MGEN 156: Kleinkrieg um Woelkis Hochschule

Der Kölner Kradinal Rainer Maria Woelki hat beschlossen, im Alleingang eine eigene Hochschule für die Theologenausbildung zu gründen, die „Kölner Hochschule für Katholische Theologie“ (KHKT). Joa, denkt man sich, soll er doch. Aber in Katholistan sorgt die Woelki-Hochschule für einiges Aufsehen: Die Bistumsgremien sind sauer, die CDU-Landesregierung ist sauer, die Uni Bonn, wo bislang die Kölner Priester ausgebildet werden, ist auch sauer. Über allem schwebt die Befürchtung: Hat Woelki mit der Hochschulgründung versehentlich das Konkordat gekündigt, das der Kirche seit fast einem Jahrhundert Superrechte in Deutschland garantiert?

Martina kämpft nicht nur mit der griffigen Abkürzung KHKT, sondern schildert uns auch Entwicklungen und Zusammenhänge um die Woelki-Gründung und erklärt, warum die NRW-Landesregierung des erzkatholischen Ministerpräsidenten und CDU-Jungstars Hendrik Wüst wütende Protestbriefe an den Vatikan schreibt.

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MGEN 155: Sternsinger: Langjähriger Präsident ist Missbrauchstäter

Elf Jahre lang war Pfarrer Winfried Pilz Präsident des Päpstlichen Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Ihr kennt das: Um den Jahreswechsel herum schickt die reichste Organisation der Welt überall in der Republik Kinder zum Betteln, angeblich für den vielbeschworenen „guten Zweck“. Nun ließ es sich nicht mehr vertuschen: Monsignore Pilz, über Jahre gern gesehener Gast in Kanzler- und Bundespräsidialamt, war gewohnheitsmäßiger Missbrauchtäter. Seit einzelne Taten des Priesters sich nicht mehr verbergen ließen, melden sich mehr und mehr Opfer.

Alle andere: Wie üblich. Das Erzbistum Köln wusste seit Jahren Bescheid, hat die Taten aber verjähren und Pilz in Ehren sterben lassen. Es gab sogar ein (geheimes) Kontaktverbot mit Kindern, ausgesprochen von Kardinal Woelkis Vorgänger in Köln, Kardinal Meisner. A propos Woelki: Ratet, wer eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat, vom Fall Pilz absolut gar nichts gewusst zu haben! Ratet auch, in wessen Erzbistum immer mehr Details zum Umgang mit Pilz an die Presse durchgestochen werden!

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MGEN 154: Megadreist: Bistum Limburg „bewertet Homosexualität neu“

Stolz verkündet katholisch.de: Im Bistum Limburg soll Homosexualität „neu bewertet“ werden. Heißt das, dass die Kirche eine 180-Grad-Wende hinlegen, queere Leute nicht mehr diskriminieren und mit Hass überziehen will, wird vielleicht sogar die Ehe für Alle anerkannt?

Man kann es sich schon denken: Nein. Die Verantwortlichen in Limburg haben hart nachgedacht und sind zu folgendem Schluss gekommen: Homosexualität ist nicht nur lästig und minderwertig, sondern auch die eigentliche Ursache für den Massenmissbrauch in der Kirche. Ja, richtig gelesen: Homosexuelle, das sind laut Bistum Limburg alles Pädos. Martina, Till und Oliver können angesichts derartiger Bösartigkeiten nur fassungslos den Kopf schütteln.

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MGEN 153: „So evangelisierst du deine Freunde“ — Evangelikale haben einen Plan

Kennt ihr das auch? In der Schule, im Jugendclub oder unter Freunden wollt ihr einfach nur begeistert und in allen Details über Jesus reden — aber die Zuhörenden reagieren genervt oder wenden sich sogar ab? Oh Schreck, oh Schreck, wie kann man in so einer Situation reagieren? Wie kann man seine Freunde eindringlich vor ihrem Schicksal — der ewigen Feuerfolter in der Hölle — warnen, ohne sie zu verlieren?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der evangelikale YouTube-Kanal „crosstalk“. Die Macher geben Jugendlichen Tipps zum Bekehren des eigenen Umfelds, sagen aber auch klar: Wenn du Christ bist und deine Freunde nicht, dann musst du sie aufgeben. Du kannst ein paar Mal versuchen sie zu bekehren — aber irgendwann ist Schluss. Deine Freunde sind der Finsternis geweiht.

Martina schaut sich die professionell aufgezogenen Tricks genauer an, die „crosstalk“ anwendet, um bei Kindern und Jugendlichen anzudocken. Till und Oliver sind entsetzt: Diese Leute gehen enorm dreist und planvoll vor, um Jugendliche mit einer Mischung von Psycho-Tricks, Höllendrohungen und dem Glauben an die eigene Erhabenheit über andere Menschen zu ködern.

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MGEN 151: Adveniat: Langjähriger Geschäftsführer ist Missbrauchstäter

Er galt als strahlendes Vorbild, als Lichtgestalt der Kirche: Der langjährige Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Emil Stehle. Was die Kirche seit 2003 vertuscht: Bischof Stehle hat seine Machtposition als Kirchenfürst gewohnheitsmäßig und über Jahrzehnte hinweg ausgenutzt und junge Frauen mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht. Seitdem seine Masche über Umwege bekannt wurde, melden sich immer mehr von Stehles Opfern.

Weitere Untersuchungen zeigen, dass Bischof Stehle mit konspirativen Mitteln eine Art Rattenlinie aufgezogen hat, mit der er systematisch in Deutschland allzu sehr aufgefallene Pädopriester nach Südamerika auf der Schusslinie geschafft hat.

Martina, Till und Oliver sind entsetzt: Wie kann es sein, dass Bischof Stehles Umfeld jahrzehntelang Bescheid wusste, aber nie jemand versucht hat die jungen Frauen zu schützen, geschweige denn die Pädopriester vor Gericht zu bringen? Wieso haben Kardinal Marx und der Bischof von Freiburg Stephan Burger bis zu Stehles Tod 2017 ihre Hand über ihn zu halten? Hat sogar der Vatikan Stehles Pädo-Verschiebung bewusst in Kauf genommen oder sogar gefördert?

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MGEN 150: Kirchensteuern 2021 — Rekordeinnahmen trotz Massenaustritten

Die Kirchen melden triumphierend Rekordeinnahmen aus der Kirchensteuer; Gewohnheitsmäßiger sexueller Missbrauch, Massenaustritte — alles kein Problem! Während die Kirchen jubeln, mahnen Politiker gewichtig an: Ohne die Kirchensteuer können in Deutschland wichtige soziale Einrichtungen nicht betrieben werden.

Gast Adrian, Martina und Oliver diskutieren die Kirchensteuereinnahmen 2021 und die Äußerungen von Kirche und Politikern, und schauen sich dann genauer an: Wird die Kirchensteuer wirklich für soziale Zwecke ausgegeben? Oder könnten weltanschaulich neutrale Träger oder sogar der Staat die Aufwendungen für hilfsbedürftige Leute deutlich billiger selbst übernehmen?

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MGEN 149: Kirchentag in Düsseldorf — 20 Millionen für die Kirche

Wir sprechen mit Adrian von The Adrian Reason (Instagram/Youtube/Twitter) über den Kirchentag 2027 in Düsseldorf, dessen geplanten Ablauf und die Finanzierung durch allgemeine Steuermittel durch Stadt, Land und Bund. Nein, die Kirchen zahlt ihre Kirchentage nicht durch ihre eigenen Kirchensteuermittel, sondern aus dem allgemeinen Haushalt — die Christen lassen sich ihre partikulär-religiösen Feste also auch von Atheist:innen, Muslim:innen und Jüd:innen spendieren. Adrian erzählt uns, wie CDU und SPD in Düsseldorf sich selbst in die Tasche lügen, und was der Düsseldorfer Aufklärungsdienst dagegen unternimmt.

Und, klar, weil wir eben wir sind, bleiben nicht beim Thema, sondern reden auch über Esoteriker, Ex-Muslime und Begegnungen der Dritten Art mit Richard Dawkins.

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MGEN 148: Priester im Verschwörungswahn

Das Erzbistum Paderborn haut mit der Faust auf den Tisch und zieht den Pastor Frank Unterhalt aus dem Verkehr. Der Kirchenmann ist Sprecher des Priesterkreises „Communio Veritatis“, auf deren Webseite er regelmäßig böswilligen Verschwörungswahn verbreitet. Da geht es um die infame „Corona-Lüge“, heimtückische Freimaurer, kriminelle Homosexuelle – der übliche Christenwahn, aber in besonders destillierter Form.

Bei genauerer Betrachtung kommen dann aber doch viele Fragen auf: Wieso wimmelt das Erzbistum monatelang Hinweise auf den Hassprediger ab und tut mal lieber gar nix? Wieso muss sich erst ein Sturm wütendes Protests innerhalb der Kirche erheben, bevor sich Erzbischof Becker bequemt, nicht näher spezifizierte „Sanktionen“ auszusprechen? Und das auch nur gegen Pastor Unterhalt selbst — Was ist mit den anderen, vermutlich ebenso Hass verbreitenden Mitgliedern seines Priesterkreises?

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MGEN 145: Der Peterspfennig — Wie die Kirche ihre Gläubigen abzieht

Jedes Jahr im Sommer sammelt die katholische Kirche bei den Gottesdienstbesuchern den Peterspfennig ein — eine Spende, die direkt an den Vatikan geht und für „Werke der Nächstenliebe des Bischofs von Rom“ ausgegeben werden soll. So weit, so gut, so katholisch. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus: Der Papst hat hier eine ganz besondere Vorstellung von „Nächstenliebe“ — Die Spenden des Gottesdienst-Omis werden zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kurie, Luxus-Lofts und windige Fonds ausgegeben. Mittlerweile haben die Bischöfe sogar eine Betrugs-Klage am Hals. Aber natürlich wird in Deutschland fleißig weiter Geld gesammelt.

Oliver erklärt Hintergründe zum Peterspfennig, zitiert die So-gerade-eben-keine-Lügen der Kirche über dessen Verwendung und beschreibt den Skandal, der in den letzten Jahren sichtbar wurde. Immerhin wird zumindest ein gutes Werk mit dem Peterspfennig finanziert: Ein Film über Elton John.

MGEN-Youtube-Titeltafel-144Fragen oder Anmerkungen, Themenvorschläge oder Beschimpfungen bitte unter diesem Artikel in den Kommentaren hinterlassen oder an mgenblog@gmx.de. Falls ihr mögt, bewertet uns bei Apple Podcasts oder bei Spotify.

MGEN 143: „Man darf ja nix mehr sagen!“ – Ganz üble Christenverfolgung in Deutschland

Es gibt eine „feindliche Atmosphäre“ gegenüber Christen in Deutschland! Dadurch werden die Christen im Alltag zur „Selbstzensur“ getrieben!! – Angesichts christlicher Übermacht in Politik, Medien und Gesellschaft überrascht euch das? Uns auch. Das Observatory of Intolerance und Discrimination against Christians (OIDAC) hat eine Studie veröffentlicht, in der es diese ganz üblen Fälle von Christenverfolgung aufdeckt .

Martina stellt die Studie vor und kann dabei kaum ernst bleiben: Sie ist methodisch spektakulär schlecht, kommt mit absurden „Enthüllungen“ um die Ecke und bekommt offensichtlich genau die Ergebnisse heraus, die die Autoren sich gewünscht hatten. Trotzdem – oder gerade deswegen? – wird die Studie in christlich-konservativen Medien als Beweis dafür abgefeiert, wie schrecklich Christen in Deutschland diskriminiert werden.

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