MGEN 157: Das Ende der CDU

Die CDU hat auf ihrem Parteitag eine neue Grundwerte-Charta beschlossen. Das Motto könnte lauten „CDU — Jetzt noch christlicher!“ Beim Beschäftigen mit der Charta ist Oliver dann aber auf einen anderen Beschluss gestoßen, einer „Dienstpflicht“ für junge Leute. Ja, richtig gelesen: Die CDU will massiv in die Grundrechte einer ganzen Generation eingreifen und ihnen ein Lebensjahr einfach wegnehmen. Mit welcher Begründung? Die jungen Leute, so die Experten der CDU, trieben sich zu sehr in „digitalen Echokammern“ herum, sie sollten mal lieber ordentlich arbeiten.

Oliver platzt bei der Beschäftigung mit der „Dienstpflicht“ der Kragen, so dass ein ausgedehnter Rant über Corona, Klimawandel, Rentensystem, Atommüll und den Generationenkonflikt über uns hinweg fegt. Mit Hilfe allerlei Statistiken versucht Oliver nachzuweisen: Die CDU ist der politische Arm einer einzelnen Generation, der Kriegskinder, deren Interessen sie ohne jede Skrupel und ohne Rücksicht auf Land und Leben vertritt. Die jungen Leute und die Zukunft der Republik müssen dabei – leider, leider – ins Gras beißen. Die gute Nachricht: Mit den Kriegskindern zusammen wird die CDU in den nächsten Jahrzehnten als Volkspartei aussterben. Good riddance.

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5 Gedanken zu „MGEN 157: Das Ende der CDU

  1. Meine Lieblingsfolge bislang – also danke, dass ihr die letztlich doch gesendet und nicht gelöscht habt…
    Meine Geschwister und mein Freundeskreis sind zwar keine Gen Z mehr (mit Mitte 20 bis Anfang 30 Kinder der Boomer-Generation)… aber diesen Generationenkonflikt, der in meinen Augen ein Verantwortungskonflikt ist, nehme ich (v.a. in Bezug auf die Themen Klima und Rente) auf jeden Fall auch war. Ich würde mir da ebenfalls mehr Solidarität zwischen den Generationen wünschen.

    Statt weitere populistische Stimmungsmache (wie nun auch wieder aus der CDU), gegen „die Jugend“,
    die es im konservativen Narrativ irgendwie schafft parallel
    1. nur im Internet rum zu hängen/gar nicht mehr unter „reale“ Leute/an die frische Luft zu kommen und die sich aus reiner Bequemlichkeit gar nicht mehr sozial engagiert/gesellschaftlich einbringt…
    und sich
    2. gleichzeitig aber natürlich auch viiiel zu viel gesellschaftspolitisch einbringt/viel zu aktiv ist… und mal schleunigst von der Straße runter soll/aus den besetzten Wäldern raus und vor allem weniger Öffentlichkeit für ihre Anliegen beanspruchen und niemanden stören. Denn Klimaprotest und Anti-Rassismus/Queer-freundliche Arbeit sind natürlich in deren Verständnis nur ideologie-getriebenes Chaotentum und schon mal pauschal gar nicht erst ernst zu nehmen.

    So kann man natürlich auch einer konstruktiven Debeatte und einem gemeinschaftlichen Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit aus dem Weg gehen.

    Ich habe aus dieser Folge einiges an interessanten Gedankenanstößen mitnehmen können. Vielen Dank, dafür!

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    • Millennials sind zwischen den frühen 80ern und späten 90ern geboren, Gen Z ab ca. 1997 bis in die frühen 2010er. Ältere Angehörige der Gen Z sind also auch schon erwachsene Leute, auch wenn die Bezeichnung manchmal ein Synonym für „Teenager“ zu sein scheint (nicht bei euch, keine Sorge!).

      Ich kenne leider auch zu viele überzeugte Wähler*innen der Union, die Themen wie Gleichberechtigung und die Klimakatastrophe ignorieren oder sich das alles schönreden. Immerhin haben die schon immer Union gewählt und in ein paar Jahrzehnten sind sie ja auch nicht mehr da und müssen sich nicht damit auseinandersetzen, dass Teile der Erde unbewohnbar geworden sind, sondern hoffen halt auf ein angenehmes ewiges Leben. Mit so einer Einstellung ist es natürlich einfach, jüngere Generationen dafür zu strafen, ein Smartphone zu benutzen und sich politisch zu engagieren, aber halt falsch (d.h. nicht konservativ). Ich teile euren Frust, dem ihr in dieser Folge luftgemacht habt!

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  2. https://www.dasding.de/newszone/umfrage-soziales-jahr-pflicht-100.html
    Just saying..
    Stimme mit der CDU sonst nicht überein (ist ja auch nicht ihre Erfindung), finde die Dienstpflicht aber gut, vor allem vor dem Hintergrund der Diskussion zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wenn Wehrdienst, dann Dienst für alle. Wenn offen ist, was man tut (Sozialdienst, ökologische Projekte, Auslandsjahr), hat man genügend Freiheit und man hat die Möglichkeit, sich nach der Schule ein wenig in der Welt zu orientieren, bevor man in Ausbildung und Karriere gezwängt wird. Und wenn es alle machen, ist es wiederum fair, dass nicht nur wenige engagierte eine „Lücke im Lebenslauf“ haben. Mein unfreiwilliges Gap-year nach dem Studium hat mir persönlich viel fürs Leben gebracht…

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    • Sehe ich ähnlich. Ich hatte nach der Schule keinen sozialen Dienst gemacht und war dann nach dem Studium komplett orientierungslos. Deswegen habe ich nach meinem Diplom ein BufDi-Jahr dran gehängt. Mir hat das sehr geholfen!
      In meinem Freundeskreis haben wir auch eine alternative zu dem Pflichtjahr besprochen: wer sich ein Jahr zu einem Dienst an der Gemeimschaft verpflichtet, der sollte auch anschließend Anspruch auf elternunabhängiges Bafög bekommen. Dann kann man es sich aussuchen und wenn man etwas für die Gesellschaft getan hat, bekommt man dafür auch etwas zurück.

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  3. Naja, Wehrpflicht gibt es schon lange, auch wenn Merkel/zu Guttenberg sie vor 12 Jahren ausgesetzt haben. Von daher verstehe ich zwar die grundsätzliche Kritik an dem Pflichtjahr, aber warum dass eher ein Anlass für Wut ist als der Zustand vor Merkel (den auch rot-grün damals nicht angerührt haben), leuchtet mir nicht ein. Auch die FDP als konservativ zu bezeichnen, halte ich für sportlich. Sie ist liberal. Gesellschaftspolitisch ordnet sie sich von der CDU aus gesehen eher links, bei der Wirtschaftspolitik eher rechts ein. Konservatives kann ich hingegen nicht sehen.
    Aber der eigentliche Kern des Beitrags, ob CDU-Wähler einfach alt oder eine bestimmte Generation sind, der ist sehr spannend. Und ich stimme da der Analyse auch im Großen und Ganzen zu. Nur: Konservative, die wird es auch zukünftig geben. Und die werden sich, siehe oben, nicht in der FDP wiederfinden. Hoffen wir mal, dass die Partei, die diese Kräfte dann bindet, nicht schlimmer wird als die CDU. Mit dem Blick auf andere Länder befürchte ich nämlich genau das.

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