Der Papst verteilt Sandwiches

Der Papst, so wurde mir erzählt, der sei ein richtig toller Mensch. Heimlich, so sei in der Presse zu lesen, verlasse er nachts den Vatikan und verteile Sandwiches an die Obdachlosen Roms. Die berichtende Person strahlt, die Umstehenden nicken – was für ein toller Mensch!

Mal ehrlich: Es ist schon erstaunlich, wie stark die kirchlich-mediale Hirnwäsche auch bei gebildeten und skeptischen Personen wirkt. Angenommen ich wache morgen früh auf und bin das unangefochtene Oberhaupt der reichsten Organisation der Welt, der dreifach gekrönte König eines Staates, ohne Parlament, ohne Opposition, ohne aufmüpfiges Volk – also Diktator auf Lebenszeit. Ich habe eine eigene Bank, goldene Schätze, Konten und Güter überall auf der Welt. Und mal weiter angenommen, dass ich Armut und Elend wirklich doof finde und sie ehrlich bekämpfen will.

Und anstatt 10% des RKK-Vermögens flüssig zu machen und damit Hunger und Armut in der Welt für Generationen, möglicherweile für immer, auszulöschen – verteile ich ein paar Dutzend Sandwiches an Obdachlose? Heimlich? Nachts? Und dafür werde ich auch noch gefeiert?

Was mir völlig unklar bleibt: Denken die Leute überhaupt nicht mehr kritisch mit, wenn sie sowas lesen? Wie kann man so einen Quatsch denn bloß ernst nehmen?

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6 Antworten zu Der Papst verteilt Sandwiches

  1. pop292 schreibt:

    Lieber MGEN!
    So sehr ich Deine Meinung über die (Nicht) Existenz des abrahamitischen Gottes teile, aber der Artikel über den Papst der RKK gefiel mir nicht.
    Kirche ist eine weltliche politische Institution die sich anmaßt, den weltweit einzig wahren Glauben zu definieren und zu verwalten. Soll sie das doch tun, so lange sie genügend Leute findet, die ihr das abnehmen und finanzieren. Mit Gott hat das gar nichts zu tun. Darum meine ich, Dein Artikel gehört thematisch nicht in diesen BLOG. Aber natürlich: Du als Initiator dieses BLOGs hast jedes Recht, diesen auch zu thematisch zu erweitern.
    Es gibt so viele böse und schädliche Politiker, da ist der Papst doch wohl der Harmloseren einer. Wer gibt schon freiwillig Macht und/oder Vermögen ab? Da ist mir einer, der nächtens Sandwiches verteilt, allemal lieber als einer, der Leute köpfen lässt, politische Gegner einsperrt und Ähnliches. Und nur sehr naive Leute (zu denen Du mit Sicherheit nicht gehörst) glauben, dass der Papst ein guter Mensch sein muss, weil er ja die Lehre vom Gut sein vertritt.
    Da die meisten Menschen irgend etwas Übersinnliches brauchen, haben die Religionen so starken Zuspruch, ich gönne es den Menschen, die Gnade des Glaubens zu haben. Ich habe sie leider nicht.
    Franziskus ist nicht ‚mein‘ Papst, aber er bringt wenigstens ein bisserl Leben in die verstaubte katholische Bude.

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  2. sylar_5 schreibt:

    Der Papst scheint hier exakt das zu machen, wovon Religionen leben: Er sät Hoffnung auf eine gerechtere Welt, ohne die jetzigen Missstände wirksam zu bekämpfen.

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  3. Dieter Kleve schreibt:

    In der Sache stimme ich dir zu. Möglicherweise sind viele Katholiken einfach erleichtert, dass der neue Papst zumindest ein netter (erzkonservativer) Opi ist, und nicht so ein unsympathischer Funktionärstyp wie Papst Benedikt.

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