MGEN-Podcast 88: Keine Segnung homosexueller Paare – Synodaler Weg entsetzt

Die heilige katholische Kirche hat wieder mal bestätigt, dass sie homosexuelle Beziehungen auf keinen Fall gutheißen oder gar irgendwie segnen kann. Also alles wie immer — eigentlich. Denn erstaunlicherweise erhebt sich deswegen ein Sturm der Empörung in deutschen, katholischen Kreisen. Laienvertreter:innen, insbesondere aus dem Umfeld des Synodalen Wegs, melden sich entsetzt zu Wort, einige Bischöfe eiern mühsam herum um sowohl ihrer Basis als auch dem Kommando ihrer Vorgesetzten aus Rom gerecht zu werden. Martina, Till und Oliver schauen sich die Situation an und sich ratlos: Was hatten die Katholik:innen erwartet? Haben sie ernsthaft damit gerechnet, dass die Kirche in dieser Sache eine 180-Grad-Wende hinlegen würde?

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7 Gedanken zu „MGEN-Podcast 88: Keine Segnung homosexueller Paare – Synodaler Weg entsetzt

  1. Tja.
    Ich frage mich, was ich als hochbezahlter Strategieberater des Vatikans diesem raten würde, unter der Prämisse, dass es ein großes Ziel gibt: Den Vatikan in die Zukunft zu retten. Und dass mir völlig wurscht wäre, wie es gläubigen Homosexuellen geht, dass das allenfalls das Zünglein an der Waage wäre, wenn alle anderen Überlegungen zu einem Unentschieden führen.

    In den westlichen Ländern dürfte, gerade auf der Ebene der aktiven und noch nicht greisen Mitglieder, eine ziemliche Offenheit gegenüber Homosexuellen bestehen und die Erwartung, dass die Kirche gerecht, menschenfreundlich usw. ist.

    Aber die wenigsten haben den rebellischen Geist ihre Mitgliedschaft im Verein zu riskieren. Dafür sind 2 starke Antriebskräfte verantwortlich – auch bei den Homosexuellen selbst, die nicht austreten, die Identität und die soziale Bindung. Sich vorzustellen, morgen nicht mehr von der eigenen Kirche, die man für so wichtig und identitätsstiftend hält, als Katholik anerkannt zu sein, stellt zu viel der eigenen Person in Frage.
    Die Identität ist ein Eisberg, von dem nur die Spitze sichtbar ist, aber unter der Oberfläche ist deren Einfluss massiv.
    Damit zusammen hängt die soziale Bindung, aber ist nicht das Gleiche. Angenommen jmd. würde von Rom tatsächlich exkommuniziert, dann gäbe es sicherlich bei den Meisten im Freundeskreis einen Teil, der zustimmen würde, wenn der Betroffene sagt „Ich sehe mich nach wie vor als Katholik“ und würde ihn bestätigen: „Für mich bist Du auch nach wie vor ein Katholik.“ Andererseits gäbe es aber wohl auch für viele zumindest ein paar Bekanntschaften, die sich auf den Formalismus berufen würden und sagen würden: „Wenn Rom sagt, Du bist kein Katholik mehr, dann bist Du auch für mich keiner mehr.“
    Auf jeden Fall wird die Identität dann brüchig, wenn das Selbstbild mit dem Außenbild nicht übereinstimmt und zumindest Rom würde ja das Selbstbild in Frage stellen.

    Ob jetzt Kirche von unten, synodaler Weg oder Maria-2.0 – die Reformbestrebungen innerhalb der Kirche sind schon langandauernd und fruchtlos. Rom mag sich ärgern, aber fürchten muss es sich nicht.

    Dann können sie zu den Evangelischen schielen und sehen da ähnliche Austrittszahlen. Das spricht nicht für Reformen.

    Dann könnte Rom auf Länder der zweiten und dritten Welt schielen: Südamerika, Philippinen, Afrika. Dort dürfte die traditionelle Haltung noch mehr Anklang finden und vom Bevölkerungspotential und strategisch gedacht sind das die Märkte von morgen.

    Und der Betroffene hat vielleicht 3, 4 Mitbetroffene und ähnlich viele Sympathisanten vor Ort, aber der will nur eine andere Kirche, er will sie nicht selbst gründen müssen, selbst Kirchen bauen, Theologielehrstühle aufbauen, Priester werden.

    Und die Kirche – was hat sie überhaupt noch zu melden? Dass Krankheiten wie Corona nicht als Strafe Gottes geschickt werden glauben sie inzwischen selbst. Wer freitags kein Fleisch essen darf, der kauft sich ein schönes Stück Lachsfilet oder Schrimps. Mord und Diebstahl sind selbst bei Hindus und Atheisten verpönt, also wo haben sie noch was zu predigen? Die Themen zerrinnen ihnen zwischen den Fingern.

    In der Vormoderne und Antike wusste man ja quasi nichts über Homosexualität und hat offenbar aufgrund von Stimmungen und Gefühlen aus einer Mehrheitsstimmungslage Gesetze gemacht und Geschichten erfunden. Diese jetzt mit modernem Wissen rational aus der Geschichte des Menschen zu erklären wäre ein Verfahren, mit dem man das ganze Christentum als solches auf die Probe stellt, und sehr viel mehr Evidenz dafür findet, dass es ein kollektiv organisierter Selbstbetrug ist, als dafür dass doch irgendwas dran ist.

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  2. Selbst, wenn der Vatikan seine Haltung gegenüber Homosexuellen und Homosexualität ändern WOLLTE, würden dadurch doch sofort Zweifel an ALLEN ANDEREN katholischen Lehren geweckt wie Zölibat, Frauenpriestertum usw. Dies dürfte einen starken Anreiz ausüben, an der Lehre über Homosexualität festzuhalten, selbst, wenn man sie selbst nicht ernst nimmt und sogar merkt, dass sie immer mehr zum Nachteil für die Kirchen wird.

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  3. Ohne zu euphorisch werden zu wollen: Seit 2010 wird generell kritisch über die Kirche berichtet – jedenfalls wird sie nicht mehr uneingeschränkt als Institution für das Gute dargestellt, wie es davor weitgehend der Fall war.

    Das heißt: Wer jetzt ins Berufsleben eintritt, dürfte die meiste Zeit, an die er sich erinnern kann, die Kirche als zweifelhafte Institution wahrgenommen haben, die z.B. Frauen und Homosexuellen (und Geschiedenen) Rechte vorenthält, die mittlerweile weitgehend als selbstverständlich empfunden werden, und wo es einem als Mann oder Heterosexuellen (anders als vielleicht früher) auch nicht mehr egal ist, dass andere diskriminiert werden.

    Somit wären mittlerweile eine deutlich höhere Austrittsbereitschaft und deutlich höhere Austritte zu erwarten als früher (vor 2010). Dies ist auch der Fall. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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  4. Bevor die Kirche Homosexuelle segnet, muss sie zuerst ein Gebot Gottes für nichtig erklären !!
    Für Gott ist nämlich Verkehr unter Männern eine Todsünde, die mit dem Tode bestraft wird. Im Dritten Buch Mose sagt Gott ganz klar und eindeutig: “ Du darfst nicht mit einem Mann schlafen wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel “ ( Levitikus 18,22 ) und: “ ….beide werden mit dem Tod bestraft, ihr Blut soll auf sie kommen “ ( Levitikus 20.13 )
    Meistens wurde man gesteinigt oder gepfählt….. auf Befehl unseres barmherzigen Gott natürlich,
    Also entweder oder…. ich bin für das Segnen, aber die Kirche muss sich entscheiden: Entweder sie sagt, dass in der Bibel viel Unsinn steht, den man nicht beachten muss und sie segnet tatsächlich…..oder, sie hält sich an die göttlichen Gebote und segnet nicht !!

    Wer mehr dazu wissen will, dem empfehle ich: “ Wer weiter glaubt ist bald alleine “ als Lektüre.

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