MGEN-Podcast 62: Endlich ermittelt: Die 17 wichtigsten Grundsätze christlicher Politik

Till bespricht einen Artikel aus der FAZ, in dem ein kluger dr. dr. hc. mult. seinen Kollegen aus den politischen Parteien die (aus seiner Sicht) 17 wichtigsten Grundsätze christlicher Politik anempfiehlt. Oliver hält die Argumentation des dr. dr. für noch deutlich dreister als von Christen gewöhnt — Wow!

Link zu dem Artikel: https://m.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/otfried-hoeffe-gibt-es-christliche-politik-und-wenn-ja-warum-und-wie-viel-16140876.html

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2 Gedanken zu „MGEN-Podcast 62: Endlich ermittelt: Die 17 wichtigsten Grundsätze christlicher Politik

  1. TTTT: Typ trägt tollen Titel!

    Er leidet unter einer Profilneurose, weil das „mult.“ nach den beiden Ehrendoktoren heute nicht mehr gebräuchlich ist. Es heißt nämlich nur, dass er mindestens zwei Ehrendoktorhüte gekau… äh… bekommen hat. Und das erkennt man ja schon an Dr. Dr…. Schräg…!

    Aber vielleicht schreibt er ja kluge Sachen?

    Ich pick mal den Anfang aus:

    Seit Anbeginn wendet sich das Christentum nicht an ein bestimmtes Volk, sondern an alle Menschen guten Willens:

    Der Christentum war gekennzeichnet von der Notwendigkeit der Mission. Logisch, wenn man bedenkt, dass es als Reaktion der Diaspora-Juden entstand, die ihr gelobtes Land wegen der jüdisch-römischen Kriege verlassen mussten.

    Als bis dato reine „inhouse-Religion“ konnten die Judenchristen kaum auf Gleichgesinnte im Ausland hoffen. Diese mussten aber gewonnen werden, um in der Fremde Gemeinden bilden zu können, sprich: geschützt zu sein. Die Öffnung nach außen war also unmittelbare Folge der vorherigen Verschlossenheit des „originalen“ Judentums. Daher passte das Christentum auch so gut zum römischen Reich, das auf Expansion aus war – und selbstverständlich auch zum Nationalsozialismus, der ebenfalls expansiv unterwegs war („Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“). Bei den Katholiken heißt das übrigens bis heute „urbi et orbi“ (Die Stadt und der Globus [Erdkreis]).

    Auch mit „gutem Willen“ hatte das nicht viel zu tun. Wäre dies so, wäre das NT anders geschrieben worden. Zum Beispiel „beseelt“ von gutem Willen. Faktisch fordert es auf zur Unterdrückung und Diffamierung deren, die – wie kann man nur? – nicht zum Christentum gehören wollen. Da ist Jesus völlig unzweideutig. Selbst seine eigene ethnische Abstammung verunglimpft er in Joh 8,44.

    Auch in lebenspraktischen Fragen erhebt es einen universalistischen Anspruch.

    Das wiederum machen alle Religionen, auch der Urmonotheismus, das Judentum, und der dem Christentum entsprungene Islam. Ob dieser Anspruch berechtigt ist, darf man guten Gewissens bezweifeln. Denn alle diese Häresien sind dualistisch und damit intolerant. Außerdem vormodern und antidemokratisch, frauenverachtend, homophob etc. pp. … Der Anspruch ist also vehement zurückzuweisen.

    Handfeste politische Rezepte verbieten sich.

    Das íst logisch, da das NT praktisch jede politische Position belegt und widerlegt. Wenn man mit der Bibel in der Hand die Sklaverei verteidigt und man mit dem gleichen Buch ablehnt, dann zeigt sich die Bandbreite dessen politischen Denkens. Extremer geht es kaum.

    Aber im Christentum wurzeln zahlreiche Gestaltungsgrundsätze, die zusammengenommen den Rang einer sozialethischen Grammatik für offene Gesellschaften verdienen.

    Gerade die offene Gesellschaft kann ich mit dem Christentum nicht begründen. Wie heißt es jetzt auf dem Berliner Humboldt-Forum? „Es ist kein ander Heil, es ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn der Name Jesu, zu Ehren des Vaters, dass im Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“ Das ist ein klarer Auftrag: Jesus ist der Herrscher der Welt. Und da er gerade persönlich unpässlich ist, regeln das seine irdischen Vertreter für ihn. Das ist Diktatur und das Gegenteil einer „offenen Gesellschaft“, die auch Angehörige anderer Religionen und sogar – oh Graus! . Atheisten ertragen muss. Nein! Nicht ertragen, sie müssen gleichberechtigte Glieder dieser offenen Gesellschaft sein.

    Den Rest des Geschwurbels erspare ich uns. Es wird nicht besser. Nur wird der Unsinn breiter begründet. Aber wie heißt es so treffend: „Getret’ner Quark wird breit, nicht stark…“..

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Andreas, ich freue mich ja tierisch über dein „gefällt“.

      Direkte Fragen hierzu:

      1. War dies ein Versehen, ist dir die Hand auf der Tastatur ausgerutscht?
      2. Oder hast du meinen Text nicht gelesen oder nicht verstanden?
      3. Oder bist du auf dem Weg der Besserung und siehst ein, dass dein Christentum (in welcher Variante du es auch immer lebst) für die heutige Zeit nichts mehr taugt?

      Liken

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