Wer hat den besten philosophischen Gottesbeweis aller Zeiten? Deine Mudda!

Ehrlich, der philosophische Gottesbeweis deiner Mutter ist auf jeden Fall besser als der von Klaus Wagn. Wer Klaus Wagn ist, weiß ich nicht. Er sieht sich als Philosoph, und daher, so denkt er offenbar, muss der von ihm selbstgebastelte und ins Netz entlassene Gottesbeweis wohl ein philosophischer sein. Rational, logisch oder auch nur mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar ist er jedenfalls nicht. Auf besonderen Wunsch hier eine knappe Analyse.

Ich versuche dazu zunächst Klaus Wagns Gedankengänge gekürzt aber sinnerhaltend wiederzugeben. Das ist gar nicht so einfach – und zwar nicht wegen etwaigen philosophischen Tiefgangs. Wagn gliedert seinen Beweis in sechs Abschnitte, die er von eins bis sieben nummeriert. Was dabei aus Abschnitt 3 geworden ist, wer weiß das schon?

1. Es gibt das Materielle und das Immaterielle. Das Immaterielle ist naturwissenschaftlich weder zu widerlegen noch zu beweisen. Naturwissenschaften sind materialistisch.

2. Was etwas ist, wird durch das definiert, was es nicht ist: Das Bewusstsein definiert Materie dadurch, dass es sie von allem anderen unterscheidet, das Materie nicht ist. Durch die sprachliche Definition von Materie (unterscheidend zu Immaterie) wird jedoch klar, dass Immaterie existieren muss. Da Materie schon vor den Menschen existiert hat, muss ein anderes Bewusstsein sie definiert haben, weil … sonst ergibt das ja keinen Sinn!!

4. „Das Immaterielle ist das, was nicht ist – also das Nichts. Aber ein Nichts, das es in sich hat.“ Materie ist vergänglich und hat immer eine Ursache. Das Immaterielle ist unvergänglich und ursachenlos. Als Beweis folgt ein Bibelzitat (Prediger 3.11).

5. Das Materielle ist alles, was eine Ursache hat. „Ein Brief hat eine Ursache, und der Regen hat eine Ursache. Dass Menschen geboren werden hat seine Ursache und dass Menschen sterben hat seine Ursache. Die Erde hat ihre Ursache und das Universum hat seine Ursache.“ Diese Ursache kann nicht materiell sein, denn „Materie für sich allein ist nicht definiert und daher nichts.“

6. Um Materie zu erdenken muss es ein permanentes Bewusstsein geben. Dieses eine, allmächtige und unveränderliche Bewusstsein ist Gott, der daher existieren muss. Beweise: div. Bibelstellen.

7. Die Alltagsverwendung des Verbs „Glauben“ (wie in „Ich glaube ich habe das Licht ausgemacht“) ist identisch mit religiösem Glauben (wie in „inbrünstiger Glaube“). Auch Physik (und implizit auch alles andere) „beruht ausschließlich auf Glauben, denn das System der Physik an sich kann nicht bewiesen werden.“ Man kann also grundsätzlich nur glauben, nichts beweisen. Glaube an Gott ist dasselbe wie der eben beschriebene „Glaube an die Physik“. Glaube an die Physik hat sich „in der Praxis bewährt“. Weil Glaube=Glaube, hat sich daher auch der Glaube an den Christen-Gott bewährt und muss daher stimmen. q.e.d.

Noch jemand dabei? Hurra!

Üblicherweise ist es bei Argumenten für die Existenz von Göttern so, dass sich während eines mehr oder weniger durchdachten Beweisgangs irgendwo ein Fehler einschleicht (oder bewusst versteckt eingebracht wird), weswegen der primäre Schluss („Und darum stimmt meine Religion!!“) inhaltlich falsch ist. Dass jedoch jeder einzelne Schritt komplett falsch ist, das hatte ich noch nicht. Bis jetzt.

Zu 1. und 2.: Wagn definiert sich hier „das Immaterielle“ zurecht, das er von aller Materie streng unterscheidet. Dessen Existenz begründet er ontologisch. Das geht natürlich nicht: Nur weil ich etwas begrifflich machen kann, muss es noch lange nicht wirklich existieren. Außerdem: Das rein Immaterielle, selbst falls es irgendwie existieren sollte, ist für uns materielle Wesen in keiner Weise relevant. Um nämlich relevant zu sein, müsste es sich in irgend einer Form in der Welt manifestieren. Um Einfluss auf „das Materielle“, also auch uns, zu haben, müsste „das Immaterielle“ Lottokugeln schieben, Synapsen in Gehirnen beeinflussen, Jesus auf die Erde schicken, was auch immer. Es muss Quanten umdrehen und Atome schubsen. Dann wäre es jedoch nicht mehr immateriell, sondern zumindest teilweise materiell verankert. Die strenge Unterscheidung materiell/immateriell bei gleichzeitiger Annahme der (wenn auch vielleicht nur indirekten) Beeinflussung von Materie durch Immaterie ist falsch. Wagn kann nicht beides haben.

Zu 4. und 5.: Hier geht Wagn den üblichen Weg aller kosmologischen Beweise: Er behauptet, dass „das Universum“ eine Ursache haben müsse. Er begründet das damit, dass viele Alltagsdinge wie Regen oder Briefe ebenfalls eine Ursache haben. Hier spielen zwei Bedeutungen des Begriffs „Ursache“ eine Rolle, die unser Philosoph munter in einen Topf wirft, wie das andere Apologeten meist mit dem Begriff „Schöpfung“ machen: Ja, wenn ich ein Auto baue oder einen Brief schreibe, dann bin ich in der Tat deren Schöpfer, deren Ursache. Schöpfen bedeutet hier, dass ich bestehende Materie nehme und umforme. Aus Papier und Pigment wird mithilfe eines Stifts ein Brief, aus Metallerzen und Kohlenstoffen wird durch Prozesse wie Schmelzen, Formen, etc, ein Auto. Dieser ex materia Begriff „Ursache“ ist jedoch völlig verschieden von der von Wagn behaupteten Schöpfung ex nihilo, also der behaupteten Schöpfung des Universums aus dem Nichts, dem Nicht-Sein. Es ist aber so: Niemand weiß, ob das Universum eine Ursache haben muss, denn niemand hat jemals so eine creatio ex nihilo beobachtet oder damit experimentiert. Es gibt solide Anzeichen dafür, dass man auch ohne auskommt: Kosmologen vermuten seit etwa zehn Jahren natürliche Raumfluktuationen, aus denen aus dem Nichts spontan und völlig ursachenlos Elementarteilchen entstehen, aus denen sich die Welt aufbaut – aber eine naturwissenschaftliche Erklärung wird Herrn Wagn wohl kaum zufrieden stellen.

Zu 6.: Die eben (falsch) für notwendig erklärte Ursache des Universums muss lt. Herrn Wagn ein zeitloser, immaterieller, ewiger Geist sein. Wir erinnern uns: dessen Existenz hatte er in 1. und 2. eben noch (falsch) herbeidefiniert. Wagn behauptet wie bei kosmologischen Beweisansätzen üblich ohne weitere Belege, dass dieser immaterielle, aber irgendwie doch materiell wirksame Geist sein christlicher Gott sei. Eigentlich ist sein (falscher) Beweis damit fertig.

Wissenschaft ist Glaube – Wissenschaft funktioniert – Daher stimmt Glaube!!

Als Dessert beschert uns Wagn dann aber noch seinen Punkt 7: Beweise (für irgend etwas) seien sowieso komplett unmöglich und auch überflüssig. Wissenschaft sei wie Religion „auch nur Glauben“ – und da Wissenschaft funktioniert, muss Glauben funktionieren, also auch der christliche Glaube, der daher stimmen muss. Dies begründet er sprachlich, indem er sich aus den verschiedenen Bedeutungen des Begriffs „Glauben“ eine einzelne herauspickt, die er dann für einzig gültig erklärt. Nebenbei erklärt er damit allerdings auch seinen Gottesbeweis aus 1.-6. für ungültig. Warum auch immer, vielleicht hat er beim Schreiben die Übersicht verloren. Wir befinden uns mittlerweile immerhin auf dem Umdefinierniveau von Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke“.

Fazit: Wagn argumentiert im Wesentlichen ontologisch, also sprachlich mit der Bedeutung von Begriffen. Dabei wirft er verschiedene Bedeutungen durcheinander und verbiegt sie, wie es gerade passt. Seine Unterteilung materiell/immateriell ist nicht haltbar. Seine Verwendung des Begriffs „Ursache“ ist zumindest falsch, vielleicht auch absichtlich irreführend. Als Beweis für seine These von der Notwendigkeit eines immateriellen Bewusstseins als Ursache der Welt zitiert er lediglich ein altes Buch.

Nichts davon ist irgendwie neu oder originell, hier jedoch überdurchschnittlich verschwurbelt. Wagns Gedankengang „Wissenschaft ist auch nur Glaube – Wissenschaft funktioniert – Daher funktioniert Glaube – Daher funktioniert auch der christliche Glaube – Darum existiert der christliche Gott“ ist allerdings im französisch-champagnerseligen Sinne spektakulär.

In anderen Traktaten hält sich Autor Wagn ebenfalls nur noch mit den Fingernägeln knapp an der schnell rotierenden Realität fest: “Die Evolutionstheorie setzt den philosophischen Materialismus voraus – also die Religion, dass Materie von Geist unabhängig ist. Materie ist jedoch ohne Geist nicht denkbar, denn sie ist ohne Geist nicht definiert und auch nicht definierbar. Was nicht definiert ist, kann aber nicht sein – es ist zugleich alles und nichts.”

Diese kurze Betrachtung („kurz“ hier in der Bedeutung von „sehr lang“) dürfte gezeigt haben, dass man – ob materiell oder immateriell –  diesen Autoren nicht weiter ernstzunehmen braucht.

Bewertung des Gottesbeweises: 10/10 Piepvögel.

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Zwischenstand bei den Gottesbeweisen: 0 – 20

Seit etwa zweieinhalb Jahren schauen wir uns im Rahmen dieses Blogs Argumente für die Existenz des jüdisch-christlich-islamischen Bibel-Gottes Jahwe an, wie sie von Theisten immer wieder vorgebracht werden. So ein Beweisgang besteht in der Regel aus einer Reihe von Annahmen und daraus hergeleiteten logischen Schlüssen. Am Ende steht dann meist ein „Und daraus folgt: Die Gottheit Jahwe existiert!“

Damit ein Beweis stimmt, müssen naheliegenderweise sowohl die Annahmen als auch die logischen Herleitungen korrekt sein. Sind die Annahmen unzutreffend oder die Schlüsse unlogisch, ist der Beweis falsch. Das bedeutet dann natürlich noch lange nicht, dass das Gegenteil gelten muss, also der jeweilige Gott ganz sicher nicht existiert – lediglich der Beweis für die Existenz ist im Einzelfall gescheitert.

Bei den betrachteten Ansätzen zeigen sich immer wieder dieselben logischen Fehler (oder Fallen?) Oft wird die Existenz einer Gottheit trickreich formuliert in den Annahmen eingebracht – und dann am Ende triumphierend geschlussfolgert! Sehr schön klar wird das beim ontologischen Beweis. Etwas vereinfacht:

(A1) Der Gott ist das Wesen mit der perfekten Kombination von Eigenschaften.
(A2) Ein Wesen ohne die Eigenschaft „Existenz“ ist nicht perfekt.
(S) Der Gott hat die Eigenschaft „Existenz“, existiert also.

Derart vom rhetorischen Gestrüpp befreit wird klar, dass (A1) die Existenz einer Gottheit bereits versteckt voraus setzt. Ein ehrliche Formulierung müsste lauten:

(A1) Der Gott existiert. Er ist das Wesen mit der perfekten Kombination von Eigenschaften.

Dass daraus dann „Der Gott existiert!“ folgert, wird niemanden überraschen.

Ein zweiter üblicher Logikfehler ist der Sprung von „der Gott existiert“ zu „darum ist meine Religion richtig!“ Die bekannten Gottesbeweise versuchen lediglich die Existenz irgend eines göttlichen Wesens zu beweisen. Der logische Sprung zu „das ist Jahwe, der Gott des Christentums, das daher stimmt!“ ist völlig willkürlich und erfolgt ohne jede Begründung. Mit genau der gleichen Berechtigung könnte man zu Krishna springen, zu Zeus oder Papa Schlumpf. Fragt man hier nach, hört man oft die eher unbefriedigende Antwort “Das steht in der Bibel, an deren Wahrheit glaube ich ganz fest.”

Von den bislang angeschauten Beweisen für die Existenz von Göttern war kein einziger korrekt. Hier sind sie im einzelnen:

Also haben wir (je nach Zählung, einiges wiederholt sich) 20 bis 25 der bekanntesten und meist verwendeten Gottesbeweise angeschaut – bislang war kein einziger schlüssig. Im Gegenteil: Wir haben einige durchaus solide Ansätze (hier und hier) gezeigt, die beweisen, dass zumindest die Gottheit Jahwe nicht wie behauptet existieren kann.

In der Sammlung fehlen noch eine Reihe von Argumenten, wie zum Beispiel das Transzendentale Argument für Gott (TAG) und das Kalam-Argument, eine etwas verschwurbelte Version des kosmologischen Beweises. Daneben verdienen auch noch die in den USA aktuell als chic geltenden Präsuppositionisten eine nähere Betrachtung. Es bleibt also spannend – wer weiß, vielleicht ist ja doch noch ein gültiger Beweis für die Existenz (zumindest irgend einer) Gottheit dabei …

Hallelujah: Schlüssiger Gottesbeweis gefunden!

Nach 2.000 Jahren des Suchens, Betrügens und Lügens haben die Theisten endlich einen schlüssigen Beweis für die Existenz ihres Gottes gefunden. Hier ist er:

(P1) Entweder es gibt Gott oder es gibt keine runden Kreise.
(P2) Wenn alle Kreise runde Ecken haben, dann geschieht ein Wunder.
(P3) Es geschieht ein Wunder.
(K) Also: Es gibt Gott.

Ich muss zugeben: ich bin von der tiefgründigen Weisheit und Spiritualität des Beweisgangs begeistert – und ab sofort natürlich auch selbst inbrünstiger Theist. Die zweifelnden Kommentare unter dem zitierten Artikel sind allesamt kleinkrämerische Mäkelei und haben hässliche Ohren.

Gottesbeweis per Teufel

Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon aufgeben von Gläubigen nicht immer wieder nur dieselben Platitüden als Argument für die Korrektheit ihrer Religion zu hören. Dieser „Gottesbeweis per Teufel“ war daher durchaus überraschend:

Eines Tages lernte ich auf einer Geburtstagsfeier jemanden kennen, der für mein Verständnis außerordentliche mathematische Fähigkeiten besaß, die ich mir mit natürlichen Dingen nicht erklären konnte. Im Laufe des Gesprächs sind wir auf das Thema Glauben gekommen. Nach recht absonderlichen Ansichten, die ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekannt hatte, endete er mit dem Satz: „Mein oberster Ziel ist es, so zu werden wie Gott“. Ich erkannte aufgrund seiner Ansichten, dass er seine übernatürlichen Fähigkeiten vom Gegenspieler Gottes haben musste, denn genau mit diesem Versprechen, nämlich so zu sein wie Gott, verführte Satan Eva im Paradies. Wenn es aber diesen Gegenspieler Gottes wirklich gibt, so muss es ja Gott auch geben. Und so fing ich an, die Bibel zu studieren. Ich erkannte, dass es wirklich einen Gott im Himmel gibt, dem man vertrauen kann und der sich durch die Bibel uns Menschen offenbart.

Der Erzähler erkannte also an seinem Gesprächspartner „außerordentliche mathematische Fähigkeiten“, die er sich „mit natürlichen Dingen nicht erklären konnte“. Daher, so kommt er zum Schluss, müssen ganz offensichtlich übernatürliche Mächte am Werk gewesen sein. Das ist ein fast abziehbildhaftes Argument mit dem Unwissen, eines in religiösen Kreisen weit verbreiteten logischen Fehlers: „Mir fällt gerade keine begründete Erklärung für ein Phänomen ein, daher darf ich jetzt behaupten, was ich will. Ich sage: Es muss Magie gewesen sein!“ Üblicherweise folgt nun der Sprung „Und diese magische Macht war der Gott, der daher existieren muss. Voilà!“

Der Erzähler koppelt das Argument mit dem Unwissen mit einem Bandenstoß über die Bibel: „Genau mit diesem Versprechen, nämlich so zu sein wie Gott, verführte Satan Eva im Paradies“. Der übliche Bogen wird also erweitert: „Mir fällt gerade keine begründete Erklärung für ein Phänomen ein, ich darf also annehmen, dass es Magie war! Ausserdem ist die Person gemäß Bibel theologisch verdächtig, muss also vom Teufel beeinflusst sein. Wenn der Teufel existiert, dann aber gemäß Bibel auch dessen Schöpfer, Gott Jahwe. Voilà!“ – Wieso er die Bibel überhaupt als beweiskräftig ansieht, darüber hat er wohl nicht so recht nachgedacht. Wieso nicht den Koran, die vedischen Bücher oder Herr der Ringe? Da gibt es ja auch jeweils Schurken, die die Menschen mit großer Macht verführen wollen. Doch wohl nur, weil er schon als Kind auf die Bibel gedrillt wurde.

Fazit: Die Erzählung ist bei genauerer Betrachtung lediglich eine Argumentation mit dem Unwissen, variiert mit etwas Bibel-Gewinke. Sie kann daher in keiner Weise überzeugen. Kein halbwegs rational denkender Mensch würde auf solche Argumente hin an eine Behauptung wie die Existenz eines allmächtigen Schöpferwesens glauben.

Und zurück zu unserem frisch Bekehrten: Dass ein in Taschenspielertricks bewanderter Gesprächspartner den braven Erzähler in beschwipstem Zustand vielleicht einfach nur ärgern wollte, darauf kommt er nicht.

Der Gottesbeweis von Gödel

Alle paar Jahre entdecken die Medien den Gottesbeweis des Mathematikers Kurt Gödel: „Forscher beweisen Gottes Existenz am Computer„, „Mathematiker bestätigen Gottesbeweis„, „Gottesbeweis: Gott existert!„, „Computerprogramm bestätigt Gödels Gottesbeweis„. Nach einigen Tagen stürmischen Feierns nimmt die Begeisterung dann aber stark ab und man lässt die Geschichte unauffällig fallen. Offenbar lassen sich die Journalisten in dieser Zeit erklären, was es sich mit dem automatischen Nachvollziehen von formaler Logik auf sich hat. Bis dann, ein paar Jahre später, die nächste Praktikantengeneration aufgeregt über Gödels Notizen stolpert.

Die Besonderheit von Gödels Ansatz liegt in der Formulierung des üblichen ontologischen Beweisversuchs in der von ihm entwickelten mathematischen Sprache der Modallogik (siehe Abbildung), die die Schritte des Arguments für Computerprogramme nachvollziehbar macht. Das Ganze ist offenbar beliebt als Aufgabe für Studenten, was Journalisten dann ab und an mitbekommen.

In seiner ganzen Pracht: Gödels Gottesbeweis (Quelle: heise.de)

Inhaltlich verreckt Gödels Argumentation schon bei Annahme A1: „Wenn man jede mögliche Eigenschaft gemeinsam mit ihrer Negation betrachtet, so ist genau eine von beiden positiv“. Was „positiv“ in diesem Kontext bedeuten soll, wird nicht erklärt. Nehmen wir das Eigenschaftspaar “Das Auto ist blau”/”Das Auto ist nicht blau”: Welche dieser Aussagen soll denn nun positiv sein, welche nicht? Was passiert, wenn das Paar „Das Auto ist gelb“/“Das Auto ist nicht gelb“ hinzu kommt? Wie löst man diesen Widerspruch auf? Und wenn sich schon solche einfachen Dinge nicht klären lassen, wie ist es dann mit dem Klassiker “Ich bin ein eifersüchtiger Gott”/”Ich bin kein eifersüchtiger Gott”? Da der Gott der Bibel sich selbst als eifersüchtig bezeichnet, muss das wohl die positive Eigenschaft sein. Oder doch irgendwie nicht? Lügt er? Ist Lügen deshalb eine positive Eigenschaft? – Ohne Klarstellung, was “positiv” in dem jeweiligen Rahmen bedeuten soll, bleibt die Festlegung willkürlich und ist daher wertlos.

Dazu kommt dann der übliche Fehler aller ontologischen Beweise, hier in D1: „Ein gottgleiches Wesen besitzt alle positiven Eigenschaften“, anderswo immer wieder formuliert als „Gott ist der höchste Gedanke“. Hier wird die versteckte Annahme der Existenz von Göttern in den Beweisgang eingebracht, begründet wird das nicht. Und, klar, wenn ich das Göttliche schon in die Argumentation einfüttere, kommt am Ende natürlich das Göttliche dabei heraus. Ein Zirkelschluss.

Die Frage eines klugen Kommentators zu einem anderen Post zeigt noch ein weiteres Problem der ontologischen Beweise auf: „Wie kann ein Wesen, das angeblich alle positiven Eigenschaften auf sich vereint, auch negative Eigenschaften hervorbringen? Da gibt es doch mindestens eine schlechte Eigenschaft, nämlich die, eine imperfekte und zuweilen grausame Welt geschaffen zu haben.“ Auch darauf haben Theisten keine Antwort, winken allenfalls lustlos mit dem „Gott hat den Menschen den freien Willen gegeben!!“-Fähnchen.

Was hat sich der Autor nur dabei gedacht?

Kurt Gödel war ein genialer Mathematiker, der seinen “Beweis” als mentales Manöver seiner Modallogik gesehen hat und nicht als ernsthaften theologischen Ansatz. Er wollte damit zeigen, so erinnern sich seine Freunde und Kollegen, dass man mit der von ihm geschaffenen Sprache der Logik durch geschickte Wahl der Annahmen so gut wie jede Behauptung beweisen kann.

Gödel hatte die Formulierung schon 1941 niedergeschrieben, dann aber 30 Jahre lang wohlweislich nicht publiziert. Er war ein guter Freund Albert Einsteins, der ja – obwohl er selbst kein Theist war – schon Zeit seines Lebens und trotz seiner Gegenwehr von Religionisten als Kronzeuge für die Existenz des Bibel-Gotts in Beschlag genommen wurde. Offenbar wollte Gödel verhindern, dass sein Name ähnlich missbraucht würde. Erst 1970, als Gödel wegen zunehmender Paranoia schon unter schweren Psychopharmaka stand, wurden seine Notizen veröffentlicht. Es ist schade, dass er bei vielen Leuten für dieses alberne Ding in Erinnerung bleibt.

Fazit: Auch Gödels Gottesbeweis scheitert. Während die formale Logik insofern korrekt ist, dass ein Computerprogramm sie nachvollziehen kann, lassen die im Beweis enthaltenen Annahmen arg zu wünschen übrig. Haltbar sind weder die Annahme, dass von allen Aussage/Negation-Paaren genau eins „positiv“ sein soll, noch die implizite Annahme, dass das Göttliche existiere und komplett „positiv“ besetzt sei. Diese Annahmen kann ein Computer aber nicht als falsch identifizieren, dazu fehlt ihm das Weltwissen.

Der Unsinn von der Unmöglichkeit von Nichtexistenzbeweisen

Immer wieder die gleiche Nummer: „Nichtexistenz ist nicht beweisbar!„, „Ein Nichtexistenzbeweis ist naturwissenschaftlich nicht möglich!„, „Die Nicht-Existenz von etwas ist nicht beweisbar!“ Weise nicken die Küchentischphilosophen und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter.

Inhaltlich ist das natürlich Unsinn: Nichtexistenz lässt sich sehr wohl beweisen. Zum Beispiel durch Widerspruchsbeweise, also einfach durch Zeigen, dass die Elemente einer Existenzbehauptung einander oder bekannten Tatsachen widersprechen.

Beispiele gefällig? Okay:

Es existiert keine Primzahl, die durch vier teilbar ist.

Es existiert keine zweidimensionale Form, die zugleich Rechteck und Kreis ist.

Mal schauen: Eine Primzahl ist definiert als eine natürliche Zahl, die nur durch eins und sich selbst teilbar ist. Ein durch vier teilbare Zahl ist aber eben auch durch vier (und durch zwei) teilbar. So eine Zahl kann also nicht existieren. Ebenso beim Kreis/Rechteck: Die Definitionen der beiden Figuren widersprechen sich, so eine Form kann also nicht existieren.

Behauptungen widersprechen dem Weltwissen oder sich selbst

Die bisherigen Beweise der Nichtexistenz arbeiten allein durch Betrachten von Inkonsistenzen der Behauptungen. Wieder andere benutzen Weltwissen:

Es existiert keine belgische Stadt namens Fffffsdafnjkqfenwqkljingen.

Es existiert kein zweiter Erdmond.

Die Begriffe Belgien und Stadt sind definiert, es gibt Postleitzahlenverzeichnisse,  Katasterämter, Satellitenbilder. Nachschlagen zeigt uns: Die Stadt existiert nicht. Was den zweiten Mond angeht: Wenn man Mond (sehr unwissenschaftlich) als riesiges, felsiges Trabantendings im Orbit um einen Planeten definiert, dann kann neben unserem bekannten Erdmond kein zweiter existieren. Zum einen müsste erstmal festgestellt werden, ob man so ein Dings bislang überhaupt hätte übersehen können. Zum anderen: Die Auswirkungen seiner Gravitation wären mess- und erfahrbar. Die Messungen zeigen aber, dass es genau einen Erdmond gibt – für einen zweiten ist kein Platz.

Die Nichtexistenz von Nichtexistenzbeweisen

Die Behauptung vieler Küchenphilosophen, die grundsätzliche Nichtexistenz von Nichtexistenzbeweisen beweisen zu können, ist also offensichtlich falsch. Warum wird das trotzdem immer wieder behauptet? Nun, es ist für Religionisten und andere Esoteriker natürlich äußerst praktisch ihre jeweilige Lieblingsthese als grundsätzlich unwiderlegbar darzustellen.  Dabei ist egal, ob das nun die Existenz einer bestimmten Gottheit, das Vorhandensein knallbunter (unsichtbarer) UFOs in der Erdumlaufbahn, Chemtrails oder eine sinistre Geheimursache für AIDS-Erkrankungen ist.

Genau wie oben beschrieben lässt sich übrigens die folgende Aussage beweisen: „Es existiert kein allmächtiger, allgütiger Schöpfer des Universums.“ Aber dazu ein andermal mehr …

Skandal! – Ontologischer Gottesbeweis immer noch falsch

Diese Argumentation (hier in voller Länge) eines Theisten ist vielleicht einen kleinen Post wert, weil sie einen häufigen Denkfehler formvollendet vorführt:

Gott ist das höchste Wesen überhaupt. Er ist der höchste Gedanke, den wir denken können. Und wir können Gott denken. Wir können uns vorstellen, dass es Gott gibt. […] Wenn ich behaupte, dass Gott nur in meiner Vorstellung existiert, dann ist das nicht der höchst mögliche Gedanke. Es ist nämlich ein höherer, dass etwas nicht nur als Möglichkeit gedacht werden kann, sondern wirklich existiert. Da Gott der höchste überhaupt denkbare Gedanke ist, muss er auch existieren. Denn der Gedanke dass es Gott nicht gibt, ist nicht so hoch, wie der, dass es ihn gibt. […] Denn etwas, das nicht real ist, ist immer ein niedrigerer Gedanke als dass es etwas wirklich gibt.

Das ist der klassische – treuen MGEN-Lesern  schon bekannte – ontologische “Beweis” für die Existenz von Göttern. Er stammt von dem mittelalterlichen Mönch Anselm von Canterbury und ist schon von den Renaissance-Denkern mit dem Argument widerlegt worden, dass man “aus der Existenz des Begriffs nicht auf die Existenz des damit bezeichneten Sachverhalts schließen könne”. Alle Formulierungen des Arguments, auch die sorgsam hinter theologisch-philosophischer Sprache versteckten, scheitern an dieser Feststellung: Dass ich mir eine Sache vorstellen kann, bedeutet nicht, dass sie real existieren muss.

Können sich die Theisten wirklich nicht vorstellen, dass die Vorstellung von einem Dings, also das “Existieren als Gedanke” eine völlig andere Sache ist als “real in der Welt existieren”? Dass ein Wort wie “existieren” nach Lexikon mehrere, verwandte Bedeutungen haben kann?

Dazu kommt: Wenn man die Existenz Jahwe am Anfang der Argumentation schon voraussetzt („Jahwe ist der höchste Gedanke“), muss man sich ja nicht wundern, dass man am Ende bei ihm landet. Das funktioniert dann natürlich auch mit allen anderen herbei behaupteten „höchsten Gedanken“ wie Brahma, Zeus, beliebigen Superhelden, etc. Aber ist “Herkules, der größte Krieger aller Zeiten” wirklich real existierend, nur weil ich ihn mir vorstellen kann in seinem TigerLöwenfell und mit einer Keule in der Hand? Weil ich ein echter Fan bin, und seine Existenz für mich der allerbeste Gedanke überhaupt ist? Gemäß des Arguments muss er real existieren, denn sonst wäre ja ein anderer, wirklich existierender Krieger noch größer und mächtiger als er. Der ontologische “Beweis” wäre also eine Konzeptpumpe, mit der man sich alle möglichen Dinge in die Welt hinein wünschen könnte.

Und zum Dritten: Selbst wenn man für einen Moment annimmt, dass der “Beweis” stimmt, dann wäre damit lediglich die Existenz irgend eines höheren Wesens festgestellt. Der logische Sprung von “Es gibt ein höheres Wesen!!” zu “Das ist Jahwe, der Gott der Bibel, das Christentum/der Islam/das Judentum stimmt!!” ist nicht begründbar und völlig willkürlich.

Auf diesen Hinweis bekommt man von Religionisten nie eine Reaktion – Warum wohl?

Der Gottesbeweis der „Vier Punkte“

Die Helden von „Campus für Christus„, des deutschsprachigen Zweiges des „Campus Cruisade for Christ“ (mit jährlichen Einnahmen von $519,000,000, den „Kreuzzug“ hat man bei der Übersetzung wohlweislich weggelassen), haben sich überlegt, wie man wohl die jüngere Generation an die Angel bekommen könnte. Mit ihrem „leidenschaftlichen und motivierten Team“ setzen sie sich dafür ein, dass auch Die Jugend (TM) in Kontakt kommt mit dem „wunderbaren himmlischen Vater, der sich nach jedem Menschen sehnt“. Durch extrem hartes Nachdenken sind die klügsten Köpfe der Organisation zu folgender (hier etwas gekürzten) Argumentationskette gekommen, die – fesch für’s Internet aufgemacht – auch wirklich jeden Jugendlichen davon überzeugen sollte, dass Jahwe wirklich in echt existiert, und dass das Christentum die einzige wahre Religion ist:

1. Gott liebt dich total! Seine Liebe ist grenzenlos und bedingungslos.

2. Wir suchen nach Sinn und Erfüllung, aber nicht bei Gott. Wir misstrauen ihm und missachten seine Regeln. Diesen Alleingang nennt die Bibel Sünde. Sünde verletzt unsere Beziehungen und zerstört unser Zusammenleben als Menschen.

3. [Gott] ist so weit gegangen, dass er in Jesus Christus Mensch wurde und sein Leben für uns hingab. An unserer Stelle nahm er am Kreuz die Konsequenz der Sünde auf sich.

4. Gott hat alles getan, um uns zu zeigen, wie sehr er uns liebt. Durch Jesus Christus bietet er uns erfülltes und ewiges Leben an. […] Wie entscheidest du dich?

Im Ernst: Mal davon abgesehen, dass diese „vier Punkte“ in keiner Weise zusammen hängen oder irgendwie eine Argumentationskette bilden. Ebenfalls davon abgesehen, dass die Bewegungschristen immer wieder auf den gleichen alten Behauptungen herumreiten und nie irgendwelche Belege liefern. Aber – glauben die wirklich, dass Jugendliche doof sind?

Zu 1: Okay, als wohlstandssatter Mitteleuropäer schafft man es vielleicht, an der Idee „Ein allmächtiges Wesen liebt mich“ irgendwie einleuchtend zu finden. Die Opfer von Naturkatastrophen, Krebs und anderen Krankheiten, ganz zu schweigen die unter all den (Religions-)kriegen, extremistischen Hasspredigern und Attentätern Leidenden liebt der Gott dann wohl doch nicht so sehr. Schließlich könnte der allmächtige Gott all diese Übel einfach so abstellen. Offenbar ist er zu beschäftigt.

Zu 2: Sowohl die „missachteten“ Regeln als auch die böse, böse „Sünde“ finden sich allein in der Bibel, also in einem alten Buch. Einem alten Buch, das im dritten/vierten Jahrhundert aus im Laufe von knapp tausend Jahren entstandenen Nomadenregeln, politischen Predigten, Lyriksammlungen und den Notizen von Berufspropheten zusammengestellt wurde. Wieso bitte sollte ausgerechtet dieses alte Buch für mein Leben so entscheidend sein? Wieso nicht der Koran, die Rigveda, die Edda, die Avesta oder die Sibyllinischen Bücher? Wieso nicht De Bello Gallico oder Die Buddenbrocks? Wieso sollten wir als Gesellschaft die Regeln für „unsere Beziehungen“ und „unser Zusammenleben als Menschen“ überhaupt nach so einer Loseblattsammlung ausrichten? Wieso nicht aufgeklärt und vorurteilsfrei öffentlich diskutieren und aus freiem Willen eine moderne Gesellschaft entwickeln?

Zu 3: Okay, nehmen wir mal kurz an, dass die Punkte 1 und 2 nicht völlig abwegig wären. Spätestens hier würde sich ein zufällig im Internet surfender Außerirdischer fragen, was denn bloß mit diesen Menschen los sei? Also: Der allmächtige, allwissende Gott schafft das Universum und die Menschen nach seinem Willen. Dann diktiert er diesen Willen einer Reihe von halbnomadischen Stammespriestern in die – äh – Feder, die in einer rückständigen Randprovinz des römischen Imperiums durch die Wüste ziehen. Die Menschen schauen sich diese in sich widersprüchlichen, in ihrer Härte unmöglich zu befolgenden Regeln an und verstehen sie nicht. Darum sind sie – gemäß der göttlichen Gesetze – zur ewigen Höllenfolter verdammt. Der Gott ist nun mit der von ihm geschaffenen Situation irgendwie unglücklich. Er könnten natürlich die Gesetze (oder die Wesen) einfach ändern. Aber er hat eine Idee: Er opfert sich  selbst an sich selbst – als Buße dafür, dass die von ihm selbst geschaffenen Wesen gegen die von ihm selbst geschaffenen Gesetze verstoßen. Jetzt mal ehrlich: Die Geschichte kann doch niemand ernst nehmen, oder?

Zu 4: Okay, wer das alles wirklich für wahr hält, sollte sich vielleicht wirklich besser in die Obhut einer autoritären Organisation begeben. Und auch am besten gleich fleißig spenden oder im wohlausgestatteten Webshop der Kreuzzugs-Christen einkaufen, damit die Spendensumme beim nächsten Mal dann gleich auf runde $520,000,000 springt.

Zehn Jahre Fliegendes Spaghettimonster – Was tun?

Das Fliegende Spaghettimonster (englisch Flying Spaghetti Monster, kurz: FSM) ist die Gottheit einer im Juni 2005 vom US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson begründeten Religionsparodie. Ihre Anhänger bezeichnen sich selbst als Pastafari oder Pastapiraten.

Dies ist ein Gastbeitrag des begeisterten Pastaverehrers Mr. MIR. Wer Lust hat mit ihm an einer (virtuellen) Jubiläumsfeier teilzunehmen, möge sich bitte hier eintragen.

Ramen, liebe Schwestern, Brüder und Piraten!

Seit nun schon neun Jahren haben wir eine neue Weltreligion zur Verfügung. Nächstes Jahr im Juni ist unser zehnjähriges FSM-Piratenbestandsjubiläum 🙂 Hiermit rufe ich alle deutschsprachigen Pastapiraten auf, angemessene Feierlichkeiten zu begehen! Vergesst nicht, insbesondere im Jubiläumsmonat Juni 2015 die drei wöchentlichen Feiertage Freitag, Samstag und Sonntag auszunutzen, um z.B. Eure Kinder taufen zu lassen. Falls Ihr einen neuen Führerschein oder Perso beantragt, vergesst nicht, Euch für das Foto anständig zu kleiden! Auch im Berufsleben sind rituelle Regeln einzuhalten. Und befolgt auch im Sommer alle anderen pastafarianischen Rituale ein bisschen frommer.

Für die Feierlichkeiten könnten wir ja auch ein kleines Fachsymposium abhalten – zumindest online – um die bisherigen Entwicklungen unserer Religion zu reflektieren:

Wir sollten diese historischen und wissenschaftlichen Ergebnisse in einem Konferenzband sammeln und der Nachwelt erhalten. Es ist auch an der Zeit, unsere Piratengeschichte niederzuschreben! Wir sollten uns zusammenrotten und gemeinsam ein deutsches Nudelwiki machen. Das wäre doch toll, nicht? Ich habe vorsorglich die URL http://de.fsm.wikia.com eröffnet und warte auf Eure Ideen und Beiträge!

Aber vielleicht sollten wir auch die Uni Jena anmieten, und dort – wie andere Kreationisten auch – eine Party steigen lassen.

Ramen,

Mr_MIR@live.de

Best of 2013 – Jehova! Jehova!

Zu jedem Jahresende das gleiche Spiel: Jahresrückblicke, wohin man schaut. Ob Günther Jauch oder die Bäckerblume – alle blicken sie mehr oder minder wehmütig auf das vergehende Jahr zurück. Und da Angriff bekanntermaßen die beste Verteidigung gegen nervenden Unsinn ist, haben wir bei MGEN beschlossen, ebenfalls einen Rückblick auf zwölf Monate Blogtätigkeit zu basteln. Hier also unser Best of 2013 …

Gottesbeweise: Null Hinweise auf die Existenz des Bibel-Gottes!

Wir sind Anfang des Jahres mit dem Vorhaben gestartet, uns einige „Gottesbeweise“ näher anzuschauen, wie sie von Religionisten immer wieder als Rechtfertigung für ihre Sonderrechte in Staat und Gesellschaft vorgebracht werden. Hauptsächlich ging es da um unser eigenes Verständnis der Argumentationen – die Begriffe „ontologischer Beweis“, „kosmologischer Beweis“ und „teleologischer Beweis“ sind ja recht ehrfurchtgebietend. Schon bei oberflächlicher Betrachtung wurde jedoch klar, dass die Argumente für die Existenz eines Bibel-Gottes unglaublich dünn sind, auf falschen Annahmen oder unsinnigen Schlussfolgerungen beruhen. Kein einziger der Beweise ergibt Sinn.

Hier die meistgelesenen Blogposts zum Thema:

  • Sämtliche bekannten Gottesbeweise: Gescheitert! – Hier stellen wir die bekanntesten Gottesbeweise vor und zeigen nach und nach, dass kein einziger von ihnen einer kritischen Betrachtung stand hält.
  • Wunder als Beweis für die Existenz Gottes – Wunder gibt es immer wieder? Viele Leserinnen und Leser sind mit uns der Meinung: Nein, so ein göttliches Aussetzen der Naturgesetze wurde nie nachgewiesen; sämtliche vorgebrachten „Wunder“ lassen sich sehr leicht ohne göttliche Eingriffe erklären.
  • Das Bananen-Argument für die Existenz Gottes – Die Banane als Gottesbeweis? Diese Argumentation eines US-Predigers schwappt in Wellen durch Facebook; viele Leserinnen und Leser wundern sich mit uns über den seltsamen Beweisversuch.
  • Öfter mal was Neues: Gottesbeweis per Thermodynamik – Das Zerlegen dieses Versuchs, mit Begriffen aus der Physik einen Gott herbei zu definieren, hat im Blog einen empörten Kommentarsturm ausgelöst.
  • Der DNA-Beweis für die Existenz Gottes – „DNA ist ein Code, Code setzt einen Programmierer voraus, dieser Programmierer ist Gott!!“ – Uhm, nein?
  • Der 747-Beweis für die Existenz Gottes – Ein beliebter Versuch, die Evolution zu diskreditieren, ist das 747-Argument. Er funktioniert nicht. Und wieso aus dem Widerlegen der Evolution die Behauptung „Es gibt Jahwe, die Bibel hat recht, das Christentum stimmt!!“ folgen soll, bleibt auch völlig offen.

Grundlagen von Religion und Esoterik: Null Hinweise auf Korrektheit!

Nachdem nun klar war, dass die einzelnen Gottesbeweise nichts taugen, haben wir uns näher mit einigen Grundlagen der Religionen beschäftigt. Hier die meistgelesenen Artikel diesem Bereich:

  • Kann man kategorisch beweisen, dass es keinen Gott gibt? – Die Frage ist gut, muss aber mit einem eher unbefriedigenden „unbekannt“ beantwortet werden. Das liegt nicht an tiefschürfend wissenschaftlich/philosophischen Gründen – sondern einfach daran, dass keine schlüssige Definition existiert, was so ein Gott eigentlich sein soll.
  • “Gott ist allmächtig, allwissend und allgütig!” – Nope, dieser Gott existiert nicht! – Während es für Götter allgemein keine sinnvollen Definitionen gibt, ist für konkrete Gottesbilder, wie den Bibel-Gott Jahwe, sonnenklar: So ein Wesen kann nicht existieren. Gäbe es einen allmächtigen, allgütigen Gott, sähe die Welt sehr anders aus.
  • Über Kampfbegriffe und Gottesbilder – Viele Theisten wollen zwar unbedingt über ihre jeweilige Religion diskutieren, kennen aber die entsprechenden Grundbegriffe nicht. Daher hier kurze Erläuterungen zu den Konzepten Theismus, Deismus, Pantheismus, Atheismus, etc.
  • Existiert das Übernatürliche? – Noch ein Blogpost, der Protestwellen aus der Esoterikecke ausgelöst hat. Kurz: Nein, etwas Übernatürliches existiert nicht. Sobald ein Phänomen beobachtet und eingeordnet wird, erweitert es unser Verständnis des Universums und wird somit natürlich.

Politik: Null Zahlreiche Sonderrechte für Kirchen und Religionen!

Weit oben in den Charts stehen auch einige der eher politischen Blogbeiträge:

  • Landesverfassung: “Ehrfurcht vor Gott … ist vornehmstes Ziel der Erziehung” – In einem Googlemarathon haben wir eine Reihe von kirchlichen Sonderrechten und religiösen Absurditäten aufgetan, die in Deutschland Verfassungsrang genießen. Die erstaunten Leserinnen und Leser teilten den Artikel exzessiv auf Facebook.
  • Bundestag stimmt für weitere “Staatsleistungen” – 480 Mio. Euro zahlt der Staat jedes Jahr an die Großkirchen. Nein nein, das sind nicht die Kirchensteuern, dieses Geld gibt’s obendrauf. Warum? Die Argumentation ist kompliziert, basiert auf angeblichen Verträgen aus dem Dreissigjährigen Krieg und lautet komprimiert „Weil das schon immer so war!!“ – Die Leserinnen und Leser teilten a. unsere Empörung und b. den Link, so dass der Artikel zu unserem meistgelesenen Blogpost wurde.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern noch schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr. Yeah, 2014!