MGEN-Überblick 06: Katholiken im Genderrausch

Immer weniger Leute haben Lust darauf, sich von Kirchenmuftis oder konservativen Politikern sagen zu lassen, wer und wie sie zu sein haben und wie nicht. Frauen haben keinen Bock mehr auf Kinder, Küche, Kirche, Lesben und Schwule keinen Bock mehr auf Kastration, Inter- und Transleute wollen mit ihren Eigenheiten umgehen ohne zwangsbeschnippelt oder totgeschlagen zu werden.

Die Kirche, insbesondere die katholische Kirche, gerät durch diese gesellschaftliche Entwicklung so sehr in Wut, dass würdige Kirchenfürsten kaum noch ihr Wasser halten können. Rotgesichtig und schnappatmend sehen sie eine geheime „Gender-Verschwörung“ am Werk, verorten einen Angriff auf ihren Gott und seine Gesetze, einige sehen sogar den Weltuntergang um die Ecke biegen.

Um dieses kirchliche Missvergnügen zu feiern, haben wir für diese Überblicksfolge eine ganze Reihe kurzer Segmente zusammengestellt, in denen wir uns mit den entsetzten und wütenden Reaktionen von Kirchenleuten und konservativen Medien auf die fortschreitende Befreiung des Individuums beschäftigen.

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15 Gedanken zu „MGEN-Überblick 06: Katholiken im Genderrausch

  1. Im Naturrecht ist es auch völlig okay, dass der Stärkere den Schwächeren brutal tötet und auffrisst. Wo ist deren Protest gegen das Verbot von Mord? Ach, das juckt sie nicht? Tja, dann geht denen das „Naturrecht“ wohl doch am Arsch vorbei – die berufen sich nur darauf, weil das besser klingt als der rasende Menschenhass, der sie in Wahrheit antreibt.

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    • Homosexualität und Polygamie sind in der Natur übrigens wesentlich verbreiteter als Monogamie. Insofern müssten die eigentlich eher die komplette Abschaffung der Ehe fordern.

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    • Das ist m.E. eine groteske Übersimplifizierung dessen, was je unter Naturrecht verstanden wurde und daher ein Strohmannargument, welches einem in ernsthaften Diskussionen sofort aus der Hand geschlagen wird.
      Bitte lies mal die Wikipedia zu Naturrecht, um sehen, was der Standpunkt wirklich ist, gegen den Du Dich wenden müsstest.

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      • Entweder das Naturrecht erlaubt Mord oder es geht davon aus, dass diese „Natur des Menschen“ eine andere „Natur“ ist als die Natur. Dann muss aber irgend eine Instanz darüber entscheiden, wie die sich unterscheiden – Und dann leistet das „Naturrecht“ genau gar nichts, weil es absolut gar nichts normiert oder reglementiert. Dann ist das nur eine Umbenennung der Entscheidungen der o.g. Instanz.

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        • Okay, Du hast entweder Wikipedia nicht gelesen oder hast keine Lust darauf einzugehen – Dein gutes Recht.
          Ich bin kein Philosoph und habe keine Lust die Idee des Naturrechts zu retten oder zu reformieren oder mich gar darauf zu berufen.
          Mein Eindruck ist, dass Du unter Naturrecht verstehst, zu tun was einem beliebt und es der Natur in die Schuhe zu schieben. Prima, kannst Du machen.

          Mein Eindruck ist auch, dass Du diese Idee nicht propagierst, um Dich ihr anzuschließen, sondern dass Du ein solches Naturrecht ablehnst.

          Ich wollte Dich darauf aufmerksam machen, dass die, die den Begriff intensiver benutzen, darunter offenbar etwas anderes verstehen. Dann wäre die Frage aus welchem Interesse Du eine Privatdefinition verwenden willst oder ob Du Belege dafür hast, dass es doch signifikante Cliquen gibt, die Deine Definition teilen, dass ich mit meinem Halbwissen aus der Wikipedia also falsch liege.
          Da lasse ich mich gerne belehren (wenn es nicht zu lange dauert).

          Um einen Ansatz zu liefern, wieso Deine Alternative zu kurz greifen könnte:
          Man könnte sagen, dass der Mensch ein soziales Tier ist. Er schlüpft nicht wie ein Krokodil unbemuttert aus einem Ei, badet und frisst ab und an ein Gnu, sondern braucht recht lange die Hilfe anderer, bevor es sich selbst ernähren kann. Als Einzelner kann man auch kein Internet aufbauen. Lose verknüpft mit der sozialen Ader ist die Planung für die Zukunft.
          Man kann den anderen Affen, während er schläft, vom Baum schmeißen aber man will nicht die nächste Nacht von einem dritten Affen dann auch in den Tod gestürzt werden.

          So kommt man zu einem Recht, das über das blinde, spontane Ausagieren von Impulsen hinausgeht. Oder man kann dazu kommen.

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          • Also ich habe das Naturrecht tatsächlich falsch verstanden (danke dafür) – in meiner eigenen Auseinandersetzung mit dem Wikipedia Artikel bin ich auf den Widerspruch gestoßen, den ich oben ausgeführt habe – der wird auch im Wikipedia Artikel angesprochen, nämlich „aus der „Natur des Menschen“ lasse sich als Naturrecht nur das herauslesen, was man zuvor als theologische oder moralische Prämissen hineingelegt habe. Solches normativ aufgeladene Naturrecht beruht also auf einem Zirkelschluss.“

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    • Ich habe mal den Wikipedia Artikel zu „Naturrecht“ überflogen. Mir ist da besonders das Konzept vom „Recht des Stärken“ aufgefallen.

      Unter der Voraussetzung der Gemeinnützigkeit bedeutete dies, dass gleiche Rechte den Sieg der besseren Leistung über angestammte Berechtigungen ermöglichen sollten.

      Für mich klingt das z.B. danach, das ein Staatsoberhaupt nach deren Leistung bestimmt wird.

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  2. Ich finde dieses Argument mit der Viel- und Inzestehe immer so witzig – immer wenn ich das höre, muss ich innerlich mit den Schultern zucken, weil ich es eigentlich für selbstverständlich halte, dass man das auch legalisieren müsste. Bei der Vielehe stehen dem natürlich vielleicht verwaltungstechnische Probleme im Weg, es würde sich dann die Frage stellen, wie viele Menschen maximal heiraten dürfen – aber im Grundsatz sehe ich da nix falsches dran. Die Grundbedingung, dass alle beteiligten mündig sein und die Verbindung aus freien Stücken eingehen müssen, gilt ja bei allen anderen Ehen auch.
    Ich fände es eigentlich sogar gut, dieses juristische Konzept etwas von Liebesbeziehungen zu lösen oder zumindest ergänzend noch eine Art Verantwortungsgemeinschaft einzuführen. Die Zivilehe geht man ja nicht nur ein, weil man eine offizielle Bestätigung der Liebesbeziehung haben möchte, sondern auch aus praktischen bzw. juristischen Gründen, z.B. was Erbrecht oder Güterrecht angeht, oder ganz besonders auch in Medizinischen Notfällen. Es wäre ja cool, wenn ich mich in solchen Verbindungen nicht nur mit Lebensgefährten zusammen tun könnte, sondern auch z.B. mit dem besten Freund.

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    • Die Ehe unter Verwandten ist ja verboten wegen dem erhöhten Risiko von Behinderungen bei den Kindern. Da versteckt sich doch auch ein religiöser Hintergrund – denn dass die Ehe auf Nachwuchs ausgelegt sein muss, sagt nicht der Gesetzgeber, sondern das Christentum. Und so gesehen müsste es dann auch Behinderten verboten werden, zu heiraten und Nachwuchs zu bekommen………. hmmmmmm……… wo hab ich das schon mal gehört……..?

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      • Die Hauptbegründung gegen die Ehe naher Verwandte ist aber eine andere. Wenn Mutter und Partnerin, Sohn und Neffe ö.ä. dieselbe Person ist, entstünden vermeintlich schwer auflösbare Überschneidungen in der sozialen Rollenverteilung der Familie und der Gesetzgeber würde seiner Verpflichtung nach Artikel 6.1 des Grundgesetzes nicht gerecht.
        Aber natürlich ist auch Artikel 6.1 christlich geprägt, keine Frage.

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  3. Bei 1:30 wird gesagt, in der kath. Kirche sähen viele eine geheime Genderverschwörung am Werk. In den dann folgenden Beiträgen fehlt aber jedes Beispiel für eine solche Verschwörung, die ja dem Wesen nach schon sowas geheim sein müsste, um eine Verschwörung zu sein – sonst wäre es nur eine Kampagne, oder? Hier wurde also besonders betont, dass eine geheime Struktur unterstellt wird.

    Auf die einzelnen Beiträge gehe ich nicht nochmal ein, weil ich vermute zu vielen bereits früher kommentiert zu haben.

    Interessanter fände ich es ja, die Parallelen und Unterschiede der Genderideologien (Mz., da sind ja mehrere im Umlauf) zu Religionen herauszuarbeiten, etwa inwieweit sich kultartiges Verhalten beobachten lässt, ob Tabus etabliert werden, ob sektenartige Strukturen vorliegen und wo die Genderaktivisten auf Religionsgemeinschaften zugehen und umgekehrt Religionen Genderideologien adaptieren.

    Eine schlichte „Gender-ist-gut, wir sind gut, also sind wir dafür“ oder „orthodoxe Religiöse sind dagegen, also sind wir dafür“ – Haltung wird dem Problem nicht gerecht.

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  4. Das bzw. ein Problem der Gender-Wissenschaften ist, dass zwei sehr mächtige Gruppen, nämlich viele Naturwissenschaftler einerseits und konservative Gläubige andereseits eine Art gemeinsamen Feind gefunden haben. Die einen stehen mit Geisteswissenschaften generell auf Kriegsfuss, weil diverse wissenschaftliche Konzepte, insbesondere Falsifizierbarkeit, dort bestenfalls unzureichend anwendbar sind. Und die anderen sind eh gegen alles, was ihr uraltes Menschenbild in Frage stellen könnte.

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  5. Pingback: Katholiken im Genderrausch | Religion und Gesellschaft

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