MGEN 136: Echsenmenschen von Nibiru — Was verheimlichen NASA und Vatikan?

Bald ist es wieder soweit: Alle 3.630 Jahre braust der geheimnisvolle Planet Nibiru quer durch das Sonnensystem und wirbelt die Planeten durcheinander; Polsprünge, Erdbeben und Tsunamis — kurz, die biblisch angekündigte Apokalypse — sind die Folge. Auf dem Nibiru sitzen die Anunnaki, eine Spezies von Echsenmenschen, und ziehen vermutlich die Köpfe ein. Nun ja, zumindest dann, wenn man einer in esoterischen Kreisen stark verbreiteten Verschwörungsthese glaubt.

Oliver stellt die von Gläubigen im Internet veröffentlichten Ideen zu Nibiru, dem geheimen Planeten X, und seinen bluttrinkenden Echsen-Bewohnern vor und schlägt dabei einen Bogen von den alten Sumerern und Ägyptern über die Mormonen bis zu Hillary Clinton, NASA-Wissenschaftlern und dem Papst, der sich angeblich in Geheimverhandlungen mit den Außerirdischen befindet. Martina und Till sind entsetzt: Wie kann es sein, dass sie bislang nie von diesem „geheimen Wissen“ gehört hatten?

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15 Gedanken zu „MGEN 136: Echsenmenschen von Nibiru — Was verheimlichen NASA und Vatikan?

  1. Wenn das jetzt wieder passiert und das alle 3630 Jahre passiert – dann war das vorletzte mal im Jahr -5238. Damals gab es noch keine Schrift – die ist erst ~ im Jahr -3400 erfunden worden. D.h. es gibt über dieses Ereignis maximal 1 Datenpunkt. Und aus 1 Datenpunkt wollen die eine Regelmäßigkeit ableiten?

    Davon abgesehen – wenn dieser Planet Nibiru uns nur alle 3630 Jahre begegnet, dann muss er eine sehr geringe relative Geschwindigkeit zu uns haben. Dann müssten wir den schon seit > 100 Jahren sehen können, wenn er innerhalb der nächsten 807,5 Jahre vorbei kommt.

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  2. Dieser Schwachsinn mit Nibiru scheint nicht totzukriegen sein.
    Er taucht seit den Anfängen des Internets alle paar Jahre wieder unter neuen Namen und verschiedenen Formen auf, letztmalig beim ausgefallenen Weltuntergang 2012 mit Nibiru, Polsprung, Nephlim, Annunaki und dem ganzen Schwafel. Damals waren’s dann die Maya, die das ganz exakt vorhergesagt haben.
    Schwurbelautoren wie z.B. Dieter ‚ich habe zwei gekaufte Doktortitel‘ Bröers verdienen sich auf Kosten der anderen Schwurbler goldene Nasen und verschwinden leider immer nur kurz von der Bildfläche, wenn sich herausstellt, daß ihre ‚Prophezeiungen‘ mal wieder in die Hose gingen.

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  3. Dass der Tag in 2x12h also 24h unterteilt ist und das Jahr in 12 Monate (früher 10 Monate) hat alles schon seinen Sinn. Auch wenn man das nicht zwingend mythologisch verbrämen muss.

    Es lässt sich schlicht richtig gut teilen. Besser als 10.
    Die zwölf ist durch 1, 2, 3, 4, 6 und 12 teilbar und deckt viele Anwendungsfälle ab. (halbieren, Dritteln, vierteln,…).

    Besser ist noch die Zahl 60, welche mehr Teiler (insgesamt 12) hat, als die 100 (insgesamt 9). Diese Unterteilung geht wohl auf das babylonische Sexagezimalsystem (Basis 60) zurück.

    Das heißt aber nicht, dass die Babylonier Aliens mit je 30 Finger an einer Hand oder mit 12 Händen waren. Ja, das Dezimalsystem (Basis 10) hat sich wohl aufgrund unserer Hände durchgesetzt. Das gilt aber nicht zwangsläufig für alle Zahlensysteme.

    Binärsystem (Basis 2)
    Oktalsystem (Basis 8)
    Hexadezimalsystem (Basis 16)
    haben sich in der Informatik nicht wegen irgendwelcher Hände durchgesetzt.

    Gruß
    Fabian

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  4. Ihr habt kurz David Icke erwähnt. Man muß seine Bücher wirklich nicht selbst lesen, sie zeugen von gefährlicher Verwirrtheit im Endstadium – ob er selbst darunter leidet oder nur seinen Markt bedient, sei dahingestellt.
    Der Scathing-Atheist-Podcast liest von Zeit zu Zeit kapitelweise sein neuestes Buch. Und ja, massiv antisemitisch immer wieder. Selbst außerirdische Echsenmenschen können für David Icke „jüdisch“ sein.

    (Ich hoffe, ihr seid nicht böse, wenn ich einen anderen Podcast verlinke. Ich liebe MGEN!)

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  5. Eine recht unterhaltsame Sendung.
    Ein, zwei Anmerkungen hätte ich dazu, ohne aber mit dem Nibiruunfug näher vertraut zu sein, bislang habe ich das nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen.

    Was ich aber auch schon mal, und ähnlichem Befremden, wahrgenommen habe, das war die Behauptung, dass alle Diskriminierungen, ob rassistisch, sexistisch, antisemitisch oder auch sog. islamophob im Grunde auf Antisemitismus zurückzuführen seien.

    Ich vermute das dient dem Zweck den Menschen als prinzipiell heikles Wesen, der unabhängig von anderen die selben, unschönen Entwicklungen hervorbringen kann, als Zentrum des Problems zu verneinen.
    Natürlich haben alle gruppenbezogenen Diskriminierungen Ähnlichkeiten, aber das muss nicht heißen, dass sie alle auf eine spezifische Ur-Diskriminierung zurückgehen. Vielmehr kann es immer wieder zu Bedingungen kommen, in denen beispielsweise ein Sündenbock gesucht wird und das Bedürfnis besteht, eine innere Gruppe gegen einen – oft imaginären – Feind zusammenzuschweißen, um Konflikte zu übertünchen.
    Diesen Mechanismus sieht man ja oft am Werk, und weil die Gruppe, die die Diskriminierung betreibt (das dt. Volk, die Weißen) die große Mehrheit ist, haben die meisten keine unmittelbaren Nachteile davon und der Anreiz mitzumachen besteht auch darin, dem eigenen Frust eine Abfuhr zu ermöglichen, die ansonsten im zivilisierten Zusammenleben tabu ist.
    Man darf mal bisschen die Sau rauslassen, Leute beschimpfen, ungerecht sein, bis hin zu Gewaltausübung und schweren Straftaten.

    Auch in der zurückliegenden, nun abklingenden Auseinandersetzung um Coronaleugner, Impfkritiker, Maskenverweigerer etc., die ja keine homogene Gruppe sind, sondern eine, in der manche behauptet haben, es gäbe keinen Virus, andere, er sei harmlos, wieder andere, die Impfung sei noch schlimmer, sicher nur eine Minderheit, dass die Impfung der Einpflanzung eines Chips diene, usw. usf. – da gab es auch Antisemiten, beispielsweise diesen Vegankoch Hildmann, der ist sicher einer, nach dem was ich gelesen habe, und keiner der mit einem verstecken Antisemitismus operiert hat, aber das heißt nicht, dass das alles Antisemiten sind/waren.

    So wichtig, wie es ist, solchen Antisemitismus zu erkennen und zu benennen, so wichtig ist es, mit dem Vorwurf nicht zu übertreiben.

    Wie gesagt, ich bin kein Kenner der Nibiruszene und weiß nicht, wie prävalent der Antisemitismus in ihr ist, und wie sehr der Antisemitismus eine tragende Säule ist; es kommt mir nur so vor, als käme dieses Spinnertum auch ganz gut ohne ihn aus, was man beispielsweise vom Nationalsozialismus nicht sagen könnte.

    Und in jeder größeren Partei, Religion und Gruppe hat man hier und heute (noch?) Antisemiten dabei – die sind nicht so selten, als dass deren Anwesenheit irgendwo die große Ausnahme wäre. Die Frage ist, wie viel Einfluss sie haben, ob sie dominant sind, ob die Gruppenideologie stark darauf aufbaut und ob offener Antisemitismus dort Usus ist.

    Der zweite Punkt ist die Verwendung des Begriffs faschistisch. Nicht jeder Antisemit ist Faschist und nicht jeder Faschist Antisemit. So umstritten der Begriff auch ist, so herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass er eine Herrschaftsform bezeichnet. Diese Nibiruszene hat doch keine Herrschaft über irgendwas – nicht mal sind sie intern organisiert, so dass man dieser Organisation etwas derartiges attestieren könnte.

    Es könnten sich da natürlich Menschen sammeln, denen in der Mehrheit eine faschistische Herrschaftsform vorschwebt. Dann ist es vielleicht ein wenig spitzfindig zu sagen, sie seien nicht faschistisch, sondern bloß von faschistischer Gesinnung.

    Wie verhält es sich mit dem Ultranationalismus als Wesensmerkmal des Faschismus? Kann man diesen wegen Strukturähnlichkeit auf den ganzen Planeten übertragen (wir hier auf unserem Planeten Erde gegen die feindlichen Invasoren/Echsenwesen aus Nibiru)?

    Was ist mit Militarismus? Nicht nötig, für diesen Faschismus, oder gibt es starke Indizien für einen solchen bei den Anhängern?

    Und dann der Führerkult. Haben wir einen solchen bei den Anhängern?

    Wenn man die Anhänger nur verächtlich machen will und dazu Begriffe wie „Faschisten“ nur als Schimpfwörter benutzt schleift man die Begriffe ab.

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    • Hallo, oh du unbekannter Nutzer, und danke für deine – wie üblich detaillierte und gut begründete – Manöverkritik.

      1. Zu den antisemitischen Mustern: Ich sprach, soweit ich mich an die Details sechs Wochen nach der Aufnahme noch erinnere, nicht von Antisemitismus, sondern von antisemitischen Mustern, die Leute wie David Icke über seine Echsenmenschen verbreitet. Das sind „Grusel“-Erzählungen über eine fremde, andersartige Elite, die unter uns (uns = das brave Volk) lebt und uns steuert, Kinder an fremde Götter opfert oder ihr Blut trinkt, auf der Suche nach Unsterblichkeit für sich selbst. Durch die Jahrhunderte sind solche Geschichten immer wieder über jüdische Leute erzählt worden — daher halte ich sie für antisemitische Muster. Ob David Icke selbst Antisemit ist, weiß ich nicht. Ich finde eher nein, ein Leser hat weiter oben kommentiert ^^^, dass doch, ist antisemitisch. Um ehrlich zu sein, Ickes Ansichten dazu sind mir egal, es geht um die Wirkung auf seine Gefolgschaft.

      2. Faschismus: Es ist merkwürdig, wie viele verschiedene Definitionen für den Begriff Faschismus es gibt. Das geht von „Faschismus ist eine politische Bewegung aus dem zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts“ (Okay, dann ist Faschismus keine Gefahr mehr, weil seit vielen Jahren tot) bis zu „Alle, die ich nicht leiden kann, sind Faschisten“ (Dito, wozu dann damit beschäftigen?). Eine nützliche, weil reale Phänomene der Gegenwart betreffende Definition ist (aus dem Gedächtnis): Eine politische Ideologie oder Bewegung, die die geheime Unterdrückung und die Beherrschung des als homogen angenommenen Volkes durch eine fremdartige Elite voraussetzt und zur Überwindung dieser Unterdrückung einen gewalttätigen, revolutionären Ausbruch mit einer erlöserhaften Führerfigur an der Spitze propagiert. Mit dieser vorsichtigen Definition arbeite ich, wenn ich von Faschisten rede. Also: Nazis, Mussolini, Franco (in den 30ern), QAnon, Umvolkung, Teile der AfD -> drin; Japaner, random Nachbarn, die ich nicht leiden kann -> draußen.

      Zu 2) noch ein (für mich) interessanter Punkt: Offenbar ist es mittlerweile möglich, dass (neo-)faschistische Ideologien und Bewegungen außerhalb des Katholikentums entstehen; das ist neu, der historische Faschismus war eine klar katholische Ideologie. Erschreckend.

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  6. Danke für die ausführliche Antwort.

    ad 1)
    Ich kenne David Icke ja nicht, aber gesetzt den Fall, dass dieser verbreitet, es würden Kinder an fremde Götter geopfert ihr Blut getrunken, das kenne ich, das ist eine lang tradierte, antisemitische Legende, dem stimme ich zu.
    Die man aber natürlich auf Nichtjuden adaptieren kann, und dann ist sie m.E. nicht mehr antisemitisch. Ob das der Fall ist kann ich nicht beurteilen.

    Die Erzählung mit dem Blut trinken ist allerdings ähnlich bizarr wie die Vorstellung von Echsenmenschen. Bei breiten Kreisen der Bevölkerung verfängt man damit wohl eher nicht, aber in kleinem Kreis im Hinterzimmer kann so was natürlich auch in größeren Organisationen kursieren.

    Die Nazis setzten auf eine nicht ganz so abseitige Propaganda, bei der Juden einerseits als Schmarotzer dargestellt wurden, als schmutziges Ungeziefer um mit Angst und Ekel Hass zu erzeugen. Zum anderen, schon in rechtem Gegensatz dazu, auf die Behauptung, es sei eine korrupte Elite, die sich gegenseitig die Posten zuschustert, insbesondere im Bankensektor aber auch im Kulturleben, wo sie oft überrepräsentiert waren und sind, was sich aber rational erklären lässt. Und drittens die überproportionale Präsenz in liberalistischen, kommunistischen und sozialistischen Bewegungen. Aber sicher gab es im Nationalsozialismus auch noch Kryptofaschisten, die diese Blutmärchen wiederbelebt haben.

    ad 2)

    Das geht von „Faschismus ist eine politische Bewegung aus dem zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts“ (Okay, dann ist Faschismus keine Gefahr mehr, weil seit vielen Jahren tot)

    Nein, nein, ein unzulässiger Schluss. Der Satz besagt nur, dass es bisher so war, aber schließt nicht aus, dass später wieder ein Faschismus kommen kann. Das ist beschreibend, nicht normativ gemeint. Aber nicht so wichtig.

    Eine politische Ideologie oder Bewegung, die die geheime Unterdrückung und die Beherrschung des als homogen angenommenen Volkes durch eine fremdartige Elite voraussetzt und zur Überwindung dieser Unterdrückung einen gewalttätigen, revolutionären Ausbruch mit einer erlöserhaften Führerfigur an der Spitze propagiert.

    Was war denn für Mussolini die geheime Unterdrückung durch eine fremdartige Elite und was für Franco? Für beide die jüdische Weltverschwörung?

    Ultranationalistisch, gewaltaffin, erlöserhafte Führerfigur würde ich mitgehen. Antidemokratisch, autoritär, totalitär und militaristisch würde ich ergänzen.

    Japanische Geschichte ist mir weitgehend unbekannt.

    Teile der AfD: Fraglos nationalistisch, aber noch nicht schrill. Gewaltaffin – nun, das hat sich kaum gezeigt. Mal gab es eine Äußerung, an der Grenze auf Flüchtlinge zu schießen, ja, durchaus, aber kein Vergleich zu Nazipropaganda. Revolutionäre Ausbrüche von Volksbewusstsein habe ich auch noch nicht herbeizitieren gehört. Wer wäre die erlöserhafte Führerfigur? Bernd Höcke?

    Nicht, dass man die AfD nicht auf dem Schirm haben sollte, aber faschistisch sind die zur Zeit nicht, auch wenn da ein paar Gestalten mitlaufen, die es gerne wären.

    Offenbar ist es mittlerweile möglich, dass (neo-)faschistische Ideologien und Bewegungen außerhalb des Katholikentums entstehen; das ist neu, der historische Faschismus war eine klar katholische Ideologie. Erschreckend.

    Lies mal Hitlers „Mein Kampf.“ Darin bemüht er sich explizit, Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten glattzubügeln und schimpft, dass sie sich nicht zusammentun. Und Zulauf hatte er mehr von protestantischer Seite – da hat sich ja eine organisierte Strömung, ich glaube „Deutsche Christen“, gebildet.

    Man kann natürlich einwenden, dass die Zentrumspartei eine traditionell eher katholische Partei war, und Liberalitätsfeindlichkeit, Antikommunismus, Autoritarismus, Antisemitismus in ihrem Clientel schon stark bediente und sich dann ja auch als Steigbügelhalter für Hitler erwies. Aber Katholizismus gehörte sicher nicht zu Hitlers Programm.

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