Wir leben in der Endzeit: Die Bargeldverbot-Prophezeiung der Bibel

Eins ist sicher: Das Bargeldverbot kommt, wie in der Bibel prophezeit. Wir leben in der Endzeit. Noch nie gehört? Doch, es ist so: Die wollen uns das Geld wegnehmen!! Diesmal aber wirklich, beim nächsten Mal ganz sicher und beim Mal danach dann ohne jeden Zweifel!! Regelmäßig und in Wellen macht in bestimmten Kreisen das Gerücht die Runde, „die da oben“ wollten das Bargeld verbieten. In Indien und in Schweden haben die das schon durchgezogen! Als Nächstes bei uns!

Wer genau sind „die“? Wer weiß das schon? Illuminati, Freimaurer, „dä Jodn“, Echsenmenschen – je nach persönlicher Disposition und Wahnvorstellung. Hier treffen sich bibeltreue Christen, Reichsbürger, Esoteriker und allerlei politische Verschwörungsgläubige. Und wo haben die’s alle her? Genau, aus der Bibel: Als Beweis für diesen unmittelbar bevorstehenden Akt der Unterdrückung wird eine Prophezeiung aus der Offenbarung des Johannes, Kapitel 13 zitiert, die  das Bargeldverbot präzise vorher sagen soll. Für viele Christen ist daher klar: Dieses Bargeldverbot ist ein Zeichen für den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang, den ihr Jesus voraussagt. Spätestens jetzt sollte allen klar sein: Wir leben tatsächlich in der Endzeit.

Was ist eine Prophezeiung?

Auf die Gefahr hin treue Leser zu langweilen, hier nochmal die Kriterien dafür, dass eine Aussage oder Behauptung als gültige Prophezeiung gewertet werden kann: Die Behauptung muss zutreffend sein („Schwarz ist rot und plus ist minus“ ist keine Prophezeiung), sie muss vor dem betreffenden Ereignis gemacht werden („Gestern hatte ich üble Kopfschmerzen“ auch nicht), das Ereignis muss außergewöhnlich sein („Morgen früh wird die Sonne aufgehen“ ebenfalls nicht), sie muss exakt sein („Du wirst einen hochgewachsenen Fremden treffen,“ nope), und die Prophezeiung darf das Ereignis nicht selbst auslösen („Kellner, ich prophezeie eine Pizza!“). Um das Zutreffen einer Prophezeiung beurteilen zu können, muss die Erfüllung zudem beobachtbar sein: Falls wir nicht beurteilen können, ob das prophezeite Ereignis eintrifft oder nicht, bleibt die Aussage eine bloße Behauptung.

Was steht wirklich in der Bibel?

Als erstes schauen wir mal, was die Bibel zur Bargeldabschaffung ganz konkret schreibt. Die Religionisten beziehen sich dabei auf Offenbarung 13:16-18:

„Und es [das böse Teufelstier] bewirkt, daß allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, und daß niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit! Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist 666.“

Hm, von Bargeldverbot steht da aber nichts. Was der Verfasser uns konkret mitteilen will, bleibt unklar. Das „Malzeichen auf der rechten Hand“ könnte – mit viel gutem Willen und etwas Phantasie – auf Geldmünzen einer bestimmten Währung hinweisen, aber wohl kaum auf dessen Abwesenheit oder Verbot. Möglicherweise geht es um die vom Verfasser ungeliebte römischen Währung (siehe unten), auf deren Münzen in der Regel der amtierende Kaiser abgebildet war. Vielleicht geht es auch um die eisernen Ringe, die römische Bürger als Zeichen ihres Standes zu tragen hatten – Das alles sind aber lediglich Spekulationen: Nichts Genaues weiß man nicht! – Ein Bargeldverbot, das lässt sicher sicher sagen, wird hier jedenfalls nicht erwähnt.

Faktencheck: Gibt es ein Bargeldverbot?

Als Beweise für ein das Eintreffen der prophezeiten Ereignisse werden immer wieder Fälle in Indien und Schweden vorgebracht, wo Bargeld angeblich schon verboten sei.  Schaut man etwas genauer hin, bleibt jedoch nicht allzu viel von der Endzeitstimmung übrig:

In Indien gibt es kein Bargeldverbot. Stattdessen hat die dortige Regierung im November 2016 die großen Rupienscheine (500 und 1000 Rupien) mit einer ziemlich knappen Frist gegen ein neues Design eintauschen lassen. Warum? Offenbar gibt es dort große Probleme mit Korruption und Schwarzgeld — letzteres wird dabei gern in den betreffenden Scheinen kofferweise im Haus gelagert. Durch den Designwechsel wollte die indische Regierung die Besitzer von Schwarzgeld dazu zwingen, es bei einer Bank gegen die neuen Scheine zu tauschen — so sollten die Ganoven auf dem Radar der wachsamen Behörden auftauchen. In den westlichen Medien wurde davon hauptsächlich deswegen berichtet, weil die Behörden nicht genug neue Scheine gedruckt hatten, so dass es zu lokalen Unruhen kam.

In Schweden gibt es kein Bargeldverbot. Stattdessen wird dort Bargeld einfach seltener benutzt, weil die Schweden gern mit Kreditkarte bezahlen. Das findet man dort einfach praktischer, gezwungen wird dazu niemand. Zu dieser Sache gab es einige Berichte in den Medien, die dann von Verschwörungsgläubigen (absichtlich?) falsch verstanden wurden.

In Deutschland gibt es übrigens auch kein Bargeldverbot. Es stimmt: Die Europäische Zentralbank denkt immer mal wieder laut über eine Abschaffung des 500-Euro-Scheins nach — in den meisten Ländern gab es vor der Einführung des Euro keine so große Noten, kaum jemand nutzt sie, und außerdem haben einige europäische Länder Probleme mit gebunkertem Schwarzgeld. Ob die Abschaffung des Riesenscheins aber wie vage beschlossen „gegen Ende 2018“ wirklich kommt, ist noch unklar. Und selbst wenn: Die Abschaffung eines einzelnen Notenwerts — für den es zudem kaum lautere Nutzungsszenarien gibt — kann wohl kaum als Bargeldverbot bezeichnet werden.

„Aber es könnte doch sein …“

Interessanterweise stört das offensichtliche Nichteintreffen des vorhergesagten Ereignisses die Gläubigen kein bißchen:

„Wir leben in der „Endzeit“, einige Prophezeiungen der Bibel werden realistisch erkennbar (u.a. Bargeldabschaffung), einige werden die Zeichen der Zeit erkennen, viele werden mit dem „Zeitgeist“ mitlaufen.“ (hier)

„Ich denke das ist so wie mit der umstrittenen PKW-Maut, warten wir es doch einfach mal ab, auf die paar Jährchen kommt es jetzt auch nicht drauf an, oder?😉“ (hier)

Also kommt das Bargeldverbot irgendwann in der Zukunft? Aber in der Endzeit leben wir auf jeden Fall jetzt schon? Ist also der Umstand, dass die Prophezeiung nicht eingetreten ist, etwa ein Zeichen für ihre Wahrheit? Hier wird nicht mehr wie sonst üblich das Eintreffen eines Ereignisses als Beleg für den göttlichen Ursprung der Prophezeiung gewertet, sondern das System wird umgedreht: Das Ereignis wird ganz sicher eintreffen, denn es steht ja so in der Bibel. Gegenläufige Beobachtungen sind somit keine Argumente gegen die Prophezeiung, sondern werden sogar als Bestätigung angesehen. Somit schließt sich der Kreis: Eine etwas abseitige Überzeugung immunisiert sich komplett von der Außenwelt und wird so zur Verschwörungstheorie.

Etwas Hintergrund zur Offenbarung des Johannes

Kommen wir nochmal zurück zur Offenbarung des Johannes. Die ist irgendwann im letzten Drittel des ersten Jahrhunderts entstanden — der genaue Zeitpunkt ist umstritten. Wichtig ist für unsere Zwecke, dass der Autor Johannes, der im Exil auf der Insel Patmos saß, das römische Reich nicht mehr als Ordnungsmacht sah, sondern als tyrannische Besatzung. Wenige Jahrzehnte vorher berichtet Paulus von Tarsus noch stolz von seinem römischen Bürgerrecht; Johannes beschimpft Rom dagegen nur wenig verklausuliert als „Hure Babylon.“

Es gibt eine lange Tradition tagespolitische Ereignisse mittels Metaphern und Analogien zu kommentieren. Die exakten Bezüge dieser Aussagen können jedoch oft nach einem Kontextwechsel verloren gehen. So erscheint uns z.B. die britische Fernsehsendung Monty Python’s Flying Circus heute vor allem lustig und albern. Die vielen tagespolitischen Anmerkungen und Satiren zur Lage im Großbritannien Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre werden von uns heute nicht nur nicht mehr verstanden — wir bemerken noch nicht einmal mehr ihre Anwesenheit. Diese Bedeutungsebene ist in nur 50 Jahren komplett verloren gegangen.

Analog ist es mit den politischen Aussagen und Kommentaren des verbannten Johannes: Die berühmte „Zahl des Tieres“ lässt sich, wenn man die damalige politische Lage beachtet, komplett ohne religiösen oder mythologischen Überbau erklären. Addiert man die hebräischen Zeichen (im Hebräischen werden Buchstaben ja bekanntermaßen als Ziffern „zweitverwertet“) für den Namen Kaiser Nero, נרון קסר (Neron Kesar), so erhält man nämlich die Summe 666. Dieselbe Summe ergibt sich, wenn weiterhin nach hebräischen Regeln gerechnet wird, für die griechische Schreibweise Νηρων Καισαρ (Nêrôn Kaisar).  Der Text wurde also bewusst so verfasst, dass nur Juden und Christen mit Hebräischkenntnissen die Verschlüsselung durchschauten und nicht die römischen Staatsbeamten, die in der Osthälfte des Reiches, wo die Offenbarung des Johannes entstand (nach Aussage im Text selbst auf der Ägäisinsel Patmos), wohl Griechisch, aber kein Hebräisch verstanden.

Quelle: Christlicher Blog „Good Question – Reflections on questions about the Bible“

Ist das ein Geheimnis oder irgendwie esoterische Zahlenmystik, nur bekannt unter Eingeweihten oder spezialisierten Historikern? Nein. Der letzte Abschnitt steht so im Wesentlichen in der Wikipedia. Die Sache mit der „Zahl des Tieres“ ist ähnlich rätselhaft – nämlich gar nicht – wie die Aussage „Ich sag nicht, wer an Umstand X schuld ist, aber der Name beginnt mit ‚M‘ und endet mit ‚erkel‘.“ Die Prophezeiungs- und Wundergläubigen wollen das aber nicht verstehen. Dabei ergibt in diesem Kontext der Satz „Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist 666“ plötzlich Sinn, und zwar ganz ohne absurde Annahmen zu Bargeldverbot oder anderen übernatürlichen Dingen: Hier ist wirklich ein Mensch gemeint, und zwar aus Sicht des verbannten Juden Johannes von Patmos ein sowohl sehr mächtiger als auch sehr böser – der römische Kaiser. Durch die „Verschlüsselung“ mittels hebräischer Ziffern konnte er die verhasste Besatzungsmacht beschimpfen und öffentlich ihr Ende herbei sehnen, ohne dafür mit den Behörden in Schwierigkeiten zu kommen.

Was will uns der Prophet wirklich sagen?

Abseits skeptischer oder historischer Betrachtungen gibt es noch eine weitere gute Methode zur Beurteilung solcher rätselhafter „Prophezeiungen“: Man überlegt, was abseits der üblichen Interpretation denn noch gemeint sein könnte. Kommt man mit denselben Auslegungsstrategien und Begründungsweisen wie die Religionisten zu komplett anderen Ergebnissen, dann sind die Interpretationen offensichtlich willkürlich, und damit taugt die Strategie offensichtlich nicht als Mittel zum Erkenntnisgewinn.

Im Falle der Prophezeiung über „das Zeichen des Tieres“ ist völlig klar, was hier wirklich gemeint ist: Das Zeichen des Tieres (im Englischen „the mark of the beast“) ist ganz klar identisch mit dem Zeichen, oder besser gesagt der Marke, des Teufels. Und der Teufel war ja auch die Schlange, die Adam und Eva im Paradies was überreicht hat? Hm? Genau, einen Apfel. Also ist die Marke des Tieres ein Apfel, den wir in „der rechten Hand tragen“? Na, klingelt’s? Hier wird ganz offensichtlich die Einführung des Apple iPhones, und zwar auch noch in Kombination mit PayPal vorhergesagt. „Wer Verstand hat“, der kauft ein iPhone.

Fazit: Die Behauptung, dass das anstehende Bargeldverbot wie in der Bibel prophezeit ein sicheres Zeichen für den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang sei, stolpert über die folgenden Probleme:

  1. Es gibt kein Bargeldverbot,
  2. die Bibel spricht auch nicht von einem Bargeldverbot,
  3. aus der vorgebrachten Stelle der Bibel lassen sich alle möglichen, widersprüchlichen Aussagen konstruieren, und
  4. mit etwas historischem Wissen entpuppt sich der Abschnitt als leicht verklausulierte Kritik an der Politik der römischen Besatzungsmacht.

Wieder einmal ist es schon fast lächerlich einfach die immer wieder vorgebrachten Argumente der Religionisten zu zerlegen. In diesem Fall reichen dazu zwanzig Minuten Quellenstudium und etwas historisches Wissen.

Ausschnitt aus MGEN-Podcast 2017.03 zum Thema Bargeldverbot:

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Tausende erfüllte Prophezeiungen in der Bibel: Der Beweis der Korrektheit des Christentums von Werner Gitt

Endlich ist es sicher: Das Christentum stimmt! Das behauptet zumindest der bekannte Kreationist Werner Gitt, der die Korrektheit der christlichen Lehren im Rahmen eines prophetisch-mathematischen Gottesbeweis bewiesen haben will. Werner Gitt ist einer der wenigen Kreationisten mit einer wissenschaftlichen Ausbildung und war vor seiner Pensionierung Ingenieur und Fachbereichsleiter bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Bei fundamentalistischen Christen ist er Posterboy und gilt als Beweis für die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Schöpfungslehre.

Im Gegensatz zu vielen anderen will Werner Gitt mit seinem Argument nicht bloß die Existenz irgendeines unendlich fernen Gottes beweisen, sondern ganz konkret die Korrektheit des Christentums. Dazu hat er sich die Bibel genau angeschaut und 3268 erfüllte, „historisch belegbare“ Prophezeiungen gezählt. Für jede einzelne dieser Prophezeiungen setzt er die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch ohne das Eingreifen eines Gottes erfüllt worden wäre, auf großzügige p=0,5. Die Wahrscheinlichkeit, dass sämtliche Voraussagen ohne das Eingreifen eines Gottes erfüllt wären, läge demnach bei w = 1,7 * 10-984 . Das ist verdammt unwahrscheinlich. Also schließt Werner Gitt: Ein göttliches Wesen muss eingegriffen haben. Und da nicht irgendwelche allgemeinen Prophezeiungen erfüllt wurden, sondern speziell die christlichen, muss hier ganz eindeutig Bibel-Gott Jahwe aktiv gewesen sein, der daher also existieren muss. Voilà!

Wie üblich lohnt es sich zu Beginn einer Betrachtung die verwendeten Begriffe zu klären. Damit eine Aussage oder Behauptung als gültige Prophezeiung gewertet werden kann, muss sie eine Reihe von Kriterien erfüllen: Sie muss zutreffend sein („Schwarz ist rot und plus ist minus“ ist keine Prophezeiung), sie muss vor dem betreffenden Ereignis gemacht werden („Gestern hatte ich üble Kopfschmerzen“ ist keine Prophezeiung), das Ereignis muss außergewöhnlich sein („Morgen früh wird die Sonne aufgehen“ ist keine Prophezeiung), sie muss exakt sein („Du wirst einen hochgewachsenen Fremden treffen“ auch nicht), und die Prophezeiung darf das Ereignis nicht selbst auslösen („Kellner, ich prophezeie eine Pizza!“ ist kein Wunder). Um das Zutreffen einer Prophezeiung beurteilen zu können, muss die Erfüllung zudem beobachtbar sein: Falls wir nicht beurteilen können, ob das prophezeite Ereignis eintrifft oder nicht, bleibt die Aussage eine bloße Behauptung.

Schauen wir uns nun die von Werner Gitt vorgebrachten Beispiele für „historisch belegbare“ erfüllte Prophezeiungen näher an.

Die Jesus-Prophezeiungen

Werner Gitt zählt eine lange Liste von Prophezeiungen über das Auftreten Jesu auf: sein Geburtsort, seine Abstammungslinie, seine göttlich/menschliche Natur, Details seines Wirkens, der Grund seiner Sendung, der Verrat gegen 30 Silberlinge, etc. Interessanterweise lässt Gitt die Prophezeiung der Jungfrauengeburt aus – nun ja, vielleicht ist ihm diese auf einem simplen Übersetzungsfehler beruhende „Vorhersage“ dann doch zu doof.

Natürlich hat diese Art „Erfüllung“ in einem Text keinerlei Beweiskraft für göttliche Eingriffe. Viel einfacher ist die Erklärung, dass die Autoren der vier in die Bibel aufgenommen Evangelien sich ihre Geschichten ganz bewusst so zurecht gebogen haben, dass ihre Jesus-Figur als Erfüller (der ihnen natürlich bekannten) alttestamentarischen Prophezeiungen dasteht. So lassen sich einige der uns heute etwas absonderlich erscheinenden Geschichten erklären: Um eine Weissagung (siehe Micha 5) über den Geburtsort des zukünftigen Messias der Juden zu erfüllen, musste die Geburt des Jesus von Nazareth mit Hilfe einer an den Haaren herbei gezogenen Volkszählungsgeschichte nach Bethlehem verlegt werden, dort lässt man dann den Herodes ein – erstaunlicherweise von keinem Chronisten erwähntes – Massaker an Kleinkindern ausführen (vage vorhergesagt in Jeremia 31). Jesus selbst schickt später seine Jünger los um einen Esel zu besorgen, damit er wie von Sacharja (Kapitel 9) geweissagt auf dem Tier in die Stadt reiten konnte.

Die Erfüllung der Jesus-Prophezeiungen ist also nicht beobachtbar, sondern bleibt bloße Behauptung durch die Autoren des Neuen Testaments. Ähnlich glaubwürdig wäre z.B. wenn im ersten Band der Harry Potter-Geschichten „Prophezeiungen“ gemacht werden, die dann im zweiten Band „erfüllt“ würden. Auch hier wird kaum jemand an das reale Eingreifen eines Gottes denken.

Die „historischen“ Prophezeiungen

Werner Gitt beschreibt dazu eine Reihe biblischer Prophezeiungen, die, wie er schreibt „historisch belegbar sind“. Los geht’s:

Von einigen mächtigen Völkern (z. B. Hethiter, Amoriter, Kanaaniter) der damaligen Zeit wird vorausgesagt, dass sie untergehen werden (2. Mose 23,23➝5. Mose 7,1).

Der Bibeltext erwähnt sogar noch einige weitere „mächtige“ Völker: Perisiter, Hiwiter und Jebusiter (und ruft, nebenbei gesagt, zum Völkermord an ihnen auf). Und, schon mal von den ach so mächtigen Jebusitern gehört? Nein? Wikipedia schreibt „Die Wissenschaft weiß weder durch archäologische noch durch außerbiblische Zeugnisse Näheres über dieses Volk.“ Ähnlich bei den Hiwitern: Hier bleibt die Frage eines Diskutanten „Gibt es historische Belege außerhalb der Bibel für die Existenz dieses Volkes?“ seit neun Jahren unbeantwortet. Im besten Fall handelt es sich um Dörfler oder Nachbarstämme der Israeliten, im schlechtesten Fall um bloße Erfindungen zum Auspolstern des eigenen Heldenmythos. Diesen für ihn eher peinlichen Teil des Bibelverses lässt Herr Gitt einfach weg.

Für die Existenz der Hethiter, Amoriter und Kanaaniter gibt es allerdings Belege: Die Amoriter waren ein semitischer Stamm am Euphrat des dritten und zweiten Jahrtausends. Das hethitische Königreich in Zentralanatolien ist im 12. Jahrhundert v.d.Z. untergegangen, danach hielten sich einige Kleinkönigreiche noch für einige Generationen, bevor sie von den Assyrern erobert wurden. Auch die kanaanitischen Stadtstaaten im Palästina des 13. Jahrhundert wurden im Laufe der Zeit nach und nach von Nachbarn erobert, ihre Bewohner gingen in den Nachbarvölkern auf.

Kleinere Staaten sind also im Laufe der Jahrhunderte erobert worden oder untergegangen, die betreffenden Stämme sind mit anderen verschmolzen. Was soll daran außergewöhnlich sein? Und – vielleicht wichtiger – woher wollen wir wissen, dass die Vohersagungen tatsächlich vor dem „Untergang“ der betreffenden „mächtigen Völker“ gemacht wurden? Die entsprechenden Bücher Mose haben ihre endgültige Form schließlich erst deutlich später, wahrscheinlich während des 6./5. Jahrhunderts v.d.Z., bekommen. Die Bibel selbst beschreibt, wie eine Schriftrolle im Tempel nachträglich „gefunden“, als Wort Gottes „erkannt“ und als 5. Buch Mose (Deuteronomium) zu den bereits vorhandenen vier Gesetzbüchern gelegt wurde. Ein eindeutiges Werk Gottes? Naja. Ist es nicht zumindest möglich, dass die Priester der Israeliten, trotz ihres angeblich allmächtigen Gottes entführt und unterdrückt von den Babyloniern, hier ihre eigene Heldensaga etwas ausschmücken wollten?

Von anderen Stämmen haben wir wie beschrieben außerhalb der Prophezeiung selbst nie etwas gehört, können also auch nichts zu ihrer Gültigkeit sagen. Den Satz „Und Gott sprach damals: Die Dhsdakjasrkjsdfkjsfd werden vernichtet werden und ihr werdet nie wieder von ihnen hören!“ wird ja wohl auch kaum jemand als gültige Prophezeiung durchgehen lassen.

Von einer Mythengestalt aus dem kaananitischen Pantheon wissen wir allerdings ganz sicher, dass sie es bis in die Gegenwart geschafft hat: Der stets missgelaunte kanaanitische Vulkan- und Wettergott Jahwe wird immer noch verehrt – wenn auch in veränderter Gestalt.

Und von anderen Völkern heisst es ebenso klar, dass sie bis zum Ende der Tage existieren werden: Israel (2. Chronik 9,8; Jes. 45,17), Ägypten (Jesaja 19,21–25)

Was soll man dazu sagen? Ob diese Voraussage zutrifft oder nicht, werden wir erst dann wissen, wenn das „Ende der Tage“ vorbei ist. Eine mögliche Erfüllung bleibt daher unbeobachtbar, die Behauptung kann nicht als erfüllte Prophezeiung gewertet werden.

Die Aufeinanderfolge der Weltreiche der Babylonier, Perser, Alexanders des Grossen und der Römer werden im Voraus in ihrer Art und ihrem Ende in Daniel 2,30–49 beschrieben. Die Prophetie geschah zu einer Zeit, als das babylonische Reich Nebukadnezars den Höhepunkt seiner Macht erreicht hatte.

Die Bibel beschreibt hier also präzise und im Voraus das Aufeinanderfolgen und den anschließenden Untergang von vier genau bezeichneten Weltreichen. Beeindruckend, oder? Das Problem ist nur: Das steht da nicht. Stattdessen wird eine Szene geschildert, in der der selbsternannte Prophet Daniel dem babylonischen König einen Traum deutet: Der König träumt von einem Standbild aus allerlei Materialien, das von einem Stein getroffen umfällt und auseinander bricht. Daniel deutet dies als das Aufeinanderfolgen vierer Reiche: Das erste sei aus Gold, das zweite aus Silber, das dritte aus Eisen und das vierte aus Ton. Die Prophezeiung erfüllt ihren Zweck, der König ist beeindruckt. Wir aber nicht, denn der Text gibt die Identifizierung dieser behaupteten silbernen, eisernen und tönernen Reiche mit Alexanders Feldzügen oder dem Römerreich in keiner Weise her.

Handelt Gitt hier noch in gutem Glauben oder lügt er bewusst? Es bleibt unklar.

Übrigens steht dort auch, dass noch vor dem Untergang des vierten Reiches, also laut Gitt des römischen, das ewige Reich Gottes auf der Erde errichtet werden wird: „Aber zur Zeit solcher Königreiche wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird“. Dieses Gottesreich auf Erden muss ich bislang irgendwie übersehen haben. Gitt schreibt in seinem Artikel übrigens, „dass nie eine biblische Weissagung durch historische oder wissenschaftliche Tatsachen widerlegt worden ist.“ Ignoranz oder eine weitere Lüge?

Die in Hesekiel 26,3–21 vorausgesagten sechs Gerichte haben sich über Jahrhunderte hinweg präzise erfüllt.

Werner Gitt bezieht sich hier auf die altbekannte Prophezeiung zum Untergang von Tyros im heutigen Libanon: „Siehe, ich will über Tyrus kommen lassen Nebukadnezar, den König zu Babel … Er wird mit Sturmböcken deine Mauern zerstoßen und deine Türme mit seinen Werkzeugen umreißen.“ Und weiter: „Ich will einen kahlen Felsen aus dir machen; du sollst ein Ort werden, wo man die Fischernetze ausspannt, und du sollst nicht wieder aufgebaut werden.”

Im von mir zitierten Teil (Gitt überspringt ihn großmütig) findet sich die exakte Vorhersage, wer denn die Stadt zerstören werde, nämlich „Nebukadnezar, König von Babel“. Nun hat dieser Nebukadnezar Tyros zwar belagert, aber nicht zerstört, und schon gar nicht zu einem „kahlen Felsen“ gemacht. Stattdessen haben sich die Bewohner nach einer langen Belagerung im Jahr 568 v.d.Z. ergeben und dann die babylonische Herrschaft akzeptiert.  Mal schauen, was Google Maps dazu sagt, wenn man „Tyros, Libanon“ eingibt …

Clipboard01Hm, nach „kahlen Felsen“ und „nicht wieder aufgebaut“ sieht das nicht aus. Wikipedia spricht von aktuell über 100.000 Einwohnern. Auch die Behauptung, dass Tyros auf die beschriebene Art und Weise untergehen und nie wieder aufgebaut würde, ist also offensichtlich unzutreffend. Gitts Behauptung, dass „nie eine biblische Weissagung durch historische oder wissenschaftliche Tatsachen widerlegt worden“ sei, erscheint immer absurder.

Fazit: Null zutreffende Prophezeiungen, null Beweise für den Bibel-Gott

Werner Gitt gibt in seinem Artikel 14 Beispiele für „eingetroffene Prophezeiungen“, die er für besonders überzeugend hält. Keine einzige hält einer näheren Betrachtung stand. Die Wahrscheinlichkeit, dass zu dieser „Leistung“ das Eingreifen eines Gottes notwendig ist, dürfte bei null liegen. Gitts prophetisch-mathematischer Gottesbeweis für die Korrektheit des Christentum ist gescheitert.

Ausschnitt aus MGEN-Podcast Folge 2017.01:

MGEN-Podcast Folge 2017.01: 1,7 × 10^-984

Willkommen zu unserem Podcast über Religion und andere Esoterik, zu gesellschaftlichen und politischen Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht. Die Tonqualität ist diesmal nicht so gut geworden, entschuldigt bitte. Unsere Themen im Januar 2017:

  • Gehackt von Putin: Heute kein Bodycount des Friedens
  • Was ist Gott? Die Süddeutsche Zeitung fragt, Horst Seehofer antwortet
  • Schwangerschaftsabbrüche und Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft
  • Vornehmstes Ziel der Erziehung: Gottesfurcht in den deutschen Verfassungen
    (Ausführliche Liste siehe hier)
  • Das Atheistische Quartett: Angst vor der Wahrheit von Paul Boghossian – Sind Wahrheiten wirklich wahr oder kann sich jeder seine eigenen Fakten backen?
  • Spaß mit der Bibel: Oberkreationist Werner Gitt beweist die Korrektheit des Christentums mithilfe der „3268 erfüllten Prophezeiungen“ der Bibel

Der RSS-Feed für den Podcast findet sich hier. Die Folge lässt sich auch bei iTunes oder direkt bei Soundcloud anhören und auch als mp3 herunterladen. Fragen oder Anmerkungen könnt ihr unter diesem Post in den Kommentaren hinterlassen oder per EMail an mgenblog@gmx.de auf den Weg bringen. Falls ihr mögt, bewertet unseren Podcast doch bei iTunes.

Vermischte Anfragen 2015: Der Teufel und die Hamster-Pornos

„War Einstein Christ?“ (Nein) – „Gibt es Beweise für die Evolution?“ (Ja) – „Existiert das Übernatürliche?“ (Die Frage ist falsch gestellt) – Jeden Tag geben Menschen Anfragen in Google ein und landen dann bei uns. WordPress sammelt die Anfragen und listet sie schön übersichtlich auf. Auf die meisten dieser Fragen finden sich zahlreiche Antworten überall im Netz, und eben auch bei MGEN. Einige sind aber spezieller, Antworten sind da eher dünn gesäät. Darum hier als MGEN-Leserservice exklusive Antworten auf sehr spezielle Suchanfragen aus dem Jahr 2015:

wieso seid ihr atheisten? – Ganz klar, weil wir sauer auf Gott sind. Als Kinder haben wir ganz doll für ein Pony gebetet, das Gott uns aber nie geschenkt hat. Wir vermuten daher, dass Gott uns hasst, weil wir Atheisten sind.

wofuer hat gott den tornado geschaffen? – Gott hat die Tornados geschaffen, um Ihnen seine allumfängliche Liebe zu demonstrieren. Ebenso wie Tsunamis, Erdbeben, Hurricans und lustige Krankheiten wir Krebs, Pocken und Ebola. naturkatastrophen, erdbeben, terror, das gehts doch immer schon gegeben – Sehen Sie, das ist der Beweis.

welche Übersetzung benutzen Johannes und jesus? – Jesus und Johannes, die ja viel Umgang mit der römischen Besatzungsmacht pflegten, hatten im Alltag immer den Kleinen Stowasser dabei.

existiert der teufel? – Ja. Der Teufel liegt, wie allgemein bekannt ist, im Detail. Das „Detâil“ ist ein Zweieinhalb-Sterne-Hotel auf Gran Canaria, in dessen Pool-Bereich sich der Teufel für gewöhnlich aufhält. Die Zimmer sind nicht sonderlich luxuriös, doch das Fruehstücksbuffet ist für den Preis ganz okay und die  Margaritas sind süffig. Gerade richtig für Urlauber mit beschränktem Budget oder überwinternde Rentner.

Ist Jahwe Programmierer?

warum stimmt die evolutionstheorie nicht? – Die Evolution ist, wie allgemein bekannt, „bloß eine Theorie“ und daher grundsätzlich nicht weiter ernstzunehmen. Ähnlich übrigens wie die Gravitationstheorie und die Keimtheorie, alles Mumpitz dieser arroganten, Gott hassenden Wissenschaftler. Besonders lächerlich ist, dass diese Darwinisten tatsächlich glauben, dass dass „ein Hund zu einem Adler werden wird, […] wenn er oft genug versucht über Klippen zu springen“, oder aus purem „Zufall viele Menschen en[t]standen sind die [z]ufällig alle ziemlich identisch waren„. Lä-cher-lich! Die sogenannten Wissenschaften wie Medizin, Botanik, Geologie, Land- und Forstwirtschaftskunde, Zoologie und Biochemie, die die Evolutionstheorie täglich anwenden, sind alle falsch! Diese irrgeleiteten Darwinisten schaffen es „nicht mal nur deutsche oder nur englische Begriffe zu verwenden„!! Da sieht man’s mal wieder!!!

gedicht du sagst gott ist nicht real – Nee, da müssen Sie schon selbst ran.

ist jahwe programmierer? – Ja, es ist wahr: Bibel-Gott Jahwe ist hauptberuflich Anwendungsprogrammier bei Yahoo und hat als Hobbyprojekt das Universum in Javascript programmiert. Das erklärt natürlich auch, warum die Welt so supergut funktioniert.

nach der bibel wurde thyros nie wieder aufgebaut, stimmt das? – Nope, Tyros ist eine Stadt im Libanon mit etwa 100.000 Einwohnern. Die Bibel prophezeit, dass König Nebukadnezar von Babylon die Stadt einnehmen und dem Erdboden gleich machen würde. Nach einer langen Belagerung (während der die entsprechenden Passagen wohl geschrieben wurden) verhandelten die Bewohner eine einigiermaßen friedliche Übergabe und akzeptierten die babylonische Oberhoheit. Danach ließ sich die etwas peinliche, gescheiterte „Prophezeiung“ offenbar nicht mehr aus der Welt schaffen.

Gibt es Beweise?

halten sie die schlussfolgerungen pascals hinsichtlich der annahme eines gottes für plausibel? – Nein.

ist jahwe kult? – Ja. Spätestens, seit Jahwe seinen Auftritt beim Eurovision Song Contest 2007 weinend abgebrochen und sich zum Alkoholentzug in ein bayrisches Kloster zurück gezogen hat, genießt Jahwe in Deutschland Kultstatus. Seines aktuelles Album „Am Rande des Wahns“ inklusive der Duet-Single „Für dich teil ich das Meer“ mit Thomas Anders wurde von den Kritikern zerrissen, verkauft sich aber wie geschnitten Mana.

gibt es beweise fuer uebernatuerliche wesen? – Ja sicher. Krishna, Allah, Jahwe, Gaia, Zeus, Istar, Odin, Anansi, Isis und Osiris, Baal, etc, all diese übernatürlichen Wesen sind selbstverständlich total real. Fragen Sie mal ihre jeweiligen Priester.

hamster porno sehen wo muß ich drauf drücken? – Uhm, … jetzt weiß ich auch nicht weiter. Wir wünschen all unseren Leserinnen und Lesern eine schöne Weihnachszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2016.

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Darauf wissen wir leider auch keine Antwort

Zehn Jahre Fliegendes Spaghettimonster – Was tun?

Das Fliegende Spaghettimonster (englisch Flying Spaghetti Monster, kurz: FSM) ist die Gottheit einer im Juni 2005 vom US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson begründeten Religionsparodie. Ihre Anhänger bezeichnen sich selbst als Pastafari oder Pastapiraten.

Dies ist ein Gastbeitrag des begeisterten Pastaverehrers Mr. MIR. Wer Lust hat mit ihm an einer (virtuellen) Jubiläumsfeier teilzunehmen, möge sich bitte hier eintragen.

Ramen, liebe Schwestern, Brüder und Piraten!

Seit nun schon neun Jahren haben wir eine neue Weltreligion zur Verfügung. Nächstes Jahr im Juni ist unser zehnjähriges FSM-Piratenbestandsjubiläum 🙂 Hiermit rufe ich alle deutschsprachigen Pastapiraten auf, angemessene Feierlichkeiten zu begehen! Vergesst nicht, insbesondere im Jubiläumsmonat Juni 2015 die drei wöchentlichen Feiertage Freitag, Samstag und Sonntag auszunutzen, um z.B. Eure Kinder taufen zu lassen. Falls Ihr einen neuen Führerschein oder Perso beantragt, vergesst nicht, Euch für das Foto anständig zu kleiden! Auch im Berufsleben sind rituelle Regeln einzuhalten. Und befolgt auch im Sommer alle anderen pastafarianischen Rituale ein bisschen frommer.

Für die Feierlichkeiten könnten wir ja auch ein kleines Fachsymposium abhalten – zumindest online – um die bisherigen Entwicklungen unserer Religion zu reflektieren:

Wir sollten diese historischen und wissenschaftlichen Ergebnisse in einem Konferenzband sammeln und der Nachwelt erhalten. Es ist auch an der Zeit, unsere Piratengeschichte niederzuschreben! Wir sollten uns zusammenrotten und gemeinsam ein deutsches Nudelwiki machen. Das wäre doch toll, nicht? Ich habe vorsorglich die URL http://de.fsm.wikia.com eröffnet und warte auf Eure Ideen und Beiträge!

Aber vielleicht sollten wir auch die Uni Jena anmieten, und dort – wie andere Kreationisten auch – eine Party steigen lassen.

Ramen,

Mr_MIR@live.de

Euer Gott kann uns gar nix!

Liebe Atheisten und andere Jahwe-Ungläubige,

von höchster Stelle haben wir bei MGEN soeben die Versicherung erhalten, dass die meisten von uns gegen die Macht der wilden Bibel-Gottheit Jahwe immun sind, und wir uns daher nicht vor Blitz, Donner und ewiger Höllenfolter zu fürchten brauchen. Denn (Richter 1.19):

Und der HERR war mit Juda, und er nahm das Gebirge in Besitz. Aber die Bewohner der Ebene waren nicht zu vertreiben, weil sie eiserne Wagen hatten.

Zumindest diejenigen von uns, vor deren Haus ein eiserner Wagen steht, sei es VW, Opel oder ein Japaner, sind also vor dem Zorn des Gottes sicher. Und die anderen können sich bestimmt beim Herannahen der Apokalypse noch schnell ein Mietauto sichern.

Videotipp: The God Who Wasn’t There

Eine Stunde Zeit? Dann schnell die Popcornmaschine angeworfen, auf dem Sofa niedergelassen und „The God Who Wasn’t There“ angeschaut.

Der US-amerikanische Dokumentationsfilm (englisch, ca. 60 Minuten) von Brian Flemming untersucht, ob der bejubelte Jesus von den Ur-Christen als realer Mensch im historischen Palästina angesehen wurde, oder ob sie ihn vielmehr als eine mythische Gestalt verstanden – wie etwa Dionysos, Herkules, Horus und andere Göttersohne. Die Behauptung, Jesus sei ein real existierender Mensch gewesen, der in Palästina um die Zeitenwende gelebt habe, sei erst viel später im Rahmen einer systematischen Umdeutung der Legende entstanden. Der Apostel Paul, der maßgeblich für die Verbreitung des Christentums über die Grenzen Palästinas gewesen sei, habe Jesus noch eindeutig als mystische Gestalt wahrgenommen – die von Flemming vorgebrachten Stellen aus den Apostenbriefen hierzu sind durchaus beeindruckend.

Flemming wundert sich darüber, dass viele Christen zwar die vermeintlichen Kernglaubenssätze kennen, aber über Ursprung und Verbreitung ihrer Religion kaum etwas wissen. Er kritisiert sowohl das „moderate Christentum“, dessen Glaubenssätze mit der Bibel kaum mehr zu rechtfertigen seien (hier fallen Parallelen zu den deutschen Durchschnittsprotestanten auf, die sich die ihrer Meinung nach maßgeblichen Bibelstellen nach gusto zusammen suchen und anderswo auf der Welt kaum als Christen erkannt werden dürften), als auch die fundamentalistischen Vertreter, deren Weltsicht beherrscht wird von Blutdurst, Folter, Höllendrohungen und Menschenopfern. Über die diversen Folterskandale US-amerikanischer Machart wird sich nach dem Anschauen des Films kaum mehr jemand wundern.

Fazit: Ein unterhaltsamer Film über die Ursprünge des Christentums und deren systematisches Verbiegen durch heutige Christen. Wer Religulous“ mochte, dem wird auch „The God Who Wasn’t There“ gefallen.

 

Vermischte Anfragen: „Sind in der Bibel Uhren verboten?“

Viele Leute erreichen MGEN über Suchanfragen, die von WordPress.com brav mitgeschrieben und den Admins übersichtlich angezeigt werden: Täglich geben neugierige Menschen „Gottesbeweis mit DNA“, „Gott ist allmächtig“ oder „War Einstein religiös?“ bei Google ein und landen dann bei uns. Erstaunlich häufig findet sich auch die charmante Kombi „Kirchenfeinde Atheisten“.

Die meisten dieser Standardfragen werden in den Weiten des Internets ausführlich beantwortet; auf viele eher seltsame Suchanfragen finden die Ratsuchenden jedoch weder bei uns noch anderswo befriedigende Anworten. Um mit diesem Mißstand aufzuräumen, haben wir beschlossen eine Reihe ungewöhnlicher Suchanfragen aus dem Jahr 2013 zu bündeln und zu beantworten. Los geht’s!

warum sind im gefängnis bananen verboten?Diese Frage lässt sich wohl am besten mit dem Text einer anderen Suchanfrage beantworten: banane oberfläche rutschfest

warum hat gott wahle erschaffen? – Die armen Viecher sind enorm clever, aber verirren sich ständig, krepieren an Traumstränden und werden für etwas so Absurdes wie Lebertran abgeschlachtet. Ein allgütiger Gott hätte so etwas nie zugelassen. Gott hat also die Wale erschaffen um von seiner eigenen Existenz abzulenken.

gibt es atheisten in texas? – Ja, zum Beispiel in der Atheist Community of Austin, die sehr gute Podcasts wie The Non Prophets oder Godless Bitches anbietet, dazu die wöchentliche Fernsehshow The Atheist Experience, bei der sich anrufende Religionisten regelmäßig zum Affen machen.

grundgesetz, was gefällt dir? – Da diese Frage offensichtlich rhetorischer Natur ist, soll sie in der Sache unbeantwortet bleiben.

„Sind in der Bibel Uhren verboten?“

wo gibt es nackte jünglinge? – Nach kurzer Beratung zu Ihrer wahrscheinlichen Motivationslage empfehlen wir ein Besuch im Berliner Berghain oder in der Münchener Sauna Deutsche Eiche.

sind in der bibel uhren verboten? – Ja, insbesondere Handywecker mit aufdringlichem Klingelton, von denen das ganze Haus an Samstagen um halb sieben geweckt wird.

hat jesus ofter gelebt? – Da es offenbar zwei oder drei historische Vorbilder für die Geschichten über Jesus gibt, könnte man interpretieren: Ja, es gab wahrscheinlich mehrere Jesusse. Oder eben auch gar keine. Sollte Gott seine Söhne zur Übersicht alphabetisch benannt haben, gibt es sogar mindestens zehn Jesusse: Asus, Besus, Cesus, …

glaubt papst benedikt nicht an gott? – Da er sich ausführlich mit Theologie und der Entstehungsgeschichte des Christentums beschäftigt hat, wahrscheinlich nicht, nein.

warum kennen sich die meisten nicht mit ihrer religion aus? – Siehe oben; wer sich mit den Grundlagen und der Entstehungsgeschichte einer Religion beschäftigt, glaubt ziemlich schnell nicht mehr an an die alten Geschichten.

wie behauptet man sich gegenüber einem atheisten? – Man gibt ihm ein Bier aus. Dann ist er glücklich.

er hat maria bis nach bethehem getragen und ist nicht so dumm wie man meint – Dem kann man nur zustimmen. Vielleicht.

glaubt justin bieber ganz fest an gott? – Ja, Justin Bieber ist ein guter Christ. Sie können daher Ihrem Kind ganz beruhigt den Genuss seiner Musik erlauben.

„Warum hat man das was man nicht will?

sind esoteriker mit satan im bunde ohne es zu wissen? – Die entscheidende Frage ist doch eher, ob Satan davon weiß.

das christentum ist allen anderen religionen überlegen – Aufgeklärte Toleranz war schon immer ein Markenzeichen aller Religionen. Hierzu passt auch dieses schöne Statement: alla ist und bleuibt allmachtig!

wie lebt man mit einem mann der nicht glaubt? – Man gibt ihm ab und zu ein Bier aus. Möglicherweise von derselben Person stammt auch die skeptische Frage mal schauen = nein beim mann?

was kann man nicht wenn man an maria glaubt? – Wenn man an Maria glaubt, kann man nicht gleichzeitig nicht an Maria glauben. Obwohl – geübte Christen schaffen wahrscheinlich auch das.

welche religionen haben beweise dafür dass ihre religion richtig ist und nicht nur durch glauben allein besteht? – Fragen Sie mal die Priester. Sie werden feststellen: Alle haben Beweise! Das ist ja eben der Witz an Religionen.

esoterik warum hat man das was man nicht will? – Sollten Sie eine belastbare Antwort auf diese Frage finden, melden Sie sich bitte bei uns. Wir wären sehr dankbar.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern schöne Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2014. Diesen Post beenden wir mit der folgenden, absolut nachvollziehbaren Aussage: blöde religionen atheisten islamisten juden christen!

Prophezeiungen als Beweise für die Existenz Gottes: „Jungfrau? Welche Jungfrau?“

Immer wieder wird behauptet, dass die Erfüllung zahlreicher Vorhersagen alttestamentarischer Propheten durch den neutestamentarischen Jesus ein eindeutiger Beweis für die Existenz Gottes sei: So viele Zufälle, so wird argumentiert, könne es gar nicht geben! Und in der Tat haben die Autoren der vier in die Bibel aufgenommen Evangelien sich alle Mühe gegeben, ihre Jesus-Figur als Erfüller (der ihnen natürlich bekannten) alttestamentarischen Prophezeiungen darzustellen. So lassen sich einige der uns heute etwas absonderlich erscheinenden Geschichten erklären: Um eine Weissagung (siehe Micha 5) über den Geburtsort des zukünftigen Messias der Juden zu erfüllen, musste die Geburt des Jesus von Nazareth mit Hilfe einer an den Haaren herbei gezogenen Volkszählungsgeschichte nach Bethlehem verlegt werden, dort lässt man dann den Herodes ein – erstaunlicherweise von keinem Chronisten erwähntes – Massaker an Kleinkindern ausführen (vage vorhergesagt in Jeremia 31). Jesus selbst schickt später seine Jünger los um einen Esel zu besorgen, damit er wie von Sacharja (Kapitel 9) geweissagt auf dem Tier in die Stadt reiten konnte.

Der Evangelist Matthäus informiert uns weiterhin, dass Jesus Mutter eine Jungfrau gewesen sei und verweist dann im Wortlaut auf die dadurch erfüllte Prophezeiung in Jesaja 7:

Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird schwanger werden und wird einen Sohn gebären, den sie Immanuel nennen wird.

Beeindruckend, oder? Zumindest, wenn man über den nicht ganz zutreffenden Namen „Immanuel“ (bedeutet etwa: Gott ist mit uns) hinweg sieht – auch Propheten können schließlich mal irren. Manchmal werden sie aber auch schlichtweg falsch übersetzt: So steht in jeder einigermaßen aktuellen Bibelausgabe die Fußnote, dass anstatt „Jungfrau“ im Original der Begriff für „die junge Frau, das Mädchen“ steht.  Weiterhin sind Matthäus die Zeiten durcheinander geraten, das Original spricht davon, dass die junge Frau bereits „schwanger ist“. Also reduziert sich die Vorhersage auf den Satz: „Die junge, bereits schwangere Frau wird einen Sohn gebären, den sie Immanuel nennen wird.“ – Vom Wunder einer durch Jesus erfüllten Prophezeiung ist jetzt schon nicht mehr allzu viel übrig.

„Jungfrau? Welche Jungfrau?“

Gibt man sich etwas Mühe und liest den Kontext des vielzitierten Satzes, ergibt sich folgende Geschichte: Der König Ahas wird von den Armeen zweier Rivalen bedroht. Der Seher Jesaja richtet dem König während einer Ratsversammlung von Jahwe aus, dass er den anstehenden Kampf gewinnen werde. Um seine Prophezeiung zu bekräftigen, beruft sich Jesaja wieder auf seinen Gott, zeigt auf eine anwesende, schwangere Frau und sagt: Diese Frau wird einen Sohn gebären und ihn Immanuel nennen. Wenn der Sohn alt genug ist um gut und böse zu unterscheiden, werden die Königreiche deiner Feinde untergegangen sein und öde liegen.

Offensichtlich bezog sich die Bemerkung Jesajas also keinesfalls auf das Auftreten eines Messias, sondern war eine rhetorische Figur in einer konkreten Situation, bei einer Weissagung zum Kriegsgeschick eines antiken Fürsten im Kampf gegen seine Feinde. Von einem Messias, dessen Mutter eine Jungfrau sein werde, ist nicht die Rede. Von einer Jungfrau ist überhaupt nicht die Rede. Hat Evangelist Matthäus hier versucht, seine Leser mit einer „gefälschten“ Prophezeiung übers Ohr zu hauen? Oder wusste er es selbst nicht besser? – Es bleibt unklar.

Wirklich erstaunlich ist, dass immer noch sehr viele Leute die Erfüllung der alttestamentatischen Prophezeiungen als Beweis für die Göttlichkeit der Jesus-Figur sehen: „Es kann kein Zufall sein, dass ein Mann all diese Prophezeiungen erfüllt! Statistisch unmöglich!! Nur Gott kann sowas bewirken!!!“ – Sind diese Leute wirklich nie auf die Idee gekommen, dass die Autoren der Evangelien die überlieferten Sprüche der jüdischen Propheten selbstverständlich kannten? Dass sie ihre Geschichten natürlich so zurecht gebogen haben, dass die alten Weissagungen erfüllt werden? Offenbar haben die Evangelisten die alten Bücher nach möglicherweise passend zu machenden Vorhersagen geradezu abgegrast – Dass dabei das eine oder andere Malheur passiert ist, ist wohl verständlich.

„Ein Wunder! Ein Wunder!“:

  • „Die Wahrscheinlichkeit zur Erfüllung aller Voraussagen ist damit gleich Null, d. h. der Zufall scheidet als Erklärungsversuch aus“ (Web)
  • „Tausende von Prophezeiungen der Bibel sind eingetroffen und bestätigen deutlich Gottes Wort“(Web)
  • „Der Geburtsort von Christus (Messias) wurde vorhergesagt …“ (Web)

Bibeltexte:

Jesus und der Jüngling im Leinentuch

Während die Evangelisten Matthäus, Lukas und Johannes erzählerisch möglichst runde Geschichten zusammenbasteln wollten, hat sich Markus offenbar redlich darum gemüht, die ihm vorliegenden Quellen mit möglichst geringen Überarbeitungen zu einem konsistenten Handlungsbogen zu formen. Das ist ganz offensichtlich nicht immer gelungen, im Text finden sich Brüche, Inkonsistenzen und auf fehlende Abschnitte hindeutende Handlungssprünge. Dazu gehört auch der „Jüngling im Leinentuch“, der während der Verhaftungsszene in Kapitel 10 plötzlich auftaucht:

Und die Jünger verließen ihn [Jesus] alle und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut; und die [anderen?] Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh nackt von ihnen.

In den heute verwendeten Versionen des Markus-Evangeliums wird dieser (halb-)nackte Jüngling niemals eingeführt, die Spekulationen der Theologen und Bibelkundler schießen naheliegenderweise ins Kraut: War der hauptsächlich griechisch/römischen Zielgruppe durch die vorhandenen Andeutungen auch ohne explizite Einführung klar, welche Rolle der Jüngling spielte? Handelt es sich um einen nachträglichen Einschub? Oder fehlen die einführenden Abschnitte im heute verwendeten Text?

Könnte Brüche erklären: Eine längere Version des Markus-Evangeliums

Diese Fragen lassen sich heute nicht mehr mit letzter Sicherheit beantworten. Eine Hypothese ist, dass eine längere, heute verschollene Version des Markus-Evangeliums existiert hat. Erhalten sind aus diesem vermuteten Text nur einige Stellen, die der Kirchenvater Clemens von Alexandria (ca. 150-215) in einem Brief zitiert. Clemens warnt davor, dass verfälschte Versionen dieses längeren Textes in Umlauf seien und zitiert zum Vergleich den ihm vorliegenden, unverfälschten Originaltext. Der Text soll, so Clemens, in der heute verwendeten Version zwischen Markus 10.34 und 35 heraus gestrichen worden sein. Da er ein sehr interessantes Licht auf heute selten diskutierte Charakterzüge der Figur Jesus von Nazareth wirft, hier das komplette Zitat:

Und sie kamen nach Bethanien, und jene eine Frau, deren Bruder gestorben war, war dort. Und sie kam, warf sich vor Jesus nieder und sagte zu ihm: „Sohn Davids, habe Erbarmen mit mir.“ Aber die Jünger wiesen sie zurück. Und Jesus, der in Wut geriet, ging mit ihr in den Garten, wo das Grab war, und sogleich wurde ein  lauter Schrei aus dem Grab gehört. Und indem er näher trat, rollte Jesus den Stein vom Eingang des Grabes. Und sogleich ging er hinein, wo der Jüngling war, streckte seine Hand aus und zog ihn hoch, indem er seine Hand ergriff. Aber der Jüngling, als er ihn ansah, liebte ihn und fing an, ihn anzuflehen, dass er bei ihm sein möge. Und sie gingen aus dem Grab heraus und kamen in das Haus des Jünglings, denn er war reich. Und nach sechs Tagen sagte ihm Jesus, was er tun solle, und am Abend kam der Jüngling zu ihm, ein leinenes Tuch über [seinem] nackten [Körper] tragend. Und er blieb diese Nacht bei ihm, denn Jesus lehrte ihn das Geheimnis des Reiches Gottes.

Clemens schreibt empört, diese „makellosen und heiligen Worte“ seien bösartig interpretiert worden, „äußerst schamlose Lügen“ seien über Jesus und den Jüngling erzählt worden. Um was für „Lügen“ es sich dabei gehandelt haben mag, kann sich wohl jeder selbst denken.

Auch hier: Nichts Genaues weiß man nicht

Wie immer bei der Beschäftigung mit überlieferten Texten, deren Ursprung ungewiss und deren Originale nach der Publikation „verschwunden“ sind, weiß niemand genau, inwieweit die aktuellen Fassungen das widerspiegeln, was die Verfasser einst gemeint haben. Gerade die christlichen Texte wurden in den ersten Jahrhunderten, als sie nicht von professionellen Schreibern sondern von enthusiastischen Laien kopiert wurden, aus glaubens- und machtpolitischen Gründen häufig „verbessert“ (siehe hierzu Bart Ehrman: Misquoting Jesus).

Plausibel erscheint aber eins: Hätte sich die längere Version des Markus-Evangeliums im Alltagsgebrauch durchgesetzt, wären einer Reihe von Minderheiten wohl fast 2.000 Jahre Verfolgung erspart geblieben.

Quellen/Empfehlungen:

  • Die bekannten Fragmente des „Geheimen Evangelium nach Markus“ (PDF)
  • Bart Ehrman: Misquoting Jesus: The Story Behind Who Changed the Bible and Why.
  • Bart Ehrman: Lost Christianities: The Battles for Scripture and the Faiths We Never Knew.