„Religionslosigkeit führt zu Diktatur! Wie bei Stalin! Oder in Nordkorea!“

Steht man Religionen offen kritisch gegenüber, bekommt man immer mal wieder um die Ohren gehauen, dass Religionsfreiheit nicht zu mehr, sondern zu weniger Freiheit führe. Denn: „Die stalinistische Sowjetunion und Nordkorea waren oder sind auch atheistische Staaten! Schau, was da alles Schreckliches passiert!“

Hm, daran gibt’s nichts zu deuteln! – Oder doch?

„Einmal wie immer!“: Herrscher nutzen Frömmigkeit und Unterordnung

Doch, gibt es: Die Sowjetunion war zwar nominell atheistisch, aber nicht religionslos. Stalin (der als junger Mann im Priesterseminar studiert hatte) und seine Kreaturen waren sich sehr wohl bewusst, welche Macht Frömmigkeit und Glaube über die Menschen haben. Das System der Sowjetunion enthielt daher verdächtig viele Kennzeichen einer organisierten Religion: Es gab als Gottesersatz einen Führerkult, ein Erlösungversprechen (zumindest für die Arbeiterklasse), über jeden Zweifel erhabene Schriften, eine Kaste von Personen, der die einzige Interpretation dieser Schriften zustand, vom „wahren Glauben“ abgefallene Personen wurden systematisch verfolgt und bestraft.

Kurz: Machtpolitiker nutzten den Hang zur Frömmigkeit der Menschen in der Sowjetunion aus und konstruierten eine Ersatzreligion inklusive Parteigläubigkeit und Führerkult. In der Soziologie ist dieses Verfahren zum Aufbau totalitärer Regime als „politische Religion“ bekannt.

Im totalitären Nordkorea ist die Situation ähnlich: Es gibt eine Trinität, deren Senior (Kim 1) zwar tot, aber dennoch der ewige Staatspräsident ist. Schon Kim 2 wurde kultisch verehrt und von der Staatsmacht als gottähnlicher Übermensch präsentiert, von dessen Geschick das Wohl und Wehe jedes einzelnen Koreaners abhing. Kim 3 wird systematisch als Wiedergänger von Kim 1 inszeniert. Und wer die von der Partei gepredigte Juche-Philosophie nicht als helig hinnimmt, sondern kritisch hinterfragt – Nun ja …

Die Kims haben eine Religion gegründet? – Ja klar, was denn sonst?

Aber kann man die Kims wirklich als Religionsstifter ansehen? Sind die Mechanismen die gleichen wie bei anderen Religionen? – Die Kims wirken ja immer etwas albern.

Das ist aus westlicher Sicht sicher richtig. Andererseits: Wäre das Christentum gestern erfunden worden, käme es uns auch allen gehörig albern vor: Ein allmächtiges und allwissendes Wesen schafft das gesamte Universum exklusiv für die Menschen, guckt sieben Milliaren Personen gleichzeitig in den Kopf und interessiert sich insbesondere dafür, wer wann mit wem Sex hat (und in welcher Stellung). Weil es sie so sehr liebt, gibt es den Menschen so strenge Gesetze, dass sie sie nicht einhalten können und opfert (anstatt die Gesetze aufzuheben) sich selbst an sich selbst. Jetzt muss man nur noch dran glauben und alles genau so machen, wie die Priesterkaste es vorschreibt – Wie praktisch!

Nordkorea und SU: Beispiel für das staatliche Verordnen einer Religion

Fazit: Als Beispiele dafür, wie schrecklich ein Staat ohne Religion ist, taugen Nordkorea und die ehemalige Sowjetunion nicht – denn sie haben ja eine politische Religion, auf denen ihre totalitären Regime aufbauen. Wenn überhaupt, dann sind die Beispiele dieser Länder weitere Datenpunkte in der Wolke, die zeigt, welche fiesen Konsequenzen das staatliche Verordnen eines Glaubenssystems hat.

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2 Antworten zu „Religionslosigkeit führt zu Diktatur! Wie bei Stalin! Oder in Nordkorea!“

  1. Bernd schreibt:

    In China unter Mao hatten sie auch so einen Personenkult und ein heiliges Buch. Alles staatlich veordnete Strukturen!

    Gefällt mir

  2. Pingback: Nächstenliebe in Aktion: “MGENBlog ist ein totales Wrack, ein abgehalfterter Typ!” | Man Glaubt Es Nicht!

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