MGEN-Podcast 2019.04: Nacktboxen mit Jugendlichen

Willkommen zu Man Glaubt Es Nicht!, dem Podcast über Religion und andere Esoterik, zu gesellschaftlichen und politischen Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht. Die aktuelle Folge findet ihr weiter unten in diesem Artikel, per RSS, Spotify, iTunes oder SoundCloud.

Unsere Themen:

  • 7m50s: Stadt Trier bezahlt „Zinsen“ an Kirche aufgrund einer Hexenverbrennung (Quelle: SWR, Tipp von Zynischer Zombie auf Twitter)
  • 12m16s: Politik und Kirche denken über neue Geldquellen nach (Quelle: Spon)
  • 26m41s: Vorschau auf Kirchenaustrittszahlen 2018 (Quelle: Rheinische Post)
  • 30m16s: Aktuelle Entwicklungen zur Sterbehilfe (Quellen: diverse, z.B. SZ.de)
  • 41m35s: Notre Dame de Paris ist abgebrannt; schuld sind die Atheisten (Quellen: kath.net, Tagespost)
  • 47m04s: Annegret Kramp-Karrenbauer äußert sich mal wieder zu Religion (Quelle: Publik Forum)
  • 1h02m35s: Sachsen: Regierung muss vor Genehmigung von Sonntagsarbeit die Kirche fragen (Quelle: N-TV)
  • 1h05m11s: „Gott liebt euch – und wir auch!“: Kindesmissbrauch durch die Kirche
    • Missbrauch in der Schweiz (Quelle: NZZ)
    • Missbrauch in den USA (Quelle: zeit.de)
    • Missbrauch in Deutschland: „Nacktboxen“ mit Jugendlichen (Quelle: Suedkurier)
    • Missbrauch in Chile (Quelle: katholisch.de)
    • Missbrauch in Spanien (Quelle: hpd.de)
    • Missbrauch in Deutschland: Akteneinsicht für Opfer (Quelle: SWR)
    • Ex-Papst Ratzinger: Atheisten und Alt-68er sind schuld! (Quelle: kath.net)
    • Kardinal Müller: Infame Gottlose sind schuld! (Quelle: news4teachers.de)
    • Kardinal Schönborn: An Sex denken ist eben ungesund! (Quelle: kurier.at)
    • Es liegt wohl eher an Zölibat und kirchlichen Strukturen: Interview mit Psychotherapeut und Priesterberater Joachim Reich (Quelle: sz.de)
    • Bischof Ackermann und Kardinal Marx an massiver Vertuschung beteiligt: Interview mit Christian Pfeiffer, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (Quelle: Die Zeit vom 17.04.2019)

Fragen oder Anmerkungen, Themenvorschläge oder Beschimpfungen bitte unter diesem Artikel in den Kommentaren hinterlassen oder an mgenblog@gmx.de. Falls ihr mögt, bewertet unseren Podcast doch bei iTunes und abonniert ihn bei

MGEN-Podcast 2018.10: Ohne jeden Kontext

Scheiß Islamisten!

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Unsere Themen:

  • November ist Kirchenaustrittsmonat
  • Bundesarbeitsgericht: Kirchliches Arbeitsrecht ist zumindest in Teilen rechtswidrig
  • Ergebnisse der Partei der Humanisten bei der Landtagswahl in Bayern
  • Kinderkirche Bottrop
  • USA: Justizministerium ermittelt gegen katholische Bistümer wegen Kindesmissbrauchs
  • Deutschland: Strafanzeigen gegen alle 27 Bistümer wegen Kindesmissbrauchs
  • Aufruf an Opfer: Meldet euch beim Institut für Weltanschauungsrecht (ifw), dort werden weitere juristische Schritte vorbereitet
  • Sind Atheisten Psychopathen? Religiosität und Empathie, Intelligenz und Atheismus
  • Definitionsstündchen „Erleuchtung“
  • Hörer beschimpfen Podcaster: Einseitige Interviews in der sechsten Dimension

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November ist Kirchenaustrittsmonat

Falls ihr jemanden kennt, der mit dem Gedanken spielt aus der Kirche auszutreten, oder jemanden, der im kommenden Jahr 2019 zum ersten Mal ein steuerpflichtiges Gehalt bekommt: November ist Kirchenaustrittsmonat.

Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer ist die Lohn- bzw. Einkommensteuer. Der Kirchensteuersatz beträgt in Bayern und Baden-Württemberg 8 %, in allen anderen Bundesländern 9 % der Einkommensteuer. (kirchenaustritt.de)

Die Kirchensteuer wird immer anteilig vom Jahreseinkommen erhoben. Falls also jemand in 2019 zum ersten Mal ein regelmäßiges Gehalt bekommt oder eine Gehaltssteigerung oder Einmalzahlung absehbar ist, wirkt sich das spürbar auf die Steuerlast aus. Die Rechnung geht so: Wenn ihr ab 1. Juli 2019 Gehalt bekommt und erst zum 30. Juni aus der Kirche austretet, seid ihr nicht etwa aus dem Schneider, sondern müsst auf euer Jahresgehalt 6/12 der jährlichen Kirchensteuer zahlen.

Zur Erklärung der Details hier Matthias “Skydaddy” Krause, der sich in Kirchenfinanzfragen vorzüglich auskennt:

1.) In vielen Bundesländern endet die Kirchensteuerpflicht erst mit Ablauf des auf den Kirchenaustritt folgenden Monats. Wer also erst im Dezember austritt, ist im Januar des Folgejahres noch kirchensteuerpflichtig.

2.) Die Kirchensteuer wird nicht von den monatlichen Einkünften erhoben, sondern anteilig vom Jahreseinkommen. Für jeden Monat, in dem man kirchensteuerpflichtig war, ist ein Zwölftel der „regulären“ Kirchensteuer zu zahlen (wenn man das ganze Jahr über Mitglied gewesen wäre).

Ebenso gilt für Ehen oder Lebenspartnerschaften: Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das “Besondere Kirchgeld” in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja die Gleichstellung  homosexueller Paare generalstabsmäßig (wenn auch im Endeffekt erfolglos) hintertreibt, auch für die noch verbliebenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Wie bereits anderswo beschrieben: Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

(Das Material für diesen Artikel wurde schamlos übernommen von Matthias „Skydaddy“ Krause. Die „November ist Kirchenaustrittsmonat“-Initiative ist seine Idee. Bitte helft sie bekannter zu machen.)

MGEN-Podcast 2018.04: Die Schamweisende Urmutter

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Unsere Themen:

  • 02m39s: Vatikan-Richter wg. Belästigung eines Jugendlichen sowie Besitz von Kinderpornos verurteilt
  • 08m00s: Moral? Welche Moral? Studie zu Gründen für Kirchenaustritte
  • 13m52s: Follow-Up: Oer-Erkenschwick wehrt sich gegen Urteil zum Muezzinruf-Verbot
  • 15m11s: Endlich abgehakt: In Schweringen flexen Unbekannte Hakenkreuz von Kirchenglocke
  • 21m13s: Gar nicht lustig? Drei Anzeigen gegen „ZDF heute Show“ vom 6. April 2018
  • 23m14s: EuGH: Kirchliche Arbeitgeber dürfen nicht bei jeder Stelle eine Religionszugehörigkeit fordern
  • 30m01s: MGEN quatscht: Gespräch mit Philipp Möller
  • 01h05m03s: Die Biologie der Religionsentstehung von Ina Wunn; Theorie zu den Anfängen der Religion

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November ist Kirchenaustrittsmonat

Falls ihr jemanden kennt, der mit dem Gedanken spielt aus der Kirche auszutreten, oder jemanden, der im kommenden Jahr 2018 zum ersten Mal ein steuerpflichtiges Gehalt bekommt: Im November ist der Zeitpunkt zum Kirchenaustritt.

Die Kirchensteuer wird immer anteilig vom Jahreseinkommen erhoben. Falls also jemand in 2018 zum ersten Mal ein regelmäßiges Gehalt bekommt oder eine Gehaltssteigerung oder Einmalzahlung absehbar ist, wirkt sich das spürbar auf die Steuerlast aus. Die Rechnung geht so: Wenn ihr ab 1. Juli 2018 Gehalt bekommt und erst zum 30. Juni aus der Kirche austretet, seid ihr nicht etwa aus dem Schneider, sondern müsst auf euer Jahresgehalt 6/12 der jährlichen Kirchensteuer zahlen.

Zur Erklärung der Details hier Matthias “Skydaddy” Krause, der sich in Kirchenfinanzfragen vorzüglich auskennt:

1.) In vielen Bundesländern endet die Kirchensteuerpflicht erst mit Ablauf des auf den Kirchenaustritt folgenden Monats. Wer also erst im Dezember austritt, ist im Januar des Folgejahres noch kirchensteuerpflichtig.

2.) Die Kirchensteuer wird nicht von den monatlichen Einkünften erhoben, sondern anteilig vom Jahreseinkommen. Für jeden Monat, in dem man kirchensteuerpflichtig war, ist ein Zwölftel der „regulären“ Kirchensteuer zu zahlen (wenn man das ganze Jahr über Mitglied gewesen wäre).

Ebenso gilt für Ehen oder Lebenspartnerschaften: Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das “Besondere Kirchgeld” in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja die Gleichstellung  homosexueller Paare generalstabsmäßig hintertreibt, auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Wie bereits anderswo beschrieben: Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

(Das Material für diesen Artikel wurde schamlos übernommen von Matthias „Skydaddy“ Krause. Die „November ist Kirchenaustrittsmonat“-Initiative ist seine Idee. Bitte helft sie bekannter zu machen.)

November ist Kirchenaustrittsmonat

Falls ihr jemanden kennt, der mit dem Gedanken spielt aus der Kirche auszutreten, oder jemanden, der im kommenden Jahr 2017 zum ersten Mal ein steuerpflichtiges Gehalt bekommt: Im November ist der Zeitpunkt zum Kirchenaustritt.

Die Kirchensteuer wird immer anteilig vom Jahreseinkommen erhoben. Falls also jemand in 2017 zum ersten Mal ein regelmäßiges Gehalt bekommt oder eine Gehaltssteigerung oder Einmalzahlung absehbar ist, wirkt sich das spürbar auf die Steuerlast aus. Die Rechnung geht so: Wenn ihr ab 1. Juli 2017 Gehalt bekommt und erst zum 30. Juni aus der Kirche austretet, seid ihr nicht etwa aus dem Schneider, sondern müsst auf euer Jahresgehalt 6/12 der jährlichen Kirchensteuer zahlen.

Zur Erklärung der Details hier Matthias “Skydaddy” Krause, der sich in Kirchenfinanzfragen vorzüglich auskennt:

1.) In vielen Bundesländern endet die Kirchensteuerpflicht erst mit Ablauf des auf den Kirchenaustritt folgenden Monats. Wer also erst im Dezember austritt, ist im Januar des Folgejahres noch kirchensteuerpflichtig.

2.) Die Kirchensteuer wird nicht von den monatlichen Einkünften erhoben, sondern anteilig vom Jahreseinkommen. Für jeden Monat, in dem man kirchensteuerpflichtig war, ist ein Zwölftel der „regulären“ Kirchensteuer zu zahlen (wenn man das ganze Jahr über Mitglied gewesen wäre).

Ebenso gilt für Ehen oder Lebenspartnerschaften: Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das “Besondere Kirchgeld” in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja die Gleichstellung  homosexueller Paare generalstabsmäßig hintertreibt, auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Wie bereits anderswo beschrieben: Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

(Das Material für diesen Artikel wurde schamlos übernommen von Matthias „Skydaddy“ Krause. Die „November ist Kirchenaustrittsmonat“-Initiative ist seine Idee. Bitte helft sie bekannter zu machen.)

Diskussionsaufruf: Wie können wir den Kirchenaustritt vereinfachen?

Während unserer letzten Podcast-Folge hatten wir den Bericht diskutiert, dass binnen  eines Monats 25.000 Norweger die Staatskirche verlassen hatten, nachdem eine Servicewebseite zum Kirchenaustritt online gestellt worden war. Das entspräche in Deutschland 400.000 Austritten.

In Deutschland ist es so, dass man mit je Land oder Stadt verschiedenen Unterlagen persönlich beim Amt vorstellig werden muss, zumeist beim Standesamt oder sogar beim Amtsgericht. In einigen Bundesländern reicht auch die Erklärung bei einem Notar aus. Die Informationen zu den Austrittsmodalitäten haben die Betreiber von kirchenaustritt.de perfekt zusammen getragen.

Im Podcast hatten wir überlegt, dass dieses Hemmnis bestimmt eine ganze Reihe von eher apathischen Nicht- oder Beinahechristen vom Austritt abhält – so wie in Norwegen.

Daher dieser Diskussionsaufruf: Wie können wir als atheistische Internetgemeinde den Kirchenaustritt in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz vereinfachen? Was können wir tun um den Prozess so zu glätten, dass mehr Leute die Kirche verlassen? Lassen sich Erklärungen irgendwie per Internet oder per Briefpost einsammeln und einem Notar übergeben? Könnte eine Webseite helfen die Formulare auszufüllen und auszudrucken? Vielleicht eine App? Ein Fond um Leuten mit den fälligen Gebühren zu helfen? Oder lässt sich überhaupt nichts machen ohne Gesetzesänderungen? Sieht vielleicht ein Verband die Möglichkeit gegen diese Vorschriften zu klagen?

MGEN-Podcast Folge 16.07: Warum gibt’s dann noch Affen?

Das MGEN-Team hat gepodcastet, unter anderem zu den folgenden Themen:

  • Sehr praktisch: Glockengebimmel und Muezzinruf als Handy-App
  • Kirchen enttäuscht: (Erstmal) kein Gottesbezug in Schleswig-Holstein
  • Danke schön und auf Wiedersehen: Kirchenaustritte 2015
  • Das moralische Viertelstündchen: Moral und Ethik – Was ist das, was soll das?
  • Es folgt ein Gottesbeweis: Das teleologische Argument
  • Mehr drin als man denkt: Kreationisten in Deutschland

Links zu den Themen:

Der RSS-Feed für den Podcast findet sich hier. Die Folge lässt sich auch bei iTunes oder direkt bei Soundcloud anhören und auch als mp3 herunterladen. Falls ihr mögt, bewertet unseren Podcast doch dort. Fragen oder Anmerkungen könnt ihr unter diesem Post in den Kommentaren hinterlassen oder per EMail an mgenblog@gmx.de auf den Weg bringen.

Kirchenaustritt

Es gibt viele gute Gründe aus der Kirche auszutreten:

  • Man glaubt nicht mehr an die religiösen Dogmen,
  • man ist mit den Aussagen der Kirche, z.B. in gesellschaftlichen Fragen, nicht mehr einverstanden,
  • man möchte seine Kinder vor übergriffigen Priestern bewahren,
  • man ist gegen eine Vermengung von Staat und Kirche,
  • man möchte den Hasspredigern im Fernsehen nicht mehr die Stimme leihen, oder
  • man möchte einfach etwas Geld sparen.

Ein schlechtes Gewissen braucht dabei niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt. Obendrauf zahlen die Bundesländer noch ca. 500 Millionen Euro für die sog. Staatsleistungen, die von Kirchenlobbyisten mit angeblichen Verpflichtungen aus dem Umfeld des Dreissigjährigen Kriegs und der französischen Revolutionskriege begründet werden. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

In Deutschland ist man mit 14 Jahren religionsmündig, darf also ohne Zustimmung der Eltern aus der Kirche austreten. In den meisten Bundesländern muss man dazu persönlich zum örtlichen Amtsgericht oder Standesamt gehen, seinen Ausweis vorzeigen und eine Gebühr (meist zwischen 30 und 60 Euro) zahlen. Das Geld hat man natürlich schnell wieder drin, selbst wenn man nur sehr geringe Steuern zahlt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Vorsicht: Die Austrittsbescheinigungen unbedingt umbewahren! Es gibt immer wieder Fälle, in denen die Kirchen nach einem Umzug in ein anderes Bundesland den Austritt ohne Beleg nicht anerkennen und über Jahre rückwirkend Kirchensteuer eintreiben lassen. Das kann also richtig teuer werden.

Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das „Besondere Kirchgeld“ in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja immer wieder gegen Homosexuelle hetzt und ihre Gleichstellung  planmäßig hintertreibt, auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt. Wenn’s um Geld geht, spielen die religiösen Dogmen offenbar keine Rolle.

Also, Leute, falls ihr noch in einer Kirche seid: Mit eurer Mitgliedschaft gebt ihr den in den Talkshows geifernden Kirchenoberen eure Stimme. Solange ihr Mitglied bleibt, sprechen die auch in eurem Namen. Tretet jetzt aus!

Informationen zum Kirchenaustritt:

  • Nähere Informationen zum Kirchenaustritt in den einzelnen Kommunen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es hier.
  • Ein FAQ des Internationalen Bunds der Konfessionslosen findet sich hier.
  • Matthias „Skydaddy“ Krause bringt eine Menge Informationen zum Thema Kirchenaustritt und den wilden juristischen Manövern der Großkirchen in einer Folge des sehr empfehlenswerten Ketzer-Podcasts (hier).

Ältere Menschen treten vermehrt aus der Kirche aus

Die Rheinische Post („Zeitung für Politik und christliche Kultur“) hat bei den katholischen Bistümern in Deutschland nachgefragt, wie es denn mit der Kirchentreue der bislang sicher im Griff geglaubten Alterskohorte 60+ aussähe. Und siehe da – auch die Älteren sind nicht so leichtgläubig wie in Kirchenkreisen offenbar angenommen und treten in Scharen aus. Einige Zahlen der Rheinischen Post:

Bistum Austritte 2014 Austritte 2013 Veränderung
Bamberg 2.074 1.470 +41%
Essen 764 341 +124%
Freiburg 2.185 950 +130%
Hamburg 886 330 +168%
Limburg 537 399 +35%

Ob sich diese Steigerungen als einmaliger Ausschlag in Folge der neuen Kirchensteuermodalitäten erweist oder ob sich hier ein langfristiger Trend zeigt bleibt abzuwarten. Erfreulich ist in jedem Fall, dass die Kirchenbindung auch bei älteren Menschen offenbar nachlässt.

Der Rest des RP-Artikels ist nur begrenzt lesenswert: Hier mischt sich Jammerei über den angeblichen Verfall traditioneller Werte mit mäßig subtilen Bemerkungen à la „Tja, aber ob ihr dann eine ordentliche Beerdigung bekommt …?“ Das Ganze wird garniert mit Photos des lachenden Papstes und von Kirchen im Sonnenuntergang; Bildunterschrift: „So schön erstrahlen die Kirchen bei Nacht“ – Kein Witz!

Wie schön, dass sich offenbar zunehmend weniger Menschen mit so einem Unsinn einwickeln lassen.