MGEN-Podcast 57: Evangelische Kirche beschließt Angriff auf religionsfreie Kinder

Die evangelische Kirche hat beschlossen verstärkt Kindern von konfessionsfreien Menschen aufzulauern. Da der Religionsunterricht die neue Zielgruppe nicht erreicht, sollen der Elternwille und die Religionsfreiheitsgarantie des Grundgesetzes umschifft werden, indem die Kirche religiöse Inhalte mit Hilfe der Politik in Kitas und quer durch alle Unterrichtsfächer in die Kinder hineingeschraubt. Till und Oliver sind fassungslos.

Grundlage des Segments ist das Strategiedokument der EKD „Religiöse Bildung angesichts von Konfessionslosigkeit – Aufgaben und Chancen„.

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27 Gedanken zu „MGEN-Podcast 57: Evangelische Kirche beschließt Angriff auf religionsfreie Kinder

  1. Auffällig schon am Vorwort ist der Ausdruck »Konfessionslosigkeit«. Mit »-losigkeit« soll indirekt ein Mangel angedeutet werden, ähnlich Arbeitslosigkeit, Ehrlosigkeit, Gottlosigkeit. Ich dagegen spreche von Konfessionsfreiheit. Ich bringe damit zum Ausdruck, dass ich mich befreit habe von uralten Mythen, die heute nur noch als Aberglauben bezeichnet werden können.

    Bemerkenswert ferner am Vorwort ist, aber auch das Inhaltsverzeichnis scheint es anzudeuten, dass an keiner Stelle explizit darauf eingegangen wird, warum Menschen sich von bronzezeitlichem Denken befreit haben oder es einfach ignorieren. Die Grundaussage, dass Jesus durch seinen Kreuzestod meine Sünden übernommen habe und die bluttriefende 2000-jährige Geschichte des Christentums sind von einer intellektuellen und moralischen Zumutung, dass ich für mich nur sagen kann: Nein, danke!

    Bemerkenswert ist doch Folgendes: Im Frühjahr 2016 führte EMNID eine Befragung der Berliner Bevölkerung mit folgendem Ergebnis durch: 61% der Berliner gehören keiner Religionsgemeinschaft an, 21% (nach den neuesten Erhebungen sogar nur noch 16%!) gehören der evangelischen Kirche oder einer evangelischen Freikirche an, 9% sind Mitglied der katholischen Kirche. 74% aller Befragten gaben an, der Aussage »Ich führe ein selbstbestimmtes Leben, das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht und frei ist von Religion und Glauben an einen Gott« voll und ganz bzw. eher zuzustimmen. Lediglich 23% der Befragten sagten, dass diese Aussage eher nicht bzw. überhaupt nicht zutreffe. Dabei ist überraschend, dass auch 64% der Protestanten und 57% der befragten Katholiken der Aussage ebenfalls zustimmten, dass sie ein »Leben frei von Religion und Glauben« führten. Diese Zahlen machen deutlich, dass die Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft nicht ausschließt, von der offiziellen Lehre stark abweichende Lebensauffassungen zu vertreten. Auffallend war bei dieser Befragung ferner, dass mit steigendem Bildungsgrad die Zustimmung zur humanistisch-säkularen Lebensauffassung wächst.

    Das Ergebnis spiegelt die Situation Berlins und vieler deutscher Großstädte wider, also Zentren tendenziell höherer Bildung.

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    • Naja, diese Umfrage halte ich dann aber für derartig schlecht formuliert, dass man daraus überhaupt nichts ableiten kann. Da werden mindestens drei unterschiedliche Aussagen („Ich führe eine selbstbestimmtest Leben“, „mein Leben beruht auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen „, „mein Leben ist frei von Religion und Glauben an einen Gott“) in eine gepackt. Was antworte man denn, wenn man sein Leben gleichzeitig für religionsfrei und fremdbestimmt hält?

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  2. Spannend finde ich ja, dass sie zugeben: „Am relativ häufigsten wird der Austritt im jungen Erwachsenenalter vollzogen, also dann, wenn die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters im Sinne verbindlicher Entscheidungen über Partnerschaft, Beruf und Lebensstil gelöst werden.“ Mit anderen Worten: Die Leute treten aus, sobald sie alt genug sind, die Indoktrination zu durchschauen.

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    • Richtig. Allerdings hängt der Austritte von jungen Erwachsenen auch ganz profan mit dem Eintritt ins Berufsleben und der Kirchensteuerpflicht zusammen.

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      • Bei manchen hängt auch der Wiedereintritt, bzw. die Verschiebung des Austritts mit dem Eintritt ins Berufsleben zusammen. Z. B. wenn ihr künftiger Arbeitgeber die Kirche ist. Ohne die Bekenntnispflicht gäbe es viel weniger Menschen in der Kirche…

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  3. Ich habe eher das Gefühl, mit dem Werk hat wieder jemand seinen Existenzberechtigungs-nachweiß erbracht -nix neues. Aussenwirkung? Null! Das ist nicht mehr als eine neue Version von „Wir müssen auf den Menschen zugehen“. Für mich haben die keine Hoffnung mehr. Wenn das Büchlein einen weissen Einband hat, können die Mädels damit gleich die Kapitulation wedeln.

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  4. Den Unterschied zwischen konfessioneller Religiöser „Bildung“ und religions-bezogener Bildung würde ich so verstehen, dass in der konfessionellen Religiösen „Bildung“ gesagt wird „Jesus ist auferstanden“ und in der religions-bezogenen Bildung gesagt wird „Katholiken sagen ‚Jesus ist auferstanden'“. Dieser Zusatz wird dann wahrscheinlich sehr sehr schnell weg optimiert und damit ist das verpflichtender Religionsunterricht – und die Religionsfreiheit effektiv aufgehoben.

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  5. 20:01 heißt insbesondere auch, dass im um-etikettierten Religionsunterricht die Widersprüche in den Religionen NICHT diskutiert werden dürfen. Es soll also VERBOTEN werden, diesen Unterricht Wissenschaftlich zu betreiben!

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  6. Also ich verstehe die ganze Aufregung um den religionskundlichen Unterricht gar nicht. Das ist doch nur der Anfang.
    Künftig sieht der Lehrplan an Grund- und allen weiteren schulen so aus:

    Religion: Vermittlung theologischer Inhalte, Gesprächsführung mit Gott und Jesus, Techniken, wie die Eltern missioniert werden können.

    Religionskunde: Die Lehrinhalte sollen den Schülern und Schülerinnen vermitteln, wie friedlich sich das Christentum entwickelte und verbreitete.

    Deutsch: Hier soll der Schwerpunkt künftig auf das Auswendiglernen des Neuen Testaments und gängiger Gebetsformeln konzentriert werden. Außerdem das Erlernen religiöser Grammatik.

    Geschichte: Schwerpunkt ist die aggressive und schädliche Wirkung des Atheismus in der Historie.

    Physik: Hier soll Gottes Wirken im Vordergrund stehen. Wie schön er die Weltformel erdachte und umsetzte. Das Gottes-Teilchen soll vorgestellt werden.

    Biologie: Gottes Schöpfung in all ihren Facetten und sein kreatives Schaffen all der wunderbaren Lebensformen und des Menschen, der nur als Heteropaar gottgefällig lebt.

    Sport: Streckübungen am neuen Sportgerät „Kreuz“, reiten auf dem Schoß des Pfarrers (nur für Mädchen) und Lockerungsübungen im Gesäß (nur für Knaben).

    Informatik: Wie finde ich bibeltreue Portale und vermeide religionskritischen Müll.

    Kunst: Ikonenmalerei leicht gemacht und Gruselfixe basteln.

    Erdkunde: Erkundung der Erde mit dem Globus des heiligen Landes. Lernziel ist auch: Wo kann man als Christ gut leben?

    Englisch: Die King James Bible wird auswendig gelernt (1 Samuel 25,22 bitte vorher schwärzen).

    Musik: Kirchenlieder und das Erlernen religiöser Musikalität.

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  7. Pingback: Evangelische Kirche beschließt Angriff auf religionsfreie Kinder | Religion und Gesellschaft

  8. Beschützt eure Kinder vor Religionen, aber helft ihnen die ganze Weite der sichtbaren und unsichtbarer Welt zu entdecken und einzuordnen…. auch unter den Aspekt nicht alles gleich zu verstehen!

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    • Gibt es irgendwelche Hinweise dafür, dass deine „geistige Welt“, jetzt nennst du sie „unsichtbare Welt“, existiert? Götter, Geister, Dämonen — gibt es irgendwelche Hinweise auf ihre tatsächliche Existenz?

      Falls nicht, warum sollte ich meinen Kindern Lügen darüber erzählen wollen?

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      • Warum sollten wir unseren Kindern von der geistigen Welt erzählen?
        Zuerst einmal weil es nun einmal Christen, die bezeugen dass es ein Leben nach dem Tod gibt weil sie Jesus Christus selbst kennen gelernt haben, und unzählige Religionen bis hin zu extrem Okkultismus gibt.
        Zweitens das Volk Israel mit seiner ganzen Geschichte, angefangen mit Abraham bis zur Gegenwart in ihrem Land.
        Drittens weil es keine bessere Antwort auf die Frage zum Sinn des Lebens gibt!
        Und für die, welche sich dann für das neue Leben entscheiden, wird es zur Gewissheit die durch das ganze Leben mit allen Höhen und Tiefen trägt.

        …. und es ist sicher das Beste wenn Kinder zuerst mit den Eltern über dieses Thema reden, ganz egal welche Lebenseinstellung sie vertreten!

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        • Sollen die Punkte 1 bis 3 Belege für die Existenz von Göttern, Geistern und Dämonen sein?

          Falls ja: Nachts fliegen Töne rückwärts. Denn:

          1. Gelb ist heller als schwarz.
          2. Wasser kann tief sein.
          3. Die Sumerer waren die erste Hochkultur.

          So, bewiesen. Stimmt’s?

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        • Warum sollten wir unseren Kindern von Disneyland erzählen?
          Zuerst einmal weil es nun einmal Micky-Maus-Fans gibt, die bezeugen dass es ein Disneyland gibt weil sie Micky Maus dort selbst kennen gelernt haben, und unzählige Comics bis hin zu extremen Splatter-Comics gibt.
          Zweitens das Volk von Entenhausen mit seiner ganzen Geschichte, angefangen mit Micky und Donald bis zur Gegenwart in ihrem Land.
          Drittens weil es keine bessere Antwort auf die Frage zum Spaß des Lebens gibt!
          Und für die, welche sich dann für Disneyland entscheiden, wird es zur Gewissheit die durch das ganze Leben mit allen Höhen und Tiefen trägt.
          …. und es ist sicher das Beste wenn Kinder zuerst mit den Eltern über dieses Thema reden, ganz egal welche Lebenseinstellung sie vertreten!

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            • Die vielen Napoleons in Gummizellen sind auch von ihrer inneren Wahrheit überzeugt. Der Mensch kann sich dank der Evolution seine eigene Gedankenwelt aufbauen. Das ist ein Schutzmechanismus gegen von ihm unbeeinflussbare äußere Umstände.

              Meiner Erfahrung nach leiden alle unverbesserlich Gläubigen unter unverarbeiteten Schicksalsschlägen oder äußeren Umständen, die sie nicht abwenden können (oder wollen). Da ist das innere Konstrukt so etwas wie ein Pflaster für die wunde Psyche. Und das ist völlig okay so.

              Nur sollte man nicht glauben, jeden Menschen krampfhaft von diesem Schmerzmittel der Psyche überzeugen zu müssen. Das wirkt nervig…

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            • @Dongamillo
              Wenn du doch seit 35 Jahren erlebt hast, dass die Antwort nur ausgedacht ist, warum predigst du sie dann?

              BTW, auch nach ca. 2000 Jahren ist eine ausgedachte Antwort keine Antwort.

              LG Andi

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    • Andreas, beschütze du dich selbst erstmal vor dem Geisterglaube, den du „Glaube“ und jeder normale Mensch „Religion“ nennt.

      Und bevor du dich an unsichtbare Welten wagst und an Dinge, die wir nicht alle gleich verstehen, könntest du dich mal mit der sichtbaren Welt beschäftigen und mit Dingen, die wir inzwischen sehr gut verstehen. Z. B. Evolution, Physik des Universums, Geschichte, Psychologie etc.

      Ich beschütze Kinder vor Geistergläubigen, die wähnen, es gäbe einen Menschen, der ohne das Hymen zu beschädigen aus seine Mutter schlüpfte, die ihrerseits Opfer einer kosmischen Gangbang-Party wurde, um als Bioretorte für die Geburt des Sohnes eines kinderlosen Monsters missbraucht zu werden. Eines Sohnes, der später von seinem Monstervater einer brutalen Hinrichtung ausgeliefert wurde, um zu bewirken, dass er die endlose Strafe für eine Nichtigkeit, die er selbst verhängte, vom Kollektiv nehmen zu können, um dann die Leiche nach drei Tagen wiederzubeleben und mit Febreze einzusprühen, wegen des widerlichen Leichengestanks. Und dann soll das Kollektiv wieder ohne die Strafe sein, der sie aber künftig nur entgehen können, wenn sie, ähh… irgendwie, alles besser, Liebe, Weg, Wahrheit, ähh… Amen… ähh… mach in den Nächten Liebe, ähh… Nächstenliebe nicht vergessen, lobpreisen, Luja sog i…

      Kannst du verstehen, dass ich Kinder vor jeder (JEDER!!!) Religion beschützen möchte? Auch vor deiner, gerade vor deiner…

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  9. …und ja, ich habe euren Beitrag erst jetzt, nach meinem Post, angehört.
    Zuerst möchte ich wohlwollend feststellen dass ihr den Unterschied von „Kirchenmitgliedern“ und „Gläubigen“ aufgenommen habt.
    Es sind noch mehr gute Themen zu besprechen, aber die Sonne scheint noch so schön und ich möchte noch etwas Zeit mit meiner Frau und den anderen Familienmitgliedern haben.
    Ich hoffe ihr seid nicht zu sehr durch Corona strapaziert?
    Bis bald euer Andreas.
    🙂

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