MGEN 128: Das Ende der christlichen Mehrheit – Tills Presseschau

Die FAZ ist nicht glücklich. Gegen Ende des Jahres 2021 stellten die in den Großkirchen organisierten Christen zum ersten Mal nicht mehr die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Um zu retten, was zu retten ist, gibt die FAZ eine breit angelegte Allensbach-Umfrage in Auftrag und sucht in den Ergebnissen nach Lichtblicken: Ja, viele Deutsche singen immer noch Weihnachtslieder. Ja, mehr Deutsche glauben an Engel als an Gott (?). Einige Deutsche glauben sogar, dass Jesus der „Sohn Gottes“ sei. Aber alles in allem, konstatiert die FAZ, ist das Christentum auf dem absteigenden Ast: Zuerst verlieren die Menschen den Glauben an die christlichen Geschichtchen und Regeln, dann die Kirchenmitgliedschaft und schließlich die christlich-kulturelle Prägung.

Till und Oliver machen einen Sekt auf.

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MGEN 127: Jesuit Klaus Mertes über ’schlüpfrige Bemerkungen‘

Der Jesuit Klaus Mertes äußert sich zum Massenmissbrauch und den Umgang der Kirche mit kriminellen Priestern. Möglicherweise fordert er ein Ende des Missbrauchs, eine Aufklärung vergangener Taten und konsequente Bestrafung der Pädotäter? — Immerhin ist er als ehemaliger Rektor einer Missbrauchsschule ja deutschlandweit als großer Aufklärer bekannt, hat sogar von Bundespräsident Steinmeier ein Bundesverdienstkreuz umgehängt bekommen.

Aber weit gefehlt: Klaus Mertes mahnt mehr Rücksicht im Umgang mit Missbrauchspriestern an, hält die deutschen Bischöfe für viel zu streng und – besonders perfide – versucht dem Publikum mit schönen Worten einzureden, dass heute schon „jedes Im-Ton-Vergreifen, jede schlüpfrige Bemerkung“ als Kindesmissbrauch gewertet werde. Wird hier noch die Wahrheit verdreht oder schon gelogen? – Oliver und Till sind unsicher.

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MGEN 126: Kirche als Täterorganisation und religionsfreie Eide – Tills Presseschau

Till hat sich in der deutschen Qualitätspresse umgeschaut und zwei subtil absurde Artikel gefunden: In einer Zuschrift an die FAZ empört sich ein Leserbriefschreiber mit beeindruckendem P*nis akademischen Titel darüber, dass ein hoher Kirchenmann die Kirche als „Täterorganisation“ bezeichnet (und damit mäßig subtil an Kardinal Woelkis goldenem Thron sägt). Im zweiten Teil denkt die Süddeutsche Zeitung in einem in Quadratmetern zu messendem Artikel darüber nach, was sich die Mitglieder des neuen Bundeskabinetts beim Schwur auf die Verfassung wohl beim Weglassen der Invokation des Christengottes gedacht haben — und kommt zu dem Schluss: Gar nichts, muss wohl eher Zufall gewesen sein.

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MGEN 121: Kirchenfinanzen in Deutschland und Frankreich – Ein Vergleich

In Frankreich sind Religion und Regierung getrennt, während sich in Deutschland Staat und Kirche eng umschlungen in den Armen liegen. Wie wirkt sich so ein Staat-Kirche-Verhältnis auf die Kirchenfinanzen aus?

Martina vergleicht die Kirchen in Frankreich und Deutschland und stellt fest: Während in einem säkularisierten Land Priester für ihr eigenes Auskommen sorgen müssen, sind die Kirchen im Staatskirchenland Deutschland maßlos reich.

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MGEN 118: Der Papst und die Vertuschungsbischöfe: ‚Jeder macht mal Fehler!‘

Wegen ihrer Rollen im Kindersexskandal haben die Bischöfe Heße, Puff, Schwaderlapp sowie Kardinal Marx dem Papst ihren Rücktritt angeboten, der Kölner Kardinal Woelki hat nach massivem Druck seine berufliche Zukunft in die Hände des Vatikans gelegt. Die Reaktion des Papstes ist simpel: Die überführten Bischöfe werden für ein paar Monate aus der Schußlinie genommen, dann wieder in Amt und Würden eingesetzt. Den Massenmissbrauch endlich beendigen? Die eigene Schuld einsehen? Vielleicht sogar Wiedergutmachung leisten? – Völlige Fehlanzeige!

Martina schaut sich die Entscheidungen des Papstes zu Heße, Puff, Schwaderlapp, Marx und Woelki näher an und nimmt uns mit auf eine bizarre Reise durch absurde Exerzitien, elend jammernde Großverdiener und gelangweilte Kirchenmitglieder. Ein Gedankengang taucht in katholischen Kreisen immer wieder auf: Was macht das schon, so ein bißchen Mißbrauch? Und Fehler kann ja nun wirklich jeder mal machen …

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MGEN 117: Der Synodale Weg: Rettung oder Sackgasse?

Im Herbst 2021 ist es wieder soweit: Der Synodale Weg tagt und sucht nach kirchlichen Lösungen für Missbrauchskrise, Priestermangel, Gleichberechtigung für Frauen und Geschiedene. Bleibt die Frage: Warum eigentlich? — Denn schließlich hat der Papst ja schon wiederholt klar gemacht, dass es in der Kirche keinerlei substanzielle Reformen geben wird. Oliver rekapituliert die bisherigen Ereignisse, geht auf die aktuellen Beschlüsse der Synodalversammlung ein und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Synodalen Prozesses, das Gegenprojekt des Papstes zum deutschen Sonderweg.

Das MGEN-Team ist sich einig: Der Synodale Weg ist in erster Linie ein taktisches Mittel der deutschen Bischöfe, das reformerische Bestrebungen bei den Ehrenämtlerinnen binden und sie ruhigstellen soll. Stellt sich die Frage, wann die engagierten Laien selbst das merken.

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MGEN-Podcast 107: Alles bedauerliche Einzelfälle! – Die Kirche und der Völkermord in Ruanda

Bei dem Genozid in Ruanda waren im Jahr 1994 auch viele katholische Priester als Massenmörder aktiv. Natürlich wurde deren Schuld von Seiten der Katholik:innen und der Kirche selbst jahrzehntelang geleugnet. Die Kirche hat sogar systematisch Priester aus Ruanda geschmuggelt und sie in Europa im Kirchenasyl versteckt – zum Teil werden die Massenmörder immer noch in Gemeinden als Pfarrer eingesetzt.

Die Kirche bestreitet jede Schuld am Massaker und verhindert die Bestrafung der Täter — genau, wie sie es fünfzig Jahre zuvor schon bei den Nazis gemacht hatte. Katholik:innen halten das alles nicht für einen Grund zum Kirchenaustritt — Was soll schon das bißchen Völkermord?

Ein Hörer hat uns auf ein Interview der ZEIT mit dem Richter Wolfgang Schomburg aufmerksam gemacht, in dem er seine Erfahrungen mit den Heiligen Männern und ihren kirchlichen Beschützern beschreibt. Vielen Dank.

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MGEN-Podcast 106: Die „Erbsünde“ als Rettung der Kirche?

Der Theologe Gerd Neuhaus (außerordentlicher Professor) fordert in seinem FAZ-Artikel “Raus aus der Selbstfixierung” vom 21. Juli 2021, dass die Kirche sich endlich wieder auf ihre stärkste Waffe besinnt: Das Konzept der Erbsünde. Das ist kein Scherz — der außerordentliche FAZ-Autor will mithilfe eines theologischen Stunts zeigen, dass man mit Hilfe der Konstruktion der Erbsünde unsere neumodischen Probleme wie Klimawandel, Überbevölkerung oder die Krise der Demokratie perfekt lösen kann. Der argumentative Bogen ist so spektakulär, dass sogar das MGEN-Team staunt.MGEN-Youtube-Titeltafel-Folge-106

Zusätzlich: Wir haben Kritik zu unserer Folge „Alle ein bißchen gaga -äh- religiös?“ bekommen, die sich um den Artikel „Religion: Warum wir den Sinn suchen“ von Hannes Leitlein dreht. Dazu sagen wir: „Mea culpa, mea maxima culpa.“

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MGEN-Podcast 105: Implosion nicht aufzuhalten – Kirchenaustritte 2020

Trotz Corona-Schwierigkeiten haben im Jahr 2020 überdurchschnittlich viele Menschen den Weg zum Amtsgericht oder Notar gefunden um dort aus der Kirche auszutreten. Bei den Katholiken war es sogar die zweithöchste Zahl überhaupt — direkt nach dem Rekordjahr 2019.

MGEN-Youtube-Titeltafel-Folge-105Oliver gibt einen Einblick in die Erosion der beiden (Mittel-)Großkirchen und schaut sich die Stellungsnahmen der Kirchenfürsten, die Kommentare von Christen und die Gegenmaßnahmen der Kirchen an. Das MGEN-Team ist sich einig: Die Kirchen reagieren plan- und hilflos auf die Verluste.

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MGEN-Podcast 103: Der Erzbischof, der Corona-Fake und der „Great Reset“

Seit über einem Jahr fällt er immer wieder durch absurde Wortmeldungen auf: Der ehemalige päpstliche Diplomat und Erzbischof Carlo Maria Viganò behauptet, dass die Corona-Pandemie ein Werkzeug satanischer Kräfte sei um die Weltherrschaft zu erlangen, dass „geheime Eliten“ einen Great Reset planten um die Menschen gefügig zu machen. Woher hat er dieses Wissen? Natürlich auf direktem Wege von der Heiligen Jungfrau, der Gottesmutter höchstpersönlich. Und welche geheimen Mächte sollen laut des Erzbischofs hinter der ganzen Aktion stecken? – Als MGEN-Hörer:in kann man es sich schon denken.

Ist Erzbischof Viganò bösartig, verrückt oder einfach nur katholisch? Martina schaut sich seine Äußerungen genauer an und findet Verbindungen in die deutsche Politik.

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