MGEN-Podcast 55: Die „Zwei Päpste“ aufm Sofa

Till hat den Film „Die zwei Päpste“ auf Netflix geschaut und ist hin und her gerissen: Handwerklich ist der Film clever gemacht, doch die Botschaft …

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18 Gedanken zu „MGEN-Podcast 55: Die „Zwei Päpste“ aufm Sofa

  1. Pingback: Film „Die zwei Päpste“ | Religion und Gesellschaft

  2. Die Kirchen haben Geld und das nehmen sie hin und wieder in die Hand, um Missionspropaganda zu produzieren. Ein Redakteur, mit dem ich viele Jahre zusammenarbeitete, sagte in einem Interview, das Fernsehen sei die moderne Form der Missionierung.

    Man muss sich nur die unsäglichen Lutherfilme anschauen, die teilweise völlig entstellt und um 180° gedreht die Einstellung Luthers zeigen. Wer die Materie kennt, kann sich nur gruseln. Aber wie viele Leute (Zuschauer) kennen die?

    Kirche baut also mit ihren Propagandashows auf die Dummheit ihrer Schäfchen, die alles blind glauben. Demnächst gibt es sicher noch einen Spielfilm, der uns staunenden Bürgern erzählt, dass Mutter Teresa nur das Beste für ihre Patienten wollte, dass sie alle Spenden für sie aufwendete, dass sie ihnen die besten Schmerzmittel besorgte… und ähnlichen Müll.

    Es wäre für außenstehende Filmemacher auch schwierig, die Vatikan-Interna zu kennen, da dieser eine verschwiegene Theokratie darstellt. Alle Informationen sind dreifach gefiltert – und was trotzdem noch komisch riecht, filtert der Gläubige in seiner Blase gleich noch mal, um ja die unbefleckte Heiligkeit des Papstes zu erhalten.

    Und Schauspieler sind käuflich. Das sieht man gut an dem von mir sehr geschätzten Ben Kingsley. Er spielte in „Der Medicus“ den Lehrer des englischen Baders, der in der Tradition der arabischen Hochkultur, die ca. bis ins zehnte Jahrhundert in Arabien vorherrschte, um Wissenschaft bemüht war, die jedoch bereits deutlich durch den emporstrebenden Islam behindert wurde (Sektionsverbot). Am Ende überrollen die Mullahs mit ihren Vasallen dieses relativ freie Konzept und unterwerfen es dem Diktat des Islams.

    Dieser gleiche Ben Kingsley wurde für eine muslimisch finanzierte Kurzfilmproduktion angeheuert (habe ich auf YouTube entdeckt), in der er einen islamischen (!) Gelehrten spielt, der der Welt verkündet, der Islam sei für den Fortschritt in der islamischen Welt verantwortlich. Dabei drängen sich zwei Fragen auf: Wo ist dieser Fortschritt heute? und Wie kann man derart beinhart lügen?

    Hier spielt der Schauspieler Kingsley zwei ähnliche Figuren, die aber das exakte Gegenteil aussagen. Einmal ist der Islam Zerstörer des Fortschritt und das andere Mal ist er dessen Förderer. Natürlich ist die Medicus-Variante die historischere. Ab dem zehnten Jahrhundert errang der Islam Einfluss und Macht und unterdrückte bis heute jeden Fortschritt, was den desolaten Zustand der islamischen Welt erklärt. In Persien, das unter dem Schah sicher litt, aber trotzdem ein recht freies und modernes Leben ermöglichte, kehrte unter dem Ayatollah das Mittelalter zurück.

    Ich will damit sagen, dass man Filmschaffende vor und hinter der Kamera nicht überstrapazieren sollte, was Realitätsnähe ihrer Werke betrifft. Alle sind käuflich und machen auch mal – wie die grandiose Filmmacherin Leni Riefenstahl – Propaganda für Hitler. Man sollte also „Zwei Päpste“ nicht überbewerten. Das ist Propaganda, mit der ein Greis seine Altersarmut bekämpft…

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    • Weswegen sollte die katholische Kirche dazu Geld in die Hand genommen haben, und warum sollten die Produzenten das annehmen? Die weltweite Zielgruppe ist groß genug, um den Film auch ohne kirchliches Sponsoring mehr als profitabel zu machen.

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      • Da ich viele Jahre für das Fernsehen gearbeitet habe, weiß ich das aus erster Hand. Das Geld kommt ja über Sender- oder Einspieleinnahmen wieder rein, oft mit Profit. Ich habe für eine Firma gearbeitet, die nach außen wie eine normale Filmproduktion aussieht, aber zu 100 % dem Erzbistum Köln gehört. Die Eikon in München gehört der evangelischen Kirche. Dort wurden die unerträglichen Luther-Filme hergestellt.

        Es geht nicht um die Akzeptanz der Stoffe beim Publikum. Es geht um die Verfälschung der Inhalte hin zu einer apologetischen Version. Wenn solche Themen neutral verfilmt werden – wie z. B. Spotlight – dann kommt die Kirche nicht ganz so gut weg dabei – gelinde gesagt.

        Wäre die Welt anders, gäbe es keine Kirchenvertreter in Rundfunkräten, die dort sogar frei produzierte, kirchenkritische Sendungen fernzuhalten versuchen. Damit die armen dummen Schäfchen weiterhin dumm bleiben. Die Kirche überlässt die Darstellung ihrer selbst doch nicht profanen Filmemachern…

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      • Okay, anders formuliert: Gibt es irgendein Indiz dafür, dass die katholische Kirche Geld für die Produktion von „die zwei Päpste“ in die Hand genommen hat? Oder ist das eine reine Therorie deinerseits, weil dir die Aussage des Films nicht gefällt?

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        • Fakt ist, dass der Film selbst nicht behauptet, authentisch zu sein. Er gibt sich als „inspiriert von wahren Ereignissen“. Etliche Ereignisse sind rein fiktionalen Werken entnommen. Das ist eine zulässige Erzählweise, die jedoch viel Spielraum für Apologie eröffnet hat. Die Drehgenehmigung im Castel Gandolfo und dem Vatikan sind fast nicht zu erhalten – außer die Kirche selbst hat ein vitales Eigeninteresse an der Produktion.

          „In den Schuhen des Fischers“ aus den 60er-Jahren bekam keine derartige Drehgenehmigung und musste den Vatikan quasi nachbauen – allerdings war dieser Film weitaus Vatikan-kritischer, als „Die zwei Päpste“. In jedem Fall hat also die katholische Kirche an der Produktion maßgeblich mitgemischt.

          Ich hätte mir vorstellen können, dass man die gleiche Thematik (zwei Päpste gleichzeitig) auch deutlich authentischer hätte gestalten können. Die Machtstruktur, die Machtpolitik, die Verschwiegenheit und die Ausbeutung im Vatikan, die fasche „Moral“, der heilige Konservativismus, die verkrustete Dogmatik, die Überlebtheit des Konzeptes „Papst“… all das hätte einen hochspannenden Film ergeben und nicht nur zwei alte Männer beim Fußballgucken…

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  3. Erinnert mich an den alten Witz, der ging so:
    „Treffen sich zwei Päpste“ Ende.

    „Wo soll denn da der Witz sein?“
    „Es gibt doch nur einen Papst“
    Das hat sich der Witzeerfinder wohl nicht zu Ende überlegt.

    Als Ausgleich für die schwache Pointe gab’s dann noch einen obendrauf:
    Kommt ein Gast ins Hotel.
    „Tut mir leid, alles belegt.“
    „Aber wenn der Papst käme, hätten Sie für den ein Zimmer frei?“
    „Für den Papst, ja“
    „Dann geben Sie mir das Zimmer, Der Papst kommt heute nicht.“

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    • Habe ihn mit Pater Berenguer aus „La Mala Educacion“ verwechselt. (Auch ein Bösewicht übrigens.) Dafür werde ich in die Hölle kommen, oder? Sag‘ Du‘s mir, *Bergoglio* !

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          • Falls ich zum Islam konvertieren würde, wüsste ich, dass du auch in die Hölle kommst. Denn Mohamed ist der letzte Prophet, das „Siegel der Propheten“ und der Koran das letzte Buch Gottes. Dann wäre dein Ausweg die Scheißgass.

            Bete schön zu deinem Gott, dass ich nie ein Moslem werde…

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            • Wenn du halbwegs aufrichtig mit deiner Abneigung zu den Religionen bist habe ich keine Angst dass du da hinein geraten wirst. Ich hoffe auf dich und deine Wahrheitsliebe die nur den einzigen echten Gott ernst nehmen wird, Jesus Christus den Auferstandenen, der Einzige der den Tod überwunden hat. Ich kann mir durchaus vorstellen dass er dich in einem gewissen Moment ansprechen kann.. Jelidi

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  4. Moin, nur zur Info: bei „Der ewige Gärtner“ handelt es sich um eine John Le Carré-Verfilmung. Es geht um eine Pharma-Verschwörung. Also (glücklicherweise) nix mit Gott und so.
    Liebe Grüße und weiter so!

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