohne verwirrendes Verbalgestrüpp.

Beweise: Annahmen müssen gültig und Schlüsse logisch korrekt sein

Um das Wichtigste schon hier zu verraten: Die bekannten “Beweise” sind alle Käse. Damit irgendein Beweis gültig ist, müssen die Annahmen korrekt sein und die Schlüsse aus den Annahmen den Regeln der Logik entsprechen. Bei den “Gottesbeweisen” sind die Annahmen jedoch unbewiesen oder falsch, oder gehen bereits davon aus, dass es einen Gott gibt (“Angenommen, es gibt einen Gott. Aus der Annahme folgt: Es gibt einen Gott! Voilà!”). Manchmal sind auch die Schlüsse logisch falsch (“Die Natur ist schön. Daraus folgt: Es gibt einen Gott! Voilà!”).

Folgende “Gottesbeweise” werden daher in der nächsten Zeit etwas näher betrachtet:

Leider ist das wirklich schon alles. Die bekannten Gottesbeweise sind allesamt Fehlschlüsse, versteckt hinter philosophischen Vokabeln oder Appellen an die Emotionen der Zuhörer.

Hier eine aktualisierte und erweiterte Version des Artikels, besprochen werden 20-25 Gottesbeweise.