MGEN-Podcast 37: Revolution in der Kirche? – Die Amazonas-Synode

Willkommen zu Man Glaubt Es Nicht!, dem Podcast über Religion und andere Esoterik, zu gesellschaftlichen und politischen Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht. Die aktuelle Folge findet ihr weiter unten in diesem Artikel, per RSS, Spotify, iTunes oder SoundCloud.

Wir haben beschlossen in Zukunft vom starren Show-Format abzusehen und die Hauptsegmente – in der Regel wöchentlich – einzeln zu veröffentlichen. Gebt Bescheid, wie es euch gefällt.

Unser Thema in dieser Episode:

  • Zölibat: Priesteramt nur interessant für „absonderliche“ junge Männer
  • Der „Synodale Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland
  • Die Amazonas-Synode in Rom und ihre Folgen

Fragen oder Anmerkungen, Themenvorschläge oder Beschimpfungen bitte unter diesem Artikel in den Kommentaren hinterlassen oder an mgenblog@gmx.de. Falls ihr mögt, bewertet unseren Podcast doch bei iTunes und abonniert ihn bei

MGEN-Podcast 2019.02: Schwarze Seelen

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Unsere Themen:

  • (5m00s) Da sitzt die Pappnase schief: Kirche segnet Karnevalswagen (Quelle: express.de)
  • (10m40s) Der heilige Kaffeelöffel quirlt nicht mehr: Sektengründerin Uriella ist tot (Quellen: nzz.ch, Wikipedia, Uriella rührt Badewasser auf Youtube)
  • (19m46s) Manche Trends sind noch schlimmer als andere: Christen-Rap (Quelle: facebook.de)
  • (23m53s) Staatsleistungen für tote Fürstbischöfe: Auch 2018 wieder ein Rekord (Quelle: faz.net)
  • (32m02s) Kirchliches Arbeitsrecht: Nun auch ein deutsches Urteil (Quelle: SPON)
  • (36m14s) MGEN-Prophetenradar: „Putin ist mein Enkel“ (Quellen: Geschlossene Fan-Gruppe bei facebook.de, befreit bei Imgur und Imgur)
  • (43m32s) Das Betnetzwerk des Papstes: Click-2-Pray (Quellen: Google Play, Apple Store)
  • (47m26s) Gemeinsame Kaffeeküche: In Berlin wird ein „House of One“ gebaut (Quelle: Deutschlandfunk)
  • (54m41s) Kindesmissbrauch durch die Kirche: „Gott liebt euch – und wir auch!

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MGEN-Podcast Folge 2017.03: Die Ratio bleibt draußen!

Willkommen zu unserem Podcast über Religion und andere Esoterik, zu gesellschaftlichen und politischen Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht. Unsere Themen im März 2017:

  • Vertuschen, Verzögern, Versetzen: Das letzte Missbrauchsopfer verlässt die Vatikan-Kommission zur Aufklärung von Kindesmissbrauch
  • Zu doof zum Geradeauspinkeln: Zehn Kinder sterben an überdosierten Giften in Homöopathie-Globuli; Techniker Krankenkasse verteidigt Homöopathie-Programm
  • Man kennt sich, man hilft sich: Bundestag möchte keine Kommission zur Evaluierung der Staatsleistungen an die Großkirchen
  • Internationale Solidarität: Hexen weltweit wollen Donald Trump mit einem Fluch belegen
  • Statistik des Monats: Akzeptanz des Kreationismus bei Leuten, die es eigentlich besser wissen sollten
  • Das Atheistische Quartett: Angst vor der Wahrheit von Paul Boghossian, Teil 3: Die Rückkehr der Wahrheit
  • Hörer beschimpfen Podcaster: Lumpenproleten und Evidenz
  • Der (jetzt echt wirklich bald) kommende Weltuntergang: Die Bargeldverbot-Prophezeiung der Bibel

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MGEN-Podcast Folge 2016.08: Ich dachte die mögen das!

Der nicht verurlaubte Teil des MGEN-Teams hat gepodcastet (oder heißt es podgecastet?), unter anderem zu folgenden Themen:

  • Ermittelt: Auch in Evangelistan gebären Jungfrauen Götter
  • Neue Erkenntnis der katholischen Kirche: In Wahrheit diskriminieren bösartige Homosexuelle unschuldige Christen
  • Ingrid Matthäus-Maier sitzt für atheistisch-humanistische Organisationen im WDR-Rundfunkrat
  • Priester missbraucht 20 Kinder: „Ich hatte den Eindruck, dass sie es mochten!“
  • Ausweispapiere für die Hohlwelt: Die Keltisch-Druidische Glaubensgemeinschaft
  • Der militante Atheismus und die Moral: Wir kommentieren Kommentare
  • Das mittlere Management: Heilige im Christentum
  • Nicht so fesch wie Darth Vader, aber genauso böse: Mutter Teresa wird heilig gesprochen

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PS – Wir haben uns nach der Aufnahme dieser Folge alle in den Urlaub verabschiedet. Es kann daher etwas länger dauern, bis Kommentare freigeschaltet werden. Entschuldigt bitte.

Der Papst verteilt Sandwiches

Der Papst, so wurde mir erzählt, der sei ein richtig toller Mensch. Heimlich, so sei in der Presse zu lesen, verlasse er nachts den Vatikan und verteile Sandwiches an die Obdachlosen Roms. Die berichtende Person strahlt, die Umstehenden nicken – was für ein toller Mensch!

Mal ehrlich: Es ist schon erstaunlich, wie stark die kirchlich-mediale Hirnwäsche auch bei gebildeten und skeptischen Personen wirkt. Angenommen ich wache morgen früh auf und bin das unangefochtene Oberhaupt der reichsten Organisation der Welt, der dreifach gekrönte König eines Staates, ohne Parlament, ohne Opposition, ohne aufmüpfiges Volk – also Diktator auf Lebenszeit. Ich habe eine eigene Bank, goldene Schätze, Konten und Güter überall auf der Welt. Und mal weiter angenommen, dass ich Armut und Elend wirklich doof finde und sie ehrlich bekämpfen will.

Und anstatt 10% des RKK-Vermögens flüssig zu machen und damit Hunger und Armut in der Welt für Generationen, möglicherweile für immer, auszulöschen – verteile ich ein paar Dutzend Sandwiches an Obdachlose? Heimlich? Nachts? Und dafür werde ich auch noch gefeiert?

Was mir völlig unklar bleibt: Denken die Leute überhaupt nicht mehr kritisch mit, wenn sie sowas lesen? Wie kann man so einen Quatsch denn bloß ernst nehmen?

Heiliger, toter Papst erschlägt Jugendlichen

Vor einer Weile wurde Ex-Papst Wojtyla durch Papst Franz heilig gesprochen. Das war laut Kirchenrecht möglich, da dem Ex-Papst zwei Wunder „nachgewiesen“ wurden, die von der katholischen Kirche weltweit abgefeiert wurden: Zwei Damen, die französische Ordensschwester Marie Simon-Pierre und die katholisch-gläubige Costaricanerin Floribeth Mora Diaz, wurden angeblich auf Bitte des toten Papstes an seinen Gott von Lähmungen geheilt. Papst Wojtyla, so werden wir informiert, ist demgemäß wohlauf und genießt sein zweites Leben an der Seite seines Gottes. Im Rahmen eines Berichtes schreibt „Die Presse“ von anderen Ereignissen, die sich zeitgleich zutrugen:

In denselben Minuten, in denen Floribeth Mora Diaz diesen Donnerstag von ihrer Heilung erzählt, melden italienische Agenturen, ein 21-jähriger Jugendleiter sei „vom Kreuz des Papstes erschlagen worden“. Der tonnenschwere, 30 Meter lange Stamm mit dem sechs Meter langen Korpus krachte in sich zusammen, als die Jugendgruppe darunter spielte. Das Kreuz stand auf einer Bergwiese in der Nähe des oberitalienischen Brescia und war zum Besuch von Johannes Paul II. 1998 aufgerichtet worden. Für Marco G., teilte die Polizei lapidar mit, sei jede Hilfe zu spät gekommen. Ein Wunder kam schon gleich gar nicht.

Papst Wojtylas persönliche Wundertaten

Prinzipiell können die katholischen Päpste sich natürlich gegenseitig so viele Orden verleihen, wie sie wollen – das machen die Politiker und Militärs ja auch so. Da sie aber im Gegensatz zu diesen einen Anspruch von Unfehlbarkeit und absoluter moralischer Überlegenheit erheben, sollte man zumindest oberflächlich überprüfen, wie dies begründet wird. Wird hier möglicherweise geschwindelt?

Damit eine Person heilig gesprochen werden kann, muss sie zuerst selig gesprochen werden, dazu bedarf es eines „tugendhaft christlichen Lebens und Wirkens“. Nun ja, da ein Papst während seiner Amtszeit selbst definiert, was jeweils „tugendhaft christlich“ ist, wird Papst Wojtyla diese Bedingung wohl erfüllt haben. Also: check.

Dann bedarf es noch zweier bestätigter Wunder. Ein Wunder, das ist das zeitweilige Aussetzen der Naturgesetze durch eine Gottheit auf Bitte eines Einzelnen hin. Ich bitte den Gott also um sechs Richtige im Lotto, der greift in die Ziehung ein, das Wunder ist geschehen. Wenn eine tote Person auf Bitte eines Gläubigen ein Wunder veranlassen kann, dann bedeutet das, dass sie a. noch in irgendeiner Form existiert und b. einen direkten Draht zum wundertätigen Gott hat. Sie ist also heilig.

Der tote Papst Wojtyla soll, wie jetzt durch Papst Franz bestätigt wurde, wohlauf sein und den Gott dazu bewogen haben, zumindest zwei Wunder zu vollbringen: Die Heilung einer Ordensschwester von einer Lähmung infolge von Parkinson und die Heilung einer zweiten Dame von einer Lähmung infolge einer Gefäßerweiterung.

Keine Lähmung mehr: Ordensschwester Marie

Zur „Heilung“ der französischer Ordensschwester Marie Simon-Pierre, die Mitglied des katholischen Ordens “Kleine Schwestern der Katholischen Mütterschaft” (kein Witz!) ist, hatten wir bereits etwas geschrieben: Sie litt an Lähmungserscheinungen der linken Hand und des linken Beins, die ein Provinzarzt offenbar als Symptome der Parkinson’schen Krankheit diagnostizierte. Als bekannt wurde, dass der von den Kleinen Schwestern hochverehrte Johannes Paul II. selig gesprochen werden sollte und man auf der Suche nach einem Wunder sei, das diesen Schritt rechtfertigen würde, begannen die Schwestern ganz doll zu dem verstorbenen Papst zu beten. Und siehe da: Die Lähmung verschwand, herbei gerufene Ärzte fanden keine Spuren einer Parkinson-Erkrankung.

Die einfachste Erklärung ist hier natürlich kein vollbrachtes Wunder, sondern eine schlichte Fehldiagnose: Der Arzt kann psychosomatisch bedingte Lähmungen durchaus ehrlich für Parkinson gehalten haben. Natürlich finden die nach der “Heilung” herbei gerufenen Ärzte dann keine Spuren der Krankheit. Möglicherweise haben die begeisterten Schwestern ja auch etwas geschummelt, um ihrem Idol zum “verdienten” Seligen-Status zu verhelfen.

Keine Lähmung mehr: Floribeth aus Costa Rica

Der Costaricanerin Floribeth Mora Diaz ist Papst Wojtyla am Tag seiner Seligsprechung im Traum erschienen; „steh auf und hab keine Angst mehr“ habe er zu ihr gesagt. In Folge dessen hätten sich ihre Lähmungen, die Folge eines Aneurysmas gewesen seien, zurück gebildet. Die Frau wirkt fit, von Lähmungserscheinungen ist in der Tat nichts zu sehen. In der völlig unkritischen Berichterstattung der Tagesschau behauptet sie: „So etwas Außergewöhnliches kann nur ein Wunder sein“. Ihr katholisch-gläubiger Hausarzt sieht das genau so.

Selbstverständlich bilden sich Aneurysmen auch auf natürliche Weise zurück, das will hier jedoch niemand hören. Als Belohnung für ihre Dienste wurde die Dame zur Heiligsprechung des Ex-Papstes nach Rom eingeladen, was sicherlich einer der schönsten Tage in ihrem Leben werden wird.

Sind die Wunder nun erwiesen?

Völlig wunderfreie Erklärungsansätze gibt es also für beide „wundersamen Heilungen“ genug. Erstaunlich ist in diesem Kontext, dass der allmächtige Gott noch nie nachweisbar einen Menschen von einer Amputation geheilt hat, also etwas wirklich wissenschaftlich Unmögliches vollbracht hat. Stattdessen findet sich immer wieder die Trias: 1. einer Person geht es schlecht und sie fühlt Lähmungen, 2. ein emotional aufwühlendes, euphorisierendes Ereignis findet statt, 3. die Lähmung verschwindet. Ob hier nicht eher psychosomatische Effekte zumindest eine Rolle spielen?

Ist durch diese prosaischen Erklärungsansätze denn nun komplett ausgeschlossen, dass es sich um ein göttlichen Eingriff auf Bitte des toten Papsts Wojtyla handelt, der sich an der Seite seines Gottes eines zweiten Lebens erfreut? Nein – Es ist aber eben auch nicht bewiesen.