November ist Kirchenaustrittsmonat

Falls ihr jemanden kennt, der mit dem Gedanken spielt aus der Kirche auszutreten, oder jemanden, der im kommenden Jahr 2016 zum ersten Mal ein steuerpflichtiges Gehalt bekommt: Im November ist der Zeitpunkt zum Kirchenaustritt.

Die Kirchensteuer wird immer anteilig vom Jahreseinkommen erhoben. Falls also jemand in 2016 zum ersten Mal ein regelmäßiges Gehalt bekommt oder eine Gehaltssteigerung oder Einmalzahlung absehbar ist, wirkt sich das spürbar auf die Steuerlast aus. Die Rechnung geht so: Wenn ihr ab 1. Juli 2016 Gehalt bekommt und erst zum 30. Juni aus der Kirche austretet, seid ihr nicht etwa aus dem Schneider, sondern müsst auf euer Jahresgehalt 6/12 der jährlichen Kirchensteuer zahlen.

Zur Erklärung der Details hier Matthias „Skydaddy“ Krause, der sich in Kirchenfinanzfragen vorzüglich auskennt:

1.) In vielen Bundesländern endet die Kirchensteuerpflicht erst mit Ablauf des auf den Kirchenaustritt folgenden Monats. Wer also erst im Dezember austritt, ist im Januar des Folgejahres noch kirchensteuerpflichtig.

2.) Die Kirchensteuer wird nicht von den monatlichen Einkünften erhoben, sondern anteilig vom Jahreseinkommen. Für jeden Monat, in dem man kirchensteuerpflichtig war, ist ein Zwölftel der „regulären“ Kirchensteuer zu zahlen (wenn man das ganze Jahr über Mitglied gewesen wäre).

Ebenso gilt für Ehen oder Lebenspartnerschaften: Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das “Besondere Kirchgeld” in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja die Gleichstellung  homosexueller Paare generalstabsmäßig hintertreibt, auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Wie bereits anderswo beschrieben: Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

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22 Antworten zu November ist Kirchenaustrittsmonat

  1. Mr. MIR schreibt:

    Hat dies auf FSMoSophica rebloggt und kommentierte:
    Ramen.

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  2. Dieter Kleve schreibt:

    Danke für diese wichtige Erinnerung. Ich bin schon lange nicht mehr Mitglied einer Kirche, werde das aber im Bekanntenkreis streuen.

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  3. Patrick schreibt:

    Was mal interessant zu wissen wäre, ein weiteres Argument für einen Kirchenaustritt liefern könnte und Stoff für einen Artikel liefern könnte:

    Welche Summe ist größer? Die jährlichen Zahlungen des Staates an die Kirche(n) in Form von Bischofsgehältern und ähnlichem oder die Ausgaben der Kirche(n) für wohltätige Zwecke?

    Anders ausgedrückt: Wäre es aus Wohltätigkeitssicht nicht günstiger, wenn niemand Kirchensteuer zahlte und der Staat das bisher an die Kirchen überwiesene Geld direkt wohltätigen Organisationen zukommen ließe?

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  4. zaraposta schreibt:

    Wenn ich aus der Kirche austrete, dann nicht wegen der Steuer. Sondern wegen den ganzen Skandalen und weil fast überall Wasser predigt, aber selber Wein trinkt. Reiche werden sowieso von den Geistlichen bevorzugt, die meisten sind nur materiell eingestellt.

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  5. Pingback: November ist Kirchenaustrittsmonat | Verschiedenes

  6. Bernd schreibt:

    Ich habe am Wochenende ein befreundetes Ehepaar davon überzeugt in den nächsten Tagen auszutreten. Wollten sie sowieso bevor die Kinder in die Schule kommen.

    Mission ausgeführt! 🙂

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  7. Sabrina29 schreibt:

    Danke für den Post…. bin heute morgen ausgetreten …. habs lange vor mir hergeschoben.

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  8. dongamillo schreibt:

    Mein Argument für den Kirchenaustritt war die scheinheilige Religiosität nicht weiter zu unterstützen weil ich direkten Kontakt zu Jesus gefunden habe und Christ geworden bin.
    (siehe auch : https://manglaubtesnicht.wordpress.com/2015/09/19/kirchenaustritt/)

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  9. dongamillo schreibt:

    Ich kenne einzelne Gemeinden der evangelischen Landeskirche die durchaus christlich aufgestellt sind, ich kann auch einzelne Katholiken als Christen anerkennen, aber im großen Ganzen sind die Großkirchen aus meiner Sicht nicht mehr als Botschafter Christi unterwegs.

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  10. Herr Schwalbe schreibt:

    Für den Verbleib in der Kirche spricht:

    – Die Kirche lehrt den Menschen das Wort Gottes
    – Die Kirche unterstützt sozial schwache Menschen
    – Die Kirche betreibt überall auf der Welt Missionen für die Menschen
    – die Kirche hält zahllose Gotteshäuser aufrecht, um Gott einen Teil seiner Herrlichkeit zurückzugeben.

    Dafür braucht sie Unmengen Geld. Ein Bischof erhält für eine 100-Stunden-Woche weniger als ein mittlerer Manager bei Daimler mit 40 Wochenstunden.

    Wir geben unsere Kirchensteuer für eine gute Sache, für die allerbeste Sache.
    Einerlei, was wir von den Kirchenstrukturen halten, Kirchenaustritt ist falsch!

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