Über die DITIB – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion

Viele Menschen sehen es sehr kritisch: Eine zahlenmäßig bedeutende religiöse Gemeinschaft in Deutschland untersteht dem mehr oder minder direkten Einfluss einer ausländischen Macht, einer Diktatur sogar, die nicht nur im eigenen Staat, sondern auch anderswo Einfluss auf Gewissen, Moralvorstellungen und privateste Lebensentscheidungen der Gläubigen nehmen möchte. Die inneren Verhältnisse sind weder demokratisch noch transparent, insbesondere wird die Funktionärselite aus dem Ausland ernannt und nicht etwa von den Mitgliedern gewählt. Die Organisation unterhält Gebets- und Unterrichtsstätten und trägt in großem Rahmen soziale und kulturelle Angebote. Tarnt sich hier eine Organisation als soziale Einrichtung, obwohl es  den streng hierarchisch organisierten Hauptamtlichen eigentlich nur um das Durchdrücken der eigenen Glaubenssätze geht und um Einfluss auf Politik und Gesellschaft im Gastland?

Einerseit gibt man sich butterweich, schließt Staatsverträge und streicht gern staatliche Förderungen ein, andererseits lehnt man aber jeden mäßigenden Einfluss auf die eigene, im Kern totalitäre Ideologie ab. Dazu kommt, dass Frauen in vielen Bereichen immer noch als nachrangig angesehen werden, und Homosexualität vielen Predigern noch als schwere Sünde gilt.

Es stimmt, in den letzten Jahren wird verstärkt Wert gelegt auf Integrationsbereitschaft, religiös motivierte Gewalt wird verurteilt — eine erfreuliche Entwicklung. Andererseits gibt es ein ausgesprochen fragwürdiges Verhältnis zur eigenen Historie: Im Bereich Antisemitismus z.B. ist man immer noch nicht bereit Verantwortung für eigene, weitreichende Verfehlungen zu übernehmen.

Denkt man genauer darüber nach, wird klar: Es sind ganz schön krasse Sonderrechte, die sich eine religiöse Organisation herausnimmt — und das, obwohl dieser Laden in Deutschland nur eine Minderheit der Bevölkerung vertritt. Es stellt sich die Frage, ob wir als aufgeklärte Menschen dies in Zukunft weiterhin unwidersprochen hinnehmen sollten. Ich bin daher der Meinung, dass Deutschland als freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat den Einfluss und die Sonderrechte der Römisch-Katholischen Kirche systematisch zurückschneiden sollte.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Christentum, Islam, Religion abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Über die DITIB – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion

  1. itna schreibt:

    Der Beitrag spricht mir aus der (nichtvorhandenen) Seele. Danke

    Gefällt 2 Personen

  2. Willie schreibt:

    Warum wird über die DITIB geschrieben und dann im letzten Satz von der RKK (alleine ohne EKD etc) gesprochen?

    Zur Förderung solcher Religionsgemeinschaften: Es ist schon erstaunlich für D., dass KdÖRs gegründet werden müssen um rechtsstaatlich als Religionsgemeinschaft anererkannt zu werden. Die ZJ haben dafür doch ganz schön kämpfen müssen, auch wegen Mitgliederzahlen jeweils in den einzelnen Bundesländern. Bei den Muslimen wird dies einfach mal so über Bord geworfen und ohne die Voraussetzungen ein Religionsgemeinschaftsstatus angenommen um dort Verträge bis hin zu Theologenausbildung und Religionsunterricht durchzusetzen.

    Gefällt mir

  3. Hinnerk schreibt:

    Ich hege große Zweifel an dem Umstand, daß es sich bei der BRD um eine freiheitliche Demokratie handele, und insofern ist auch der römisch katholische oder der islamische Einfluss belanglos. Liebe Grüße

    Gefällt mir

  4. Lusch schreibt:

    Ich halte zwar trotzdem die DITIB für extremistischer als die RKK, aber der Artikel ist super 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s