Die Evolution und ihre Theorie

Man muss es klar sagen: Kreationismus, also die Idee, dass die Welt mitsamt all ihrer Bewohner vor ca. 6000 Jahren quasi fix und fertig in sieben Tagen von Gott Jahwe geschaffen worden ist, ist eine der albernsten Ausprägungen aller religiöser Vorstellungen. Die Kreationisten haben als Hauptfeinde den gesunden Menschenverstand, sämtliche Wissenschaften und da insbesondere die Evolutionsbiologie ausgemacht. Im Kampf gegen diese „Irrlehren“ werden ganz offensichtliche Tatsachen ausgeblendet, verdrängt, verleugnet; es wird geschimpft, geschrieen und gedroht. Die Evolution muss auf diese Religionisten extrem bedrohlich wirken.

If Americans come from Europeans, why are there still Europeans?

If Americans come from Europeans, why are there still Europeans?

Die Argumente der Kreationisten sind dabei stets von erstaunlicher – hm – Schlichtheit: „Wenn die Menschen von Affen abstammen, wieso gibt es dann noch Affen?“ – „Die Welt ist so schön, sie muss einfach geschaffen worden sein!“ (siehe Photos, der Rest der Bilderserie findet sich bei Buzzfeed)

Solch ein Level naiver Dummheit lässt sich nur dann halten, wenn man die Leute bewusst schlecht informiert, also anlügt. Absurd sind daher auch die von Predigern eingeimpften Vorstellungen, was die Evolution denn eigentlich sei. Nein, liebe Kreationisten, die Evolution sagt nicht, dass “ein Hund zu einem Adler werden wird, […] wenn er oft genug versucht über Klippen zu springen”,  oder dass bei der Entstehung der ersten Menschen aus purem “Zufall viele Menschen en[t]standen sind die [z]ufällig alle ziemlich identisch waren“. Oder auch der beliebte Klassiker: Die „Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch eine zufällige Laune der Natur ist, ist so hoch als ob ein Wirbelsturm über einen Schrottplatz fegen würde und die Schrottteile zu einer startbereiten Boeing 747 zusammenfügen würde.“

Ist das noch Dummheit oder schon Dreistheit? Egal, es ist zum Haare raufen! Evolution ist ja eben nicht willkürlicher Zufall, sondern die ungelenkte Anpassung an die Umwelt. Damit Evolution funktioniert, sind lediglich zwei Voraussetzungen nötig:

1. Lebewesen werden mit erblichen, aber variierenden Merkmalen geboren, z.B. mehr oder weniger schreckhaft, lange oder kurze Beine, viele oder wenige Haare.

2. Einige dieser Variationen sind in der jeweiligen Umwelt günstiger als andere. So haben in einer Savanne mit Raubtieren z.B. schreckhafte Tiere mit langen Beinen einen Überlebensvorteil gegenüber ihren gemütlichen Kollegen. Sie können sich öfter fortpflanzen und geben so die Merkmale weiter.

Das ist alles. Wer diese beiden Punkte vernünftig und zutreffend findet, akzeptiert damit die Evolution. Mehr ist da nicht, der Rest folgt automatisch. Evolution ist ein Fakt. Liebe Religionisten, gewöhnt euch dran.

Findest du auch Krebs, Pocken und Ebola "amazing"? So wie auch Tsunamis, Erdbeben und Hurricanes als Zeichen göttlicher Liebe?

Besonders „amazing“ sind Krebs, Pocken, Ebola, Tsunamis, Erdbeben und Hurricanes als Beweis allgütiger, göttlicher Liebe.

Intelligent Design: „Evolution ist ja bloß eine Theorie!“

Neben der faktisch vorhandenen Evolution gibt es auch noch die Evolutionstheorie. Eine wissenschaftliche Theorie ist ein gut funktionierendes Modell, das Aspekte der Welt erklärt und Vorhersagen zu deren Verhalten macht. Die Evolutionstheorie beschreibt das Ineinandergreifen der biochemischen Mechanismen der Evolution, die Prozesse der natürlichen Auslese und den historischen Ablauf der Entstehung der Arten.

Ein direktes Analogon zum Verhältnis Evolution/Evolutionstheorie ist die Gravitation/Gravitationstherie: Gravitation ist ein Fakt – Durch Leugnen wird man auch nicht leichter. Die Gravitationstheorie („Zwei Massen ziehen sich antiproportional zum Quadrat ihrer Entfernung an, weil …“) erklärt nun die Zusammenhänge hinter diesem Phänomen, so dass z.B. Flugbahnen vorhergesagt werden können. Ein weiteres Fakten- und Theoriepaar sind Krankheiten/Keimtheorie. Die Keimtheorie der Krankheiten erklärt, wie Krankheiten von Bakterien und Viren verursacht werden. Sie war lange sehr umstritten: Man ging damals mit kirchlichem Segen davon aus, dass wahlweise Dämonen oder ein „Ungleichgewicht der Körpersäfte“ Krankheiten verursachen.

Intelligent Falling: „Gravitation ist ja bloß eine Theorie!“

Alle diese Theorien haben eins gemeinsam: Sie stehen nicht nur in irgendwelchen Lehrbüchern, sondern werden täglich überall auf der Welt angewandt, und zwar in so verschiedenen Feldern wie Baustatik, Bierbrauen, Botanik, Chemie, Flugzeugbau, Landwirtschaft, Medizin, Physik, Tennis und Zoologie. Falls also jemand eine alternative Idee vorschlagen möchte, z.B. Kreationismus, die Dämonentheorie der Krankheiten oder die Intelligent Falling-These („Gravitation ist ein Hoax, Engel drücken alle Dinge ständig auf die Erde!!“), der müsste auch plausibel erklären, warum diese Wissenschafts- und Technikfelder so funktionieren, wie sie funktionieren. Kreationismus lehnt aber nicht nur die Evolutionstheorie ab, sondern auch die beobachteten Fakten der Evolution. Als Alternative behaupten die Kreationisten „Es war Magie! Ein Gott hat das alles magisch herbei gezaubert!!“ – Woher sie das wissen? Na, das haben sie in ihrem Zauberbuch gelesen.

Während in den USA Kreationisten meist mit dem stramm rechten Teil der Spektrums verbunden sind, denken in Deutschland auch alternative Kuschelprotestanten darüber nach, ob „Evolutionstheorie und Schöpfungtheorie“ nicht doch irgendwie auf eine Stufe gestellt werden können. Die Antwort ist natürlich: Nein. Die Evolution ist ein beobachteter Fakt, während die „Schöpfungstheorie“ keine Theorie ist, sondern lediglich eine zweitausend Jahre alte Geschichte.

Warum also ziehen so viele Religionisten in einen wütenden Kreuzzug gegen die Evolution und ihre Theorie, und halten gegen jeden Sinn und Verstand an ihren Kreationismus-Ideen fest? Ich schätze, Richard Dawkins hat recht: Da die Vielfalt des Lebens auf der Welt durch die Mechanismen der Evolution einfach und elegant erklärt wird, fällt auch das letzte der klassischen Argumente für die Existenz eines Gottes – das teleologische Argument – weg. Da die ontologischen und kosmologischen Argumente ganz offensichtlich Unsinn sind, gibt es seit Darwins augenöffnender Entdeckung keinerlei Grund mehr, noch an den Bibelgott Jahwe zu glauben.

Als Bonus nun noch eine islamische Tiefgaragenversion des Kreationismus. Anderswo ist man offenbar auch nicht schlauer.

Dass ein hochkomplexes Wesen wie ein Gott zufällig aus dem Nichts entsteht, ist in etwa so wahrscheinlich wie das Entstehen einer flugfähigen Boeing 747 durch einem Tornado auf einem Schrottplatz – Unmöglich!

Dieser Beitrag wurde unter Atheismus, Christentum, Dogmen, Islam, Kreationismus, Religion abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

25 Antworten zu Die Evolution und ihre Theorie

  1. Hard Frost schreibt:

    Vielleicht mag hier noch jemand mitdiskutieren:
    http://de.richarddawkins.net/articles/uhrmacher-analogie

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  2. Dieter Kleve schreibt:

    Es ist erschreckend, dass dies immer wieder betont werden muss. Man sollte davon ausgehen, daß Evolution als Tatsache mittlerweile auch in Religionskreisen angekommen wäre. Bitter, wie verdummt diese Menschen sind.

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  3. Christian Hensel schreibt:

    Ist euch schon aufgefallen, dass sich das menschliche Hirn unglaublich schwer tut etwas nicht zu wissen? Wenn man Menschen nach der Entstehung des Lebens fragt, sagen die einen voller Überzeugung es war Gott, die anderen sagen, es war der Urknall und die Evolution. Ich habe noch nie jemanden sagen hören, dass er es einfach nicht weiß.

    Aber wieso tut sich unser Gehirn so schwer etwas nicht zu wissen?
    Liegt es an der Sensationslust, unbedingt an etwas spektakulären glauben zu müssen? (Gott und der Urknall sind ziemlich krass)
    Müssen wir Menschen alles wissen, nur weil wir das höchstentwickelte Lebewesen auf der Erde sind?

    Es gibt so viele Dinge, die wir noch nicht erforscht haben. Nur braucht man anscheinend eine Theorie oder einen Glauben, der das nicht vorhandene Wissen ersetzt. Wenn man mit einem Gläubigen diskutiert kommt häufig die Frage: „Aber wie kannst du dir das erklären?“ Wenn man antwortet, dass man es nicht weiß fühlt sich der Gläubige im Recht. Das Gehirn eines Gläubigen muss zwanghaft nicht vorhandenes Wissen durch Gott ersetzen.

    Etwas nicht zu wissen ist anscheinend für das Gehirn genauso problematisch wie in der Mathematik das Teilen durch 0.

    Wir Menschen sind so klein und so jung in diesem großen und alten Universum, dass wir nicht alles verstehen müssen.

    Gottesbeweise funktionieren immer nach dem selben Schema:
    Keiner hat keine logische Erklärung also muss es Gott sein.
    Es gibt hier auch keinen Denkfehler, da ein normal denkendes Gehirn so funktioniert.

    Man muss aber schon zugeben, dass der Gedanke an einen barmherzigen Gott, der keinen leiden lässt und immer gut zu einem ist, ein sehr befriedigendes Gefühl im Hirn auslöst.
    Wenn ich mir einen Urknall vorstelle, kommt mein Hirn auch fast in Ekstase muss ich zugeben.
    Ich muss mich schon sehr dazu zwingen, von dieser spektakulären Vorstellung zu lösen.

    Und nun meine letzte Frage:
    Was hat Onanieren und Glauben gemeinsam?
    Das Gehirn befriedigt sich selbst!

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    • H.R.Koegel schreibt:

      Ohne Wissen wäre der Mensch schon lange nicht mehr auf der Erde. Wir haben ein überentwickeltes Gehirn zum überleben. Raubtiere haben Zähne und Pranken Schlangen Gift usw. Wir können unseren Verstand gebrauchen und wurden so die überlegene Spezies. Das wir herausfinden wollen woher wir kommen ist eine logische Konsequenz, die wir lösen werden. Auch wenn die Religionen an künftigen Erkenntnissen zerbrechen werden weil von ihren Lügengebilden nur Scherbenhaufen überbleiben.

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  4. Tobi schreibt:

    Bitter, wie verdummt diese Menschen sind.

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  5. dongamillo schreibt:

    „“““Tobi schreibt:28/01/2016 um 17:43
    Bitter, wie verdummt diese Menschen sind““““
    Hallo „Tobi“, sagst du das jetzt als Christ oder als Nochnichtchrist?
    😊

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  6. Tobi schreibt:

    Da sieht man es mal wieder. Weil du gedacht hast die Beleidigung sei auf Kreationisten bezogen hast du Beleidigung veröffentlicht. War allerdings auf atheisten bezogen. Du armes Würstchen.

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  7. Anne schreibt:

    Schade, dass so ein guter Artikel mit durchaus diskussionswürdigen Argumenten in seinem Tonfall so bitter und sarkastisch der Gegenseite gegenüber ist. Das empfinde ich in letzter Zeit auf beiden Seiten. Christen und Kreationisten behaupten, Wissenschaftler, die der Evolution folgen wären dumm und verblendet und andersrum ist es auch so. Woher kommt dieser Kampf, diese Wut? Das verstehe ich nicht und ich wünsche mir eine gute Diskussionskultur in der Argumente unter der Maßgabe des Respekts für den Anderen ausgetauscht werden.

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    • manglaubtesnicht schreibt:

      Weißt du was? Du hast recht.

      Leider bin ich nicht mehr allzu unbesorgt und entspannt in dieser Debatte, wie ich es noch vor zwei Jahren war. Das Level an Schwachsinnsglauben in der Gesellschaft hat seit Anfang 2014 ein besorgniserregendes Level angenommen: Immer mehr Leute marschieren Hassparolen und „Lügenpresse, Lügenpresse“ schreiend im Kreis, klammern sich an den daherfabulierten Fortbestand des Deutschen Reichs, akzeptieren freudig Kreationismus und andere religiöse Extremismen, glauben an internationale Chemtrailverschwörungen, greifen zur Homöopathie und „Neuen Germanischen Medizin“ oder impfen ihre Kinder nicht. Die. Impfen. Ihre. Kinder. Nicht. DIE! IMPFEN! IHRE! KINDER! NICHT!

      Ja, du hast recht, in dieser Sache bin ich in der Tat bitter und sarkastisch. Ich bin besorgt um meine Gesellschaft, und insbesondere habe ich Angst vor den „Besorgten Bürgern“. Daher kommt dieser Kampf, diese Wut.

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      • Anne schreibt:

        Deine Besorgnis in bestimmten Bereichen der Gesellschaft verstehe ich durchaus und ich teile sie. Prügelnde Kerle, die Unschuldige verdreschen und dabei schreien sie würden nach den Übergriffen von Silvester „ihre“ Frauen verteidigen, machen mir genauso Angst wie islamistische Extrenisten, die Leid verursachen, weil sie meinen, sie müssten sich für die Sache Gottes in die Luft sprengen.

        Mir macht die Entwicklung in unserer Gesellschaft auch Sorgen, aber ich denke, dass es nicht helfen wird, auf die Leute, die „Lügenpresse“ schreien und Hassparolen verbreiten, mit ebensolchen Parolen zu antworten. Andere Menschen aufgrund ihrer, wie auch immer gearteten, Meinung als Deppen und Idioten darzustellen drängt diese in die Ecke und in eine Verteidigungshaltung, aus der sie versuchen, sich mit aller Macht zu befreien (irgendwann vielleicht sogar mit Gewalt). Und genau deshalb bin ich mehr besorgt wegen der Härte, die ich in Diskussionen erlebe als wegen der verschiedenen Meinungen die herrschen.

        Im Übrigen halte ich es, obwohl dein Blog ja das Anliegen hat, alle religiösen und esoterischen Dinge gleichermaßen als unsinnig zu entlarven, für angebracht, doch noch ein wenig differenziert zu betrachten. Diejenigen, die rechtsradikale Hassparolen verbreiten sollten nicht unbedingt in einen Topf mit den Impfgegnern und anderen religiösen Strömungen.

        Wie gesagt, ich teile deine Besorgnis durchaus, aber trotz allem versuche ich, immer wieder entspannt zu bleiben. Manchmal auch nur, um mich selbst vor dem frühzeitigen Tod durch Herzinfarkt zu schützen.😉

        In diesem Sinne noch ein schönes Wochenende!

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        • manglaubtesnicht schreibt:

          „Mir macht die Entwicklung in unserer Gesellschaft auch Sorgen, aber ich denke, dass es nicht helfen wird, auf die Leute, die “Lügenpresse” schreien und Hassparolen verbreiten, mit ebensolchen Parolen zu antworten.“

          Wer tut denn das? Was meinst du denn damit? Wer antwortet denn mit solchen „Hassparolen“?

          „Diejenigen, die rechtsradikale Hassparolen verbreiten sollten nicht unbedingt in einen Topf mit den Impfgegnern und anderen religiösen Strömungen. “

          Sie sind in der Hinsicht im gleichen Topf, dass sie ein komplett irrationales, antiaufklärerisches Weltbild haben. Es ist doch so: Wer seinen Geist erstmal an einen Widersinn wie Chemtrails oder Kreationismus gewöhnt hat, dem fällt es deutlich leichter, auch anderen Schwachsinn in sein Weltbild aufzunehmen. Fakten- oder auch nur Plausibilitätschecks haben er/sie ja bereits aufgegeben.

          Genau da setzt dieser Blog ja an: Wir schauen uns irrationale Argumente – meist aus dem religiösen Bereich – etwas genauer an, um interessierten Leuten Hilfe beim Argumentieren zu geben. Ohne etwas Übung, so ist die Erfahrung, kommen viele Leute in Diskussionen leicht ins Hintertreffen, und so werden Zuhörer eher empfänglich für irrationalen Unfug. Die Religionisten üben ja für genau solche Diskussionen schon seit 12.000 Jahren.

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      • dongamillo schreibt:

        manglaubtesnicht schrieb am 20/02/2016 um 02:23
        „“““Weißt du was? Du hast recht. Leider bin ich nicht mehr allzu unbesorgt und entspannt in dieser Debatte, wie ich es noch vor zwei Jahren war. Das Level an Schwachsinnsglauben in der Gesellschaft hat seit Anfang 2014 ein besorgniserregendes Level angenommen:……. in dieser Sache bin ich in der Tat bitter und sarkastisch. Ich bin besorgt um meine Gesellschaft, und insbesondere habe ich Angst vor den “Besorgten Bürgern”. Daher kommt dieser Kampf, diese Wut.““““

        Hallo „manglaubtesnicht“, da bin ich mit dir eins, am Anfang habe ich zB. Pegida wohlwollend betrachtet aber ich merke, das kann es nicht sein. Die Bedenken gegenüber Islam kann ich nachvollziehen, aber mit Demos kommt man da nicht weiter. Ich wünschte ich könnte dir den Unterschied von „Religiosität“(egal ob christlich, islamisch oder sonstwas) und dieser lebendigen Beziehung zu Gott, und damit eine Möglichkeit SEINE Gedanken (die eigentlich voll in der Bibel ausgebreitet sind) nachzuvollziehen, schneller deutlich machen.

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        • manglaubtesnicht schreibt:

          DonGamillo, ich frage dich nochmals: Jetzt in diesem Moment steht das unsichtbare rosa Einhorn hinter dir und schaut dir über die Schulter. Es liebt dich ganz persönlich und will, dass du die Einhornregeln befolgst, wie sie in seinem Buch „Harry Potter und der Stein der Weisen“ niedergeschrieben sind. Ansonsten verlangt es nichts von dir. Natürlich ist diese Lehre keine Religion, sondern – ganz im Gegenteil! – eine persönliche Beziehung zum rosa Einhorn, deinem Retter.

          Du weisst, die Einhornlehre muss wahr sein, denn ich behaupte das so, und ich bin fest von ihr überzeugt. Ausserdem ist die Existenz von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ wohl belegt, also muss alles stimmen.

          Also: Nimmst du das Einhorn als deinen Retter an und entsagst all den falschen Propheten? Wirst du seinen wahren Lehren folgen, wie sie da geschrieben stehen? Nur dann ist dir Das Ewige Leben nach dem Tode sicher (es gibt auch Eiscreme).

          Nun?

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        • Anne schreibt:

          Oh, da würde ich gerne mitspielen, wenn ich darf.🙂 @MGN Erzähl mir mehr über das rosa Einhorn. Gibt es denn Belege außerhalb von Harry Potter, dass es jemals existiert hat? Wovor soll es mich retten? Und vor allem – Was sind die Einhornregeln an die ich mich halten muss?

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  8. Chris schreibt:

    @MGEN
    Zitat: „Wir schauen uns irrationale Argumente etwas genauer an…..“

    Hier könnte man, wie ich letztens leider feststellen musste, mittlerweile auch die wiederaufkeimende „Flache Erde Hypothese“ nennen. Auf YouTube kann man sich wahlweise
    80 oder 200 „Beweise“ dafür ansehen. Selbstredent kommt irgendwann auch ein Schöpfer ins Spiel, welcher allerdings, aufgrund globaler dämonischer Verschwörung einer runden Erde, geheim gehalten werden soll.

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  9. Anne schreibt:

    @MGEN:
    Ziat: „Wer tut denn das? Was meinst du denn damit? Wer antwortet denn mit solchen “Hassparolen”?“

    Wie gesagt, ich beobachte, dass der Tonfall härter wird. Und das auf allen Seiten. In deinem Artikel stehen Sätze wie:

    „Die Kreationisten haben als Hauptfeinde den gesunden Menschenverstand…“ oder „Solch ein Level naiver Dummheit lässt sich nur dann halten, wenn man die Leute bewusst schlecht informiert, also anlügt.“ Gut, das Wort Hassparolen ist zu steil dafür, aber im Prinzip ist es wenig anderes nur vielleicht etwas spitzfindiger formuliert, weil du ein höheres Bildungsniveau hast und rethorisch begabter bist. Ein weniger begabter Mensch würde wahrscheinlich schreiben: „Die sind ja alle bescheuert!“

    Das Anliegen eures Blogs ist super. Es ist wichtig, dass unsere Gehirne flexibel bleiben und wir immer wieder zum denken angeregt werden.

    Aber ihr solltet dabei nicht übersehen, dass eure „Gegner“ nicht einfach nur naive Dummbeutel sind. Viele von ihnen haben ein ebenso hohes Bildungsniveau wie ihr und haben Gründe für ihre Sicht der Dinge. Die mögen euch völlig bescheuert vorkommen und, wie gesagt, es ist immer richtig und gut auf sachlicher Ebene zu diskutieren, aber einen anderen Menschen aufgrund seiner Meinung in seiner Persönlichkeit zu degradieren ist schwierig.

    Es gibt einen feinen, aber sehr entscheidenden Unterschied, ob ich die Meinung eines Anderen kritisiere oder ihn als Person.

    Puh…besser kann ich mein Anliegen nicht ausdrücken. Vielleicht fehlt mir da ein Quantum an rhetorischer Begabung.😉

    Liebe Grüße
    Anne

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    • meaning schreibt:

      @Anne:

      Du weißt schon, dass Du ein wenig kokettierst mit Deiner rhetorischen Begabung, oder? Wenn nicht: Man kann Deine Beiträge gut lesen.🙂

      Auch wenn ich Dir inhaltlich grundsätzlich zustimme, gehe ich eher in MGENs Richtung, was die Klarheit der Ansprache betrifft.
      Es ist durchaus angebracht in manchen (!) Fällen Tacheles zu reden. Wenn man die Kreationisten zum Beispiel als „naiv“ und „dumm“ bezeichnet, hat das durchaus seine Berechtigung (und ist weit entfernt von Hassparolen). Und an dieser Stelle ist das Eis, jemanden dabei persönlich zu treffen, sehr dünn – und manchmal gar nicht beabsichtigt.

      Wie soll man denn mit Menschen umgehen, die ihre Kinder nicht impfen lassen? Mit Menschen, die so verbohrt sind, dass sie keine einzige Frage (wie dongamillo hier im Blog) auch nur annähernd beantworten, ohne dass sie dabei ins tiefreligiöse Labern abgleiten? Ihm unterstelle ich nichts Böses, aber bekanntlich ist der Weg zum Fanatismus häufig nicht sehr weit. Ich kann daher MGENs Wut und Verbitterung sehr gut verstehen.
      In einem anderem Forum (eine Seite, wo Schnäppchen publiziert werden), hat ein User den „Spiegel“ eingestellt. Was da an Kommentaren kam, hat wahrhaftig erschreckt! „Lügenpresse“ und „Hetzblatt“ waren Standard. Und bei diesen Beispielen bin ich mir nicht ganz sicher, ob man, gemäß Deiner Aussage, Meinungen dieser Personen und die Personen an sich zwingend trennen muss.

      Man muss sich dem ganz sicher stellen, und wie ich finde, tun hier das auch die meisten auf angenehme Art und Weise. Aber das geht manchmal eben nicht. Und klare Worte können zeitweise durchaus hilfreich sein.

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      • Anne schreibt:

        @meaning: Etwas Koketterie ist wohl Teil des weiblichen Wesens😉 (Ich hoffe, ich trete damit jetzt keinem Genderanhänger auf die Füße)

        Du hast Recht. Tacheles reden ist eine gute Sache! Dennoch bin ich deutlich für die Beachtung des feinen Unterschiedes. Du schreibst:
        “ Wenn man die Kreationisten zum Beispiel als “naiv” und “dumm” bezeichnet, hat das durchaus seine Berechtigung (und ist weit entfernt von Hassparolen)“

        Genau das meine ich. Wir müssen lernen, in Diskussionen zwischen Mensch und Meinung zu unterscheiden. Jeder hat das Recht, jede Meinung für völlig abstrus zu halten. Und so kann jeder sagen, dass er die Idee des Kreationismus für völlig bescheuert hält und kann dann begründen warum er das tut. Wenn ich so argumentiere wahre ich das Gesicht meines Gegenübers, bleibe bei der Sache und habe die Chance, eine durchaus fruchtbare Diskussion zu erleben. Wenn ich jedoch sage: „Der Mensch, der den Kreationismus vertritt, ist dumm!“, ist damit jede Diskussion beendet. Manchmal kann so ein Denken hilfreich sein. Ich kann als Mensch nur ein bestimtes Maß an Meinungen intensiv untersuchen und nur bestimmte Interessengebiete behandeln. Also werde ich einige Meinungen und Ideen als schwachsinnig abtun ohne mich näher damit zu befassen und mich mit den Menschen hinter dieser Idee abgeben zu müssen. Das ist ein wichtiger Schutzmechanismus. Wir packen Menschen in Schubladen, damit wir nicht über sie nachdenken müssen. Würden wir uns mit jedem Menschen und alle seinen Ideen intensiv befassen, würden wir verrrückt werden.
        Aber, wie gesagt, so ein Denken ist nur sinnvoll, wenn ich kein Interresse an einer Diskussion habe.

        Das Anliegen von MGN ist es, religiöse und esoterische Ideen aufzuzeigen und zu widerlegen um interessierten Menschen Argumentationsgrundlagen zu bieten. Gute Idee! Aber damit steigen sie ernsthaft in eine Diskussion ein und ich hielte es somit für sinnvoll, wirklich bei der Sache zu bleiben.

        „Wie soll man denn mit Menschen umgehen, die ihre Kinder nicht impfen lassen? “

        Nun, auch da, einfach bei der Sache bleiben. Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen werden in der Regel von der Sorge um ihr Kind angetrieben. Sie haben entweder selbst Kinder mit schweren Impfschäden gesehen oder haben sich, auf welchem Weg auch immer, darüber informiert, dass es durch Impfungen zu schweren Schäden gekommen ist. Sie bewerten nun diese Impfschäden als extrem schlimm und wollen das ihrem Kind um jeden Preis ersparen. Dazu suchen sie sich weitere Informationen, die in ihr Denkschema passen. Also z.B. dass Kinderkrankheiten ja toll für den Körper sind, weil das Kind sich dann weiterentwickelt usw….
        Dabei klammern sie dann aus, dass durch ihr Verhalten Krankheiten, die schon fast ausgerottet waren, wieder aufkommen können und für Andere zur Gefahr werden können.
        Wenn es nach mir ginge, sollte es eine Pflicht für Vorsorgeuntersuchungen und eine Impfpflicht geben, aber ein demokratischer Staat befindet sich meiner Meinung nach in einem permanenten Spannungsfeld zwischen der Aufgabe, die Freiheit des Einzelnen zu gewähren und dabei das Wohl der Allgemeinheit zu schützen.
        Deshalb kann man wohl nur weiter aufklären und hoffen, dass Eltern erkennen, dass die Zahl der schweren Folgeerkrankungen nach Kinderkrankheiten die Zahl der Impfschäden übersteigt.

        „Mit Menschen, die so verbohrt sind, dass sie keine einzige Frage (wie dongamillo hier im Blog) auch nur annähernd beantworten, ohne dass sie dabei ins tiefreligiöse Labern abgleiten?“

        Dongamillos „tiefreligiöses Gelaber“ rührt vermutlich daher, dass sein Lebensinhalt tiefreligiös ist. Er ist wahrscheinlich durch ein persönliches Erleben zu seinem Glauben gelangt und lebt diesen nun mit großem Eifer. Dieser Eifer und die Liebe zu seinem Gott ist so groß, dass er anderen davon erzählen möchte. Vermutlich ist er kein Physik- oder Biologieprofessor und deshalb, wie die meisten Menschen, nicht in der Lage, wissenschaftlich fundiert zu antworten. In diesem Fall empfehle ich, ihn einfach so zu lassen, wie er ist.

        Im Übrigen sind ja die Leute hinter MGN auch auf einer Art „Mission“. Sie sind, ich vermute auch hier persönliches Erleben, zu der Überzeugung gelangt, dass eine Welt ohne Religion eine bessere wäre, weil Religionen Hass fördern.
        (Nun könnte man hier einwenden, dass wir Menschen die grausamsten Kriege völlig ohne Religion zustande gebracht haben und dass die furchtbarsten Machthaber und Diktatoren dieser Welt wohl keinen religiösen Hintergrund hatten.)
        Mit dieser Überzeugung führen sie nun diesen Blog und hauen kräftig drauf auf alles, was sie für schwachsinnig halten. Und wenn du schreibst, dass der Fanatismus bei gläubigen Menschen nicht weit ist, so denke ich, dass wir Menschen auch ohne Religion in der Gefahr stehen fanatisch zu werden. Denn auch den Kampf gegen Religion kann man wunderbar fanatisch führen.

        Also ist mein Fazit: Tacheles reden ja – persönlich beleidigen nein.🙂

        Liebe Grüße
        Anne

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        • meaning schreibt:

          Hallo Anne,

          viel Dank für Deinen wirklich guten Kommentar. Ich will mit Dir keine große Diskussion beginnen, dafür sind unsere Ansichten doch zu gleich. Außerdem schätze ich Deine Art und Weise zu kommentieren. Dennoch kurz zu Deinem letzten Absatz, dass die Leute hinter MGEN auf einer „Art Mission sind“ und wir Menschen „auch ohne Religion in der Gefahr stehen fanatisch zu werden“.

          Nach der Gaußschen Normalverteilung mag es am linken oder rechten Rand Menschen geben, die fanatisch werden können – auch ohne Religion. Dieses Argument im Vergleich aber mit dem Fanatismus der Relegionen zu bringen, ist nicht wirklich angemessen. Sagen wir es mal so: Humanisten oder Atheisten haben einander wohl noch nie die Köpfe abgeschlagen, weil der andere glaubt, nicht glaubt, was anderes denkt oder ähnliches (ich rede nicht von den Glatzköpfen, die Asylbewerberheime anzünden, oder Idioten, die sich beim Fußballspiel Hassparolen an den Kopf kloppen).
          Aber wenn Menschen andere Menschen schlicht dafür töten weil sie Mohammed als Karikatur gezeichnet haben, hat das etwas mit religiöser Verblendung zu tun – und nur damit. Ein Vergleich verbietet sich dadurch.
          Deswegen ist die „Mission“ von MGEN-Leuten somit eine gute. Zumal ich hier keine Hetze erkennen kann, sondern gute, fundierte Argumente.

          In dem Sinne, liebe Grüße zurück,

          meaning

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  10. manglaubtesnicht schreibt:

    Anne schrieb: „Erzähl mir mehr über das rosa Einhorn. Gibt es denn Belege außerhalb von Harry Potter, dass es jemals existiert hat? Wovor soll es mich retten? Und vor allem – Was sind die Einhornregeln an die ich mich halten muss?“

    Ja. Die Existenz des Rosa Einhorns manifestiert sich in der Welt um uns, die Beweise sind unumstösslich:

    1. Das Universum kann nicht ewig sein, es muss daher einen Schöpfer haben. Dieser Schöpfer ist das Rosa Einhorn. Bewiesen.

    2. Das menschliche Bewusstsein kann nicht von allein entstanden sein. Das wäre so unmöglich wie, dass nach einem Tornado auf einem Schrottplatz ein flugbereiter Jumbo-Jet entsteht. Dieser Schöpfer des Bewusstseins ist das Rosa Einhorn. Bewiesen.

    3. Das Einhorn ist das Wesen mit der perfekten Kombination von Eigenschaften. Ein Wesen ohne die Eigenschaft “Existenz” ist nicht perfekt. Das Einhorn hat also die Eigenschaft “Existenz”, existiert also. Bewiesen.

    Aber, weisst du, Beweise sind eigentlich nicht notwendig: Wirklich kluge, gute Menschen spüren das Rosa Einhorn in ihrem Alltag, ständig und überall.

    Das Rosa Einhorn rettet uns vor dem Einfluss des Schwarzen Einhorns, der Ursache allen Bösen auf der Welt. Kennst du diese plötzlichen Schmerzen, wenn du schnell aufstehst oder dich hinlegst? Das ist das Schwarze Einhorn, das dich kichernd in den Rücken piekt. Bewiesen.
    Nur wenn du das Rosa Einhorn als deinen Retter akzeptierst, und so eine persönliche Beziehung mit ihm eingehst, wird es dich vor der Ewigen Höllenfolter retten. Nur so ist dir das Ewige Leben (nach dem Tod) sicher.

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    • Oliver P. schreibt:

      Das mit den Beweisen ist allerdings so eine Sache. Nach meiner Erfahrung führt Faktenwissen allein nicht zwingend zu einer logischen Argumentation. Je nach Grundüberzeugung werden die Dinge anders bewertet.

      Ein schönes Beispiel hierfür ist z. B. U. Ranke-Heinemann, die nach ihrem Streit mit der katholischen Kirche die Seiten gewechselt hat und jetzt nach Kräften die Kirche und die Bibel kritisiert. Unabhängig davon, was man nun von Kirche und Bibel hält, ist hier bemerkenswert, dass ihre – durch Dissertation und Habilitation sicherlich profunde – theologische Sachkenntnis völlig von ihrem Drang nach „Vergeltung“ überlagert wird.

      Ich bin mal aufgrund einer Diskussion ihr Buch „Nein und Amen“ durchgegangen. Das Problem dort sind nicht die Fakten, sondern wie sie verwendet werden. Man merkt, wie ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll, und dorthin wird dann fröhlich argumentiert. Dass dabei so ziemlich alle klassischen Argumentationsfehler gemacht werden, stört sie offenkundig wenig. Im Ergebnis überzeugt das dann ungefähr so wie Dein Beispiel mit dem Einhorn.

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    • Anne schreibt:

      Hui, das sind ja in der Tat harte Argumente. Ob ich denen widerstehen kann…😀 Ich glaube, wenn das Rosa Einhorn nur dafür gut ist, mich vor der ewigen Höllenfolter nach dem Tod zu bewahren, dann habe ich einen Plan. Ich warte einfach bis kurz vor dem Tod und glaube dann an das Rosa Einhorn. Bis dahin mach ich was ich will. *hihi*

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